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Die derzeitigen Infektionsschwerpunkte sind Garrel und Bösel

70 Mitarbeiter des Garreler Schlachtbetriebes sind binnen einer guten Woche infiziert. In der Nachbargemeinde Bösel steigen auch die Zahlen - der Grund für die Häufung der Fälle sei "noch unklar".

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Symbolfoto: dpa

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Im Landkreis Cloppenburg gibt es einen weiteren Todesfall, der in Zusammenhang mit einer Infektion mit dem Coronavirus steht, die Zahl erhöht sich damit auf 131. "Es handelt sich dabei um eine 84-jährige Frau aus Löningen", berichtet Kreissprecher Sascha Sebastian Rühl am Montag. 

Derzeit gibt es zwei Infektionsschwerpunkte: Die Gemeinden Garrel und Bösel. Auf Anfrage von OM online bestätigt die Kreisverwaltung, dass in gut einer Woche mittlerweile 70 Mitarbeiter des Garreler Schlachtbetriebes nachweislich infiziert sind. Die Verwaltung macht den Betrieb auch als Hauptgrund dafür aus, dass die derzeitige 7-Tagesinzidenz für den gesamten Landkreis Cloppenburg mit 148,8 so hoch ist. Wie bereits berichtet, ist das erneut der niedersachsenweit höchste Wert, den das Landesgesundheitsamt für einen Landkreis berechnet hat.

"Das Gesundheitsamt befindet sich im Gespräch mit dem Betrieb, hat Maßnahmen eingeleitet und prüft das weitere Vorgehen zur Eindämmung des Ausbruchs", berichtet Rühl am Montag. Allein in Garrel werden 85 aktive Coronafälle gemeldet. Und es könnten noch mehr werden: Es sei nicht auszuschließen, dass "dass auch durch die Testung aller Mitarbeiter die Zahlen in dieser Woche weiter ansteigen werden", so Rühl. Wie bereits berichtet, ist derzeit in 17 Fällen die britische Mutation B 1.1.7 nachgewiesen worden. Diese Virusvariante gilt als noch ansteckender, als das ursprüngliche Coronavirus.

Zweiter Infektionsschwerpunkt ist Bösel - und es gibt offenbar noch einige Fragezeichen, warum es ausgerechnet hier eine "Häufung der Fälle" gibt, wie Rühl am Montag einräumt. Aktuell werden hier 48 Fälle gemeldet - vor genau einer Woche waren es noch 23. Nach einer interfraktionellen Sitzung des Rates sind dort mehrere Personen, unter anderem ein Arzt, positiv getestet worden. Die Praxis dieses Arztes ist momentan geschlossen. Der Betrieb könne aber schon am Donnerstag "mit Unterstützung von weiteren Personen" wieder aufgenommen werden, berichtet Rühl. Damit solle die Gesundheitsversorgung in der Gemeinde nicht langfristig eingeschränkt bleiben. Der Arzt selbst bleibe natürlich in Quarantäne. Für eine Mitarbeiterin gelte eine Arbeitsquarantäne: "Sie darf also weder Kontakt zu Mitarbeitern noch zu Patienten haben", erklärt Rühl. Bis zur Öffnung der Praxis werden außerdem weitere Mitarbeiter der Praxis dreimal getestet sein.

Eine weitere Häufung von Infektionen gibt es zudem an der Grundschule in Bösel. Drei Lehrer sind positiv getestet worden. Der Präsenzunterricht sei "aus eigenem Antrieb heraus ausgesetzt worden", erklärt Rühl. Bis Dienstag sollen nun Abstriche aus dem gesamten Kollegium genommen worden sein. Am Dienstag werden außerdem Schüler aus sechs Klassen getestet. Sie stehen unter häuslicher Quarantäne.

Das Gesundheitsamt reagierte am Montag außerdem auf Kritik aus der Nordkreis-Gemeinde, man sei für Betroffene aus Bösel nicht ansprechbar gewesen. "Warum Kontaktaufnahmen gescheitert sind, erschließt sich der Kreisverwaltung nicht", berichtet Rühl. Das Bürgertelefon sei erreichbar gewesen, das Gesundheitsamt hätte zudem außerhalb der Sprechzeiten kontaktiert werden können. 

Die Zahl der aktuellen Coronafälle im Landkreis Cloppenburg ist indes im Vergleich zum Vortag gesunken: Dem Cloppenburger Gesundheitsamt liegen am Montag 3 neue positive Testergebnisse vor. Demgegenüber stehen 21 Personen, die seit Montag als genesen gelten. Damit zählt der Landkreis 458 aktive und nachgewiesene Infektionen.

Die Lage in den 3 Krankenhäusern im Kreisgebiet: Zurzeit müssen 13 infizierte Patienten stationär behandelt werden. 2 von ihnen liegen auf der Intensivstation. Laut Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (kurz: DIVI) sind es hingegen 3, von denen 2 Patienten beatmet werden müssen. Nach derzeitigem Stand (1. März, 12.15 Uhr) sind 26 von 29 Intensivbetten belegt.

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