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DLRG ist einsatzbereit am Hartensbergsee

2 Jahre lang mussten die Rettungsschwimmer sich provisorisch behelfen. Nun haben sie eine Wachstation. Die Frage aber bleibt, ob diese bei Badewetter immer voll besetzt werden kann.

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Vor der neuen Wachstation: Sven Diekmann (DLRG Visbek, von links), Bernhard Uhlhorn (GuT), Christian Winkler, Hubert Wilkens (Platzwart) und Markus Muhle (DLRG Goldenstedt). Foto: C. Meyer

Vor der neuen Wachstation: Sven Diekmann (DLRG Visbek, von links), Bernhard Uhlhorn (GuT), Christian Winkler, Hubert Wilkens (Platzwart) und Markus Muhle (DLRG Goldenstedt). Foto: C. Meyer

Die Rettungsschwimmerinnen und Schwimmer der DLRG-Ortsgruppen Goldenstedt und Visbek sind für die Saison am Hartensbergsee in Goldenstedt einsatzbereit. Mittlerweile können die Mitglieder auch die neue Wachstation nutzen, die der für den Hartensbergsee zuständige Gäste- und Touristikverein (GuT) im vergangenen Jahr beantragt hatte.

Wir erinnern uns: Pfingsten 2020 sind zwei Jugendliche fast im Hartensbergsee ertrunken. Das Sicherheitskonzept an dem Gewässer geriet dadurch erneut in die öffentliche Diskussion. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG übernahm daraufhin wieder Wachdienste, nachdem es zuvor viele Jahre gar keine vor Ort gegeben hatte, wie Markus Muhle vom DLRG Goldenstedt verrät. Allerdings mussten sich die Rettungsschwimmerinnen und Schwimmer die vergangenen 2 Jahre provisorisch behelfen, da es keine Wachstation mehr gab. Das Equipment musste jedes Mal aufwendig – „mit privaten Anhängern“, wirft Muhle ein – mitgebracht werden, sagt Sven Diekmann, Vorsitzender der DLRG Visbek. Deshalb gab es vonseiten des Goldenstedter Gemeinderates im vergangenen Jahr grünes Licht, die vom GuT beantragte Wachstation zu bezuschussen.

Wachstation später einsatzbereit als geplant

„Nun drehst du den Schlüssel um und es ist alles da“, sagt Diekmann zufrieden. Beim Betreten der Wachstation gelangt man sofort in den Aufenthaltsraum mit Kochnische sowie dem Bereich für die Wachleitung. Sichtgeschützt findet sich der Sanitätsbereich für die Erstversorgung. Außerdem gibt es ein eigenes Badezimmer mit Dusche. Der gepackte Notfallrucksack ist einsatz- wie griffbereit. In den vergangenen Wochen war man damit beschäftigt, den Container für den Saisonstart auszustatten, erzählt Hubert Wilkens, Platzwart und Mitglied des GuT.

Ein Blick in die Wachstation. Foto: C. MeyerEin Blick in die Wachstation. Foto: C. Meyer

Geplant war der erste Einsatz der Wachstation eigentlich bereits für die vergangene Saison, gibt Wilkens zu. Allerdings habe die beauftragte Firma Lieferschwierigkeiten gehabt. Schlussendlich kam die Wachstation erst im September an – als die Saison bereits vorbei war. Überdies war das Projekt für den GuT teurer als ursprünglich gedacht, sagt Wilkens. „Die gestiegenen Materialkosten haben unbarmherzig zugeschlagen.“ Statt 30.000 Euro kostete das Ganze letztlich 35.000 Euro.

Mit der Wachstation und dem angrenzenden Materialcontainer sind die DLRG-Mitglieder nun also gut für ihre Einsätze ausgerüstet. Geplant ist, den Wachposten in den Sommermonaten an den Wochenenden und in den Sommerferien zu besetzen, sagt Sven Diekmann, beziehungsweise bei „Badewetter“, sagt Hubert Wilkens, wenn für den Besuch des Sees Eintritt genommen wird.

Besetzung der Wachdienste problematisch

Doch Sven Diekmann und Christian Winkler, Vorsitzender der DLRG Goldenstedt, stehen – wie schon im vergangenen Jahr – vor dem Problem, den Wachdienst entsprechend besetzen zu können. Zum einen seien die DLRG-Mitglieder alle ehrenamtlich tätig, betont Diekmann. Zum anderen komme erschwerend hinzu, dass gerade an den Samstagnachmittagen die Übungsstunden stattfinden.

Außerdem gebe es in der Goldenstedter Ortsgruppe etwa 7 bis 9 Personen, die für den Wachdienst eingesetzt werden können, sagt Winkler. In der DLRG Visbek könne er auf einen Pool von etwa 30 Personen zurückgreifen, sagt Diekmann. Bei spontanen Anfragen des GuT könne es schwierig werden, genügend Rettungsschwimmerinnen und Schwimmer zu akquirieren. Im Schnitt sei der Wachdienst mit 5 Personen aber gut besetzt, sagt Diekmann. Überdies hofft er, dass die Motivation, sich am Hartensbergsee einzusetzen, mit der neuen Wachstation jetzt höher ist.

Sven Diekmann erinnert zudem daran, dass die Anwesenheit der DLRG am Hartensbergsee nicht die Eigenverantwortung und Aufsichtspflicht gegenüber mitgebrachten Kindern ersetzt. Immer mehr Kinder können nicht oder nicht richtig schwimmen. „Wir tun, was wir können“, sagt er bezüglich der Schwimmausbildung. Coronabedingt sei diese lange ausgefallen, die Wartelisten aktuell entsprechend lang. Aber: Ein Seepferdchen-Abzeichen macht einen trotzdem nicht zu einer sicheren Schwimmerin. Dafür bedarf es mindestens des Bronze-Schwimmabzeichens.

Ein weiteres Problem sei die Selbstüberschätzung der Badegäste. Gerade jetzt, am Anfang der Saison, sei es eine „gefährliche Zeit“, sagt Sven Diekmann. Das Wasser sei noch zu kalt, die Leute nicht im Training. Die Kräfte verlassen einen schneller als erwartet. Es gilt also, vorsichtig zu sein.

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