Das Alter war ja schon des Öfteren Thema diverser Kolumnen von verschiedenen Kollegen. Ein schier unerschöpfliches Sujet, das einen meist erst beschäftigt, wenn die eigene Altersangabe doch merklich nach oben geht.
Interessant ist der vermeintliche „Generationenkonflikt“. Früher eher etwas zwischen Eltern und Kindern, geht es seit einiger Zeit vor allem um „Boomer“ und „Generation Z“. Die einen als rückschrittlich und die anderen als faul verschrien. Aber wo bleibt da die „Generation X“, nämlich meine? Die zwischen 1965 und 1980 Geborenen. Nicht, dass ich mich über zu wenig kritische Aufmerksamkeit beklagen will, nur scheint diese Generation, auch als „Generation Praktikum“ betitelt, irgendwie zwischen den Stühlen, Zeilen oder was auch immer verschwunden zu sein.
Gepriesen wird sie lustigerweise, aber das hat natürlich mit meinen persönlichen „Likes“ zu tun, in den sozialen Medien: Wie hieß es in einem Post? „Generation X: aktuell zwischen 45 und 61 Jahre alt, sieht aus wie 29 bis 39, wurde nicht wirklich von den Eltern erzogen, sondern vom Leben selbst. Die Generation, die mit 10 schon selbstständig war und mit 50 immer noch nicht erwachsen sein will, und die Dinge unbeaufsichtigt angestellt hat, die heute vermutlich eine WhatsApp-Gruppe der Eltern beschäftigen würde.“ Kann ich alles mehr oder weniger unterschreiben.
„Wir sind zu wild, um Millenials zu sein, aber zu technisch, um Xer zu sein.“
Richtig spannend fand ich einen Artikel in der Frankfurter Rundschau über die Generation der „Xennials“, denn dazu gehöre ich anscheinend eigentlich. Zu den zwischen 1977 und 1980 Geborenen. Wir gelten als „vergessene Mikrogeneration“. Ha! Hab ich es doch gewusst! Ein „Kollege“ wird da zitiert: „Wir sind der Übergang von analog zu digital. Wir sind zu wild, um Millenials zu sein, aber zu technisch, um Xer zu sein.“ Ist was dran, denn: „Xennials hatten eine komplett analoge Kindheit und teilweise auch analoge Jugend. Mit Smartphones und Social Media kamen sie erst als Erwachsene in Berührung.“ So wird der Generationenexperte Rüdiger Maas zitiert. Ja, ich tobte als Kind ohne digitale Ablenkung durch Wald und Feld – erst als Studentin an der Uni Vechta geriet ich erstmals „ins“ Internet.
Man kann von diesen Generationen-Schubladen halten, was man will, aber etwas ist da schon dran. Was leider auch stimmt: „Was die Xennials noch von der Gen X übernommen haben, sind diese alten Werte in der Arbeitswelt. Hierarchien und 40 Stunden Arbeit sind normal“, so Maas weiter. Ich bekenne: Work-Life-Balance ist für mich ein Fremdwort.
Schön zusammengefasst hat Sänger Bosse das Lebensgefühl in dem Song „Nokia“: „Bitte gib mir mein Nokia zurück, und dann komm mit mir ins absolute Nichts, ich brauch Frieden von dem ganzen Scheiß, mir hab’n Snake und SMS gereicht.“ Heilige Nostalgie…
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