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Der Hochzeitstag ...

Kolumne: Das Leben als Ernstfall – Die Ehe ist eine Herausforderung. Die verschiedenen Bedeutungen der Hochzeitstage herauszufinden und diese überhaupt zu erreichen, offenbar nicht minder.

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Im September ist es soweit: Mein, oder besser gesagt, unser erster Hochzeitstag steht an. Nachdem wir die grüne Hochzeit (Bedeutung: "Wir waren noch grün hinter den Ohren") im vergangenen Jahr kräftig gefeiert haben, begehen wir nun nach 365 Tagen die Papierhochzeit. So ist es jedenfalls verschiedenen Online-Portalen zu entnehmen. Hintergrund ist offenbar das unbeschriebene Blatt Papier, dem die Ehe am ersten Jahrestag noch gleichen soll. Mir fällt noch ein Sprichwort dazu ein: "Papier ist geduldig." Und Geduld ist für beide Partner einer Ehe nicht die schlechteste Eigenschaft. So viel kann ich nach einem Jahr schon mal sagen.

Ich mache weitere Unterschiede fest. Entgegen des Online-Portals kenne ich die Hölzerne Hochzeit nämlich erst nach 10 statt nach 5 Jahren, die Bedeutung dürfte sich aber nicht groß ändern. Holz symbolisiere Wachstum und Beständigkeit. Der eine oder andere beziehungsweise die eine oder andere würde vielleicht eher sagen, dass man in einer Dekade schon so manches dicke Brett bohren musste. Wer da bei uns die Nase vorne hat, wird sich noch zeigen, derzeit dürfte es wohl unentschieden stehen. Diplomatie lernt man übrigens auch.

Eigentlich keinen offiziellen Hochzeitstag stellt die Petersilienhochzeit nach 12,5 Jahren dar. Laut Überlieferung sei man nämlich auf einem guten Weg zur Silberhochzeit (25 Jahre), wenn immer mal wieder Würze ins Eheleben kommt. Nichts gegen die grünen Blätter, aber da kommen mir etwas spannendere Stoffe in den Sinn. Chili, Pfeffer oder Curry sorgen doch für etwas mehr Würze. Auch wenn die Petersilie eine Mockturtle optisch natürlich zu einem Sternegericht aufwerten kann. Konserven-Gourmets wissen, wovon ich spreche.

"Nichts gegen die grünen Blätter, aber da kommen mir etwas spannendere Stoffe in den Sinn."Oliver Hermes

Nach dem Vierteljahrhundert warten dann auf dem Weg zur Goldenen weitere "Highlights" wie die Perlen- (30 Jahre), die Malachit- (37 Jahre) oder auch die Rubinhochzeit (40 Jahre). Platz für Zweideutigkeiten lässt wiederum der 43. Jahrestag: Die bleierne Hochzeit. Der Name spiele jedoch nicht auf die Schwere des chemischen Elements an, sondern betone eher die Haltbarkeit, heißt es. Das muss wohl jeder selbst für sich entscheiden …

Als Höhepunkt vieler Paare folgt 7 Jahre später die Goldene nach 50 Jahren Ehe. Und während die diamantene (60) und eiserne Hochzeit (65) ebenfalls noch von einigen Menschen begangen werden kann, folgen Jubiläen, die wohl noch nicht so häufig gefeiert werden. Gemeint ist zum Beispiel die Gnadenhochzeit zum 70. Jahrestag. Es gleiche einer Gnade Gottes, wenn man dieses Fest noch gemeinsam feiern könne. Anschließend kommen die Kronjuwelenhochzeit (75) und die Eichenhochzeit (80). Die Ehe sei standhaft wie der Baum.

Aber man soll sich ja stets hohe Ziele stecken, so hat der 100. Jahrestag ebenfalls einen Namen: die Himmelshochzeit. Der Name besage, dass die Ehe so glücklich und beständig war, dass sie auch im Himmel andauern werde. Wenn es bei uns so weit ist, bin ich 135 Jahre alt. Ich freue mich schon auf die Feier und lade Sie alle auf jeden Fall dazu ein. Versprochen.


Zur Person:

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