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Das Emsland zieht die "Corona-Notbremse"

Das Emsland erklärt sich zur Hochinzidenzkommune: Weil die Infektionszahlen zu hoch sind, werden jetzt Lockerungen zurückgenommen. Das betrifft auch den Einzelhandel und die Schulen.

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Emslands Landrat Marc-André Burgdorf. Archivfoto: dpa

Emslands Landrat Marc-André Burgdorf. Archivfoto: dpa

Im Emsland greifen jetzt wieder Verschärfungen bei den Corona-Maßnahmen. Das teilt die emsländische Kreisverwaltung am Montag mit. Mit einer Allgemeinverfügung erklärt sich der Landkreis formell als Hochinzidenzkommune - und damit werden die Lockerungen und Öffnungsschritte nach rund 14 Tagen wieder zurückgenommen. Wie bereits berichtet, hat das Landesgesundheitsamt am Montag eine 7-Tagesinzidenz von 154,2 gemeldet - damit liegt das Emsland jetzt den 4. Tage in Folge über der 100er-Marke. Die Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen schreibt dann vor, dass wieder Verschärfungen gelten müssen.

Emslands Landrat Marc-André Burgdorf bedauert, "dass auf Grundlage der Corona-Verordnung bestehende Lockerungen ab Mittwoch wieder zurückgenommen werden müssen", die Erklärung zur Hochinzidenzkommune sei inzwischen aber unumgänglich. "Bundesweit hat inzwischen schon fast die Hälfte der 401 Landkreise und kreisfreien Städte die 100er-Inzidenz überschritten, davon können wir uns leider nicht abkoppeln. Trotzdem tut es mir leid, dass jetzt wieder verschärfte Vorgaben im Emsland gelten, zumal wir an einigen Punkten des Landesmechanismus eine andere Gefährdungslage sehen und nicht jeden Schritt nachvollziehen können“, unterstreicht Burgdorf.

Ab Mittwoch gelten wieder strenge Kontaktbeschränkungen (Treffen mit maximal einer haushaltsfremden Person). Im Bereich Schule und Kita werden die jüngsten Öffnungsschritte ebenfalls zurückgenommen: Geöffnet sind ab Mittwoch nur noch Grundschulen sowie Förderschulen, in Kitals wird nur noch Notbetreuung angeboten. „Click & Meet“-Angebote im Einzelhandel werden wieder verboten. Die Museen müssen wieder schließen.

Aktueller Hintergrund für die hohen Fallzahlen im Emsland ist laut angaben der Kreisverwaltung ein hoher Anteil der ansteckenderen britischen Virusmutante B.1.1.7. mit größeren und kleineren Infektionsherden in Betrieben und gleichzeitig vielen Infektionen im privaten Bereich. Ein besonderer Hotspot ist die Stadt Papenburg - hier sorgt vor allem eine Infektionskette im Bereich der Meyer-Werft für sehr hohe Coronazahlen. Aus diesem Grund wurde für das gesamte Stadtgebiet bereits in der letzten Woche eine nächtliche Ausgangssperre angeordnet.

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