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Diebstähle und Vandalismus: Blumen, Reifen und Kannen sind auf Friedhöfen nicht für die Ewigkeit

Die Friesoyther St. Marien-Gemeinde hat es regelmäßig mit Vandalismus und Diebstahl zu tun. Zurzeit besonders begehrt: die neuen Vollgummireifen an den Schubkarren.

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Neuestes Objekt der Begierde: Die Vollgummireifen der Schubkarren auf dem Friesoyther Friedhof. Seitdem die Gießkannen wasserfest beschriftet sind, schwindet das Interesse für sie. Foto: Wimberg

Neuestes Objekt der Begierde: Die Vollgummireifen der Schubkarren auf dem Friesoyther Friedhof. Seitdem die Gießkannen wasserfest beschriftet sind, schwindet das Interesse für sie. Foto: Wimberg

Die Beeteinfassung rund um den Baum ist zerschlagen, und die Scherben erinnern schon seit geraumer Zeit an die mutwillige Zerstörung. „Unansehnlich“, ärgert sich eine Altenoytherin über die bislang fehlende Instandsetzung vor der Dreifaltigkeitskirche.

Lange soll sie sich allerdings nicht mehr die Schäden anschauen. „Wir haben auch diese Baustelle im Blick“, betonte Josef Averbeck als zuständiger Ansprechpartner im Friesoyther Pfarrhaus. Statt Ton sollen solche dekorativen Elemente künftig mit Granit ausgestattet werden, um mehr Langlebigkeit zu garantieren.

Dass jedoch nichts für die Ewigkeit ist und auch das 7. Gebot „Du sollst nicht stehlen“ keine Anwendung findet, muss die St.-Marien-Gemeinde in regelmäßigen Abständen erfahren.

Für die Lampen gibt es keine Ersatzteile

Kupfer steht bei den Dieben nach wie vor hoch im Kurs. Wie berichtet, haben unbekannte Täter die kompletten Beschläge an den Türen der Dreifaltigkeitskirche abmontiert. Dort werden sie durch Fassadenplatten in Kunststoffoptik ersetzt. An der Friesoyther Kirche sind Standrohre in jüngster Zeit entwendet worden und in der Bleiverglasung am Turm klafft ein Loch.

Dachrinnen wechseln in allen Gemeindeteilen ebenfalls und vorwiegend nachts die „Besitzer“, auf dem Friedhofsgelände in Altenoythe wurden Laternen umgestoßen und beschädigt. Eine Reparatur, so Averbeck, ist allerdings nicht mehr möglich, „weil sie schon sehr alt sind und wir keine Ersatzteile mehr bekommen können.“

Scherbenhaufen: Zerstört wurden bereits vor einige Zeit die Beeteinfassungen auf dem Vorplatz der Altenoyther Dreifaltigkeitskirche. Foto: WimbergScherbenhaufen: Zerstört wurden bereits vor einige Zeit die Beeteinfassungen auf dem Vorplatz der Altenoyther Dreifaltigkeitskirche. Foto: Wimberg

Der Diebstahl von Blumen, die aus den Vasen der Grabstellen, verschwinden, „bleibt immer Thema“, weiß der Verwalter. Erst vor Kurzem habe ihm eine Friesoytherin von ihrem Strauß berichtet, der nur wenige Stunden im Wasser blieb. „Stattdessen landet er dann als Geschenk im Krankenhaus oder auf dem Geburtstagstisch, das ist schon eine besondere Form der Dreistigkeit“, so Averbeck.

Mit der wasserfesten Beschriftung „Friedhof“ hat er mittlerweile alle Gießkannen ausgestattet. Notwendig, weil auch sie gerne in die heimischen Gärten chauffiert werden. Der neueste Trend sei die Mitnahme vom Schubkarrenreifen. Seitdem sich die Kirchengemeinde dazu entschlossen hatte, die Transporthilfen mit hochwertigen Vollgummirädern auszustatten, um nicht so viele Platten zu produzieren, rückt die kostenintensivere Anschaffung ins Visier von manchem „Schnäppchenjäger.“ Schnell sind die Schrauben gelöst und die robusten Reifen im Kofferraum verstaut. „Auch das hört nicht auf.“

Nicht zuletzt werde Müll, „der nicht zum Friedhof gehört“, auf dem Gelände entsorgt. Junge Leute hätten außerdem das Loch in der Hecke entdeckt, das durch das erforderliche Fällen der Rotbuche auf dem Friedhof in Friesoythe entstanden ist. Der versteckte „Seiteneingang“ bietet sich offenbar an, um auf dem Friedhof zu feiern, wie Averbeck hörte, der nun die Lücke schließen will.

Blumenklau bleibt Thema: Immer wieder werden frische Sträuße von den Grabstellen entwendet. Foto: WimbergBlumenklau bleibt Thema: Immer wieder werden frische Sträuße von den Grabstellen entwendet. Foto: Wimberg

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