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Die Herausforderungen einer 800-Meter-Staffel

Meine Woche: Im Rahmen des Citylaufs findet am 30. September der traditionelle 4-mal-800-Meter-Lauf in Cloppenburg statt. Das Team von OM-Medien geht mit an den Start. Ob das eine so gute Idee ist?

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Kennen Sie Andreas Baranski, Hans Allmandinger, Herbert Wursthorn und Matthias Assmann? Zugegeben, ich kannte die Namen auch nicht. Bis ich mich über Rekorde zum 800-Meter-Lauf informierte. Baranski, Allmandinger, Wursthorn und Assmann stellten 1986 in Krefeld den deutschen Rekord über die 4-mal-800-Meter (7:12,15 min) auf und halten ihn bis heute – wobei die Staffel lediglich von 1970 bis 1998 auf dem Programm der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften stand.

Beim Cloppenburger Citylauf dagegen gehört der 800-Meter-Staffellauf mittlerweile zur Tradition. Der deutsche Rekord wird aber wohl am 30. September in der Kreisstadt nicht geknackt, auch nicht vom Spitzenteam der OM-Medien-Redakteure. Schon vorher steht fest: Mit dem Sieg wird die OM-Medien-Staffel nichts zu tun haben. Denn wir sind null vorbereitet. Dabei sind die 4-mal-800-Meter in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung.

So hält sich die Blamage vielleicht in Grenzen

Der erste große Fehler könnte darin liegen, die Distanz zu unterschätzen. Das kann schnell passieren, zumal wir beim vergangenen Citylauf über die 6 Kilometer an den Start gegangen sind. (Die letzte Runde war übrigens eine Qual, aber beim Laufen zählt eben auch der Wille.) Dagegen sind 800 Meter doch gar nichts, könnte man meinen. Diese Worte sind im Büro so oder so ähnlich schon gefallen. Aber Vorsicht: 800 Meter können sehr lang werden, wenn man zu schnell losläuft (wie bei jeder anderen Laufdistanz auch). Also Vorsicht vor allzu viel Selbstvertrauen. Besser langsam beginnen, sein eigenes Tempo finden. Auf den letzten Metern kann man immer noch die Beine in die Hand nehmen und das Feld von hinten aufräumen. Würde ich jedenfalls vorschlagen. So hält sich die Blamage vielleicht in Grenzen.

Den zweiten großen Fehler habe ich schon begangen: Ich gehe ohne Training an den Start. Und das wird sich nicht mehr groß ändern lassen, dafür fehlt die Zeit. Über Monate höchstens einmal in der Woche durch die Bührener Tannen zu joggen, reicht nicht aus für eine akzeptable Leistung, befürchte ich. Immerhin bringe ich noch ein gewisses Grundniveau mit: Ein (aus meiner Sicht) moderates Tempo halte ich 60 Minuten lang durch, wenn ich einen guten Tag erwische. Aber was bringt mir das auf 800 Metern? Dass ich halbwegs Kondition hatte, liegt nun mal schon ein paar Jahre zurück. Dem Rest der Staffel möchte ich nichts unterstellen und ich lasse mich gerne überraschen. Aber ich erwarte nichts Gutes. Naja, 3 Wochen bleiben ja noch. Also Laufschuhe an, Jungs!

Wille, Hoffnung und eine schwächelnde Konkurrenz

Den dritten großen Fehler, für den ich gerade mit Blick auf das Cityfest großes Verständnis habe, werde ich nicht begehen, so viel steht fest. Aber bei der Staffel zählt am Ende die Teamleistung. Ich ahne, dass ein Kollege schon das eine oder andere Bier intus haben wird, wenn er an den Start geht. Könnte helfen, meint er. Immerhin steigert Alkohol das Selbstbewusstsein. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass zu viel Alkohol den Glauben an sich selbst in Sphären steigen lässt, die mit der Realität nicht mehr viel zu tun haben. Wobei wir wieder beim ersten großen Fehler wären (Selbstüberschätzung). Der Rest des Teams muss das wohl auffangen.

Die vierte Herausforderung liegt definitiv im mangelnden Talent. Das wird niemand aus der Staffel ernsthaft bestreiten wollen. Das müssen wir wohl durch Willen ausgleichen. Überhaupt scheinen Wille, Hoffnung und eine schwächelnde Konkurrenz die einzigen Dinge zu sein, auf die wir bauen können.


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