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Der älteste Mann Steinfelds: Bernhard Bergmann feiert seinen 100. Geburtstag

Der Jubilar hat in seinem Leben viel bewegt und erreicht. Der Unternehmer gründete unter anderem den Tennisclub Steinfeld – und sorgte dafür, dass die Warwick-Rex-Statue heute in Vechta steht.

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Er lebte ein bewegtes Leben: Bernhard Bergmann aus Steinfeld feiert am 3. August seinen 100. Geburtstag. Heute lebt der Senior in der Seniorenhausgemeinschaft am Mühlenbach. Foto: Bergmann

Er lebte ein bewegtes Leben: Bernhard Bergmann aus Steinfeld feiert am 3. August seinen 100. Geburtstag. Heute lebt der Senior in der Seniorenhausgemeinschaft am Mühlenbach. Foto: Bergmann

Er ist der Methusalem Steinfelds: Am Dienstag (3. August) feiert Bernhard Bergmann seinen 100. Geburtstag. Er zählt damit zu den wenigen Männern in der Gemeinde, die dieses biblische Alter je erreicht haben. Aktuell gibt es nach Angaben aus dem Rathaus noch 3 weitere Frauen, die dem "Club der Hunderjährigen" angehören.

Seinen Ehrentag verbringt Sieben Bernd, wie er für alteingesessene Steinfelder heißt, coronabedingt im kleinsten Kreis seiner Familie, die eine musikalische Überraschung für den Jubilar vorbereitet hat. Seit einiger Zeit wohnt Bergmann in der Seniorenhausgemeinschaft am Mühlenbach. "Er fühlt sich dort wohl und ist zufrieden", sagt sein Sohn Wolfgang. Zwar habe der Senior dem Alter entsprechend mit einigen Wehwehchen zu kämpfen. Dennoch nehme er weiterhin Anteil an den Geschehnissen in seiner Umgebung.

Bernhard Bergmann stammt aus einer Unternehmerfamilie. Schon sein Vater verdiente sein Geld mit einer Baustoff- und Holzhandlung. Um den 4 Kindern Heinrich, Gisela, Norbert und Bernhard den Besuch des Gymnasiums zu ermöglichen, mietete die Familie ein Haus in Bremen an. Nach dem Abitur sollte das Studium folgen. Doch es kam der Zweite Weltkrieg.

Bergmann entwickelte die "Steinfelder Pfanne"

Nach dem Kriegsende stiegen er und sein Bruder Norbert in den Familienbetrieb ein. Am 9. Mai 1946 folgte in München die Heirat mit Susanne Grupp. Kennengelernt hatten sie sich vor dem Tor der Kaserne in Murnau. Die beiden blieben 67 Jahre, bis zu Susannes Tod im Jahr 2013, unzertrennlich. In den letzten Jahren ihres Lebens pflegte Bergmann seine große Liebe mit viel Hingabe.

Beruflich florierte das Geschäft. 1960 kam neben dem Straßen- und Tiefbau ein neues Ziegelwerk hinzu. Die Produktion der "Steinfelder Pfanne" – 50.000 Stück pro Tag – erfolgte am Bahnhof. 1970 gab Bergmann die Ziegelei ab. 

Von seiner Ehefrau übernahm er die Liebe zum Pferd

"Wenn mein Vater ein technisches Problem lösen wollte, hat er immer in die Luft gezeichnet", erinnert sich Wolfgang Bergmann, der mit seiner Frau Inge nach vielen Jahren in Österreich mittlerweile in der Lohner Innenstadt wohnt. 

1975, zum Firmenjubiläum, war Bernhard Bergmann der Chef von 120 Mitarbeitern in Steinfeld. Der Betrieb machte 49 Millionen Euro Umsatz. Heinrich Bergmann hatte einst über seinen Bruder gesagt: "Er war immer sofort Anführer." Bis 1989 verkaufte Bernhard Bergmann die Firma in 2 Teilen, seitdem ist er Privatier.

Von seiner Ehefrau, einer leidenschaftlichen Züchterin, übernahm er die Liebe zum Pferd. Reitunterricht erhielt er von August Kessen-Albers. Eine Anekdote mit Ross: 1981 warb der Netzwerker mit großer Beharrlichkeit das Geld für die Aufstellung der Statue von Warwick Rex in Vechta. Den Künstler Heinrich Faltermeier hatte er ein Jahr zuvor auf dem Hof von Alwin Schockemöhle kennengelernt.

1969 schwang er sich auf zum Schützenkönig

Bergmann war die treibende Kraft bei der Gründung des Tennisclubs Steinfeld im Jahr 1955. Er hatte in Bremen den "weißen Sport" kennen und lieben gelernt. Im August 2005 wurde er vom Tennisclub Steinfeld zum Ehrenmitglied ernannt. Auch für das Skilaufen nahm sich der feierfreudige Steinfelder gerne Zeit.

Bernhard Bergmann gehörte 1966 zu den Gründungsmitgliedern des Rotary Clubs Diepholz-Vechta. Drei Jahre später, am 30. Juni 1969, bestieg er zusammen mit Susanne den Steinfelder Schützenthron.

Von der Gemeinde erhielt er den großen Wappenteller

2001 ehrte ihn die Gemeinde Steinfeld anlässlich seines 80. Geburtstags für seine politischen Verdienste und sein unternehmerisches Lebenswerk. Bei der Übergabe des großen Wappentellers nannte ihn der damalige Gemeindedirektor Peter Möllmann einen "großen Visionär".

In die Ratsperiode 1981 bis 1986, in der Bergmann den Bauausschuss leitete, fiel die Entscheidung für die Ortsumgehung, die wesentlich zur Entwicklung Steinfelds beigetragen hat. 

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