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Die Eskalation bei WhatsApp

Kolumne: Beim Nachrichtenschreiben kristallisieren sich unterschiedliche Typen heraus. Das kann zu Konflikten führen.

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Das Smartphone – ein ständiger Begleiter im Alltag. Regelmäßig geht der Blick aufs Display. Es könnte ja eine neue Nachricht eingegangen sein. Besonders verbreitet ist WhatsApp. Dabei kristallisieren sich allerdings verschiedene Nutzertypen heraus.  

Der Sprachnachrichten-Fan: Er oder sie verschickt mindestens 4-minütige Mitteilungen, während es ein schlichtes „Komme später“ auch getan hätte. Oft werden diese Nachrichten mit „Nur eben ganz kurz“ angekündigt. Wer’s glaubt…

Der Nie-Antworter: Zu dieser Spezies gehöre ich leider selbst. Das Höchste der Gefühle ist, dass die Nachricht gelesen wird. In der Regel verschwindet sie zwischen den ganzen Ungelesenen wie ein Flugzeug im Bermuda-Dreieck. Mit einer gewissen Portion Glück kommt nach vier bis sechs Tagen eine Antwort, die dann aber schon gar nicht mehr zur  Frage passt. Gegen das eigene schlechte Gewissen hilft folgende Regel: „Wenn es etwas Wichtiges war, meldet sich derjenige bestimmt nochmal.“

Der Immer-Antworter: Es wirkt, als säße er rund um die Uhr wartend vor dem Handy. Antworten kommen in der Regel nach Sekunden. Schneller, als Usain Bolt die 100 Meter zurücklegt. Essenziell dabei: eine stabile Internetverbindung, was in Deutschland bekanntlich nicht immer ganz einfach ist.  

Gar nicht erst anfangen wollen wir mit Gruppenchats. Eigentlich möchte ich keine Klischees bedienen, tue es aber doch. Aus eigener Erfahrung. Ein Beispiel: Die Organisation eines Junggesellenabschiedes im Oldenburger Münsterland. Bei den Männern schreibt der Trauzeuge Treffpunkt, Datum und den Betrag, der eingesammelt wird. In der Regel folgen acht Daumen nach oben und eine einzige Rückfrage: „Meint Ihr, dass das Bier wirklich reicht?“

Anders hingegen bei den Frauen, auch hier gibt es Treffpunkt, Datum und Betrag. Es folgen bei acht Teilnehmerinnen jedoch zwölf sicherlich gut gemeinte Hinweise, die sich zu einem tagelangen „intensiven Austausch“ entwickeln. Wobei zur Wahrheit auch gehört: Am Ende müssen die Frauen den Männern die Sachen mal wieder hinterhertragen, weil diese an vieles eben doch nicht gedacht haben.

Kritisch wird es ohnehin, wenn Organisatoren auf Teilnehmer treffen. So nimmt meist nur die Hälfte an Abstimmungen teil – um sich nachher wie selbstverständlich über den ausgewählten Termin zu beschweren, weil sie selbst nicht kann. Und dann gibt es noch jene Menschen, die den Verlauf eines Kneipenbesuchs planen wie ein Staatsbankett. Wenn diese Typen auf Antworten treffen wie „Ich schaue mal“, „Vielleicht später“ oder „Können wir ja auch spontan sehen“, ist die Eskalation vorprogrammiert.

Ich jedenfalls wünsche Ihnen nur schöne WhatsApp-Nachrichten. Schauen Sie doch einmal, auf welche Typen Sie so treffen.


Zur Person:

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