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Cloppenburgs Landrat sieht im Kampf gegen Corona keine neuen "zielführenden Maßnahmen"

Seit dem 13. April gibt es eine Seitwärtsbewegung bei den aktiven und nachgewiesenen Infektionen im Landkreis Cloppenburg - auf hohem Niveau. Hauptgrund dafür ist ansteckendere Virusvariante.

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Symbolfoto: dpa

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Dem Cloppenburger Gesundheitsamt liegen am Mittwoch 73 neue positive Testergebnisse vor. Das sind deutlich mehr als in den letzten beiden Tagen - erfahrungsgemäß steigen die täglich gemeldeten Zahlen in einem gewissen Rhythmus ab mittwochs wieder an. Die neuen Coronafälle werden aus allen 13 Städten und Gemeinden gemeldet - allein aus Friesoythe sind es 18 positive Testergebnisse, aus Cloppenburg 17. 

"Das Coronavirus verbreitet sich derzeit weiter flächendeckend und ohne konkrete Schwerpunkte oder Hotspots im Landkreis", berichtet Kreissprecher Sascha Sebastian Rühl am Mittwochnachmittag. Den 76 neuen Fällen stehen gleichzeitig 78 Personen gegenüber, die seit Mittwoch als genesen gelten. Dadurch sinkt die Zahl der aktiven und nachgewiesenen Infektionen nur leicht auf 1107 (Vortag: 1112).

Bei den gemeldeten aktiven Infektionen ist damit - wenn auch mit leichten Abweichungen - seit dem 13. April eine gewisse Seitwärtsbewegung zu erkennen. Die ergriffenen Maßnahmen würden derzeit ein exponentielles Wachstum verhindern, aber nicht zu einem deutlichen Rückgang der Infektionszahlen führen, bewertet die Kreisverwaltung die aktuelle Lage. 

Landrat Johann Wimberg zeigt sich am Mittwoch angesichts der aktuellen Zahlen wenig optimistisch. "Ein schneller Ausweg aus der aktuellen Krise ist noch nicht in Sicht, die Maßnahmen schlagen trotz verstärkter Kontrollen nicht ausreichend an. Es fehlt an weiteren zielführenden Maßnahmen, die Erfolg versprechen würden", wird Wimberg am Mittwoch zitiert.

Die wohl größte Sorge ist die weitere Ausbreitung der britische Virusvariante B 1.1.7. Sie ist laut Einschätzung des Gesundheitsamtes der Hauptgrund, warum die Coronazahlen im Frühjahr in Form der 3. Welle so deutlich angestiegen sind.  Die Gensequenzierungen, die als Nachweis für B 1.1.7. erforderlich sind, seien bei 1072 Infektionen im Landkreis positiv ausgefallen. "Wir haben bereits zwei wesentliche Infektionszüge im Landkreis – wer sich nicht mit der ursprünglichen Variante ansteckt, den erreicht dann womöglich die noch ansteckendere Mutation", sagt Wimberg. Teilweise gebe es beide Varianten innerhalb eines Betriebs oder einer Familie aus verschiedenen Quellen. Das zeige deutlich, "wie groß die Ansteckungsgefahr derzeit sei", so Wimberg.

Die zweite Sorge der Kreisverwaltung ist der zögerliche Fortschritt bei den Impfungen. "Es mangelt auch vier Monate nach Beginn der Impfungen an Impfstoff“, kritisiert Wimberg am Mittwoch. Jede Impfdosis verbleibe nur kurze Zeit im Impfzentrum, bis sie gespritzt werde. „Dabei ist sie aber bereits verplant und für einen Tag bestimmt, bevor sie hier eintrifft.“ Daher sei es wichtig, dass mit mehr Impfstoff deutlich schneller geimpft werde um die Pandemie
überwinden zu können, so der Landrat. An den Kapazitäten im Landkreis Cloppenburg scheitere es nicht.

Die Lage in den 3 Krankenhäusern: Zurzeit müssen laut Angaben der Kreisverwaltung 20 infizierte Patienten stationär behandelt werden - 3 weniger als am Vortag. 2 dieser Patienten liegen auf der Intensivstation. Laut Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (kurz: DIVI) muss aktuell ein Patient beatmet werden. Nach derzeitigem Stand (21. April, 12.15 Uhr) sind 17 von 23 zur Verfügung stehenden Intensivbetten belegt.

Wie bereits berichtet hat das Landesgesundheitsamt am Freitagvormittag für den Landkreis Cloppenburg eine im Vergleich zum Vortag gestiegene 7-Tage-Inzidenz von 176,9 gemeldet. Seit Beginn der Pandemie wurden im Landkreis 9853 Infektionen nachgewiesen. Aktuell stehen 1876 Einwohner des Landkreises unter amtlich angeordneter Quarantäne.

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