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Cannabis vs. Alkohol – Kein Messen mit zweierlei Maß

Thema: Cannabis-Freigabe unter Bedingungen – Dass Gesundheitsminister Karl Lauterbach bei der Legalisierung auf den Gesundheitsschutz pocht, ist richtig. Aber was ist mit Alkohol?

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Es ist gerade einmal etwa 3 Wochen her, da forderten Deutschlands Psychotherapeuten eine umgehende Verteuerung von Alkohol und die sofortige Legalisierung von Cannabis. Alkohol sei deutlich gefährlicher als Cannabis, stellte die Bundespsychotherapeutenkammer fest. Alkohol könne tödlich sein, Cannabis hingegen gelte als moderat schädliche Droge.

Dass Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) die geplante Freigabe der Droge an den Gesundheitsschutz heftet, ist zweifelsohne richtig. Die Zahl der Kiffer in Deutschland wächst stetig, und auch die Zahl derer, die – wenn auch in eher seltenen Fällen – aufgrund ihres Konsums schlimmstenfalls an einer Psychose erkranken. Eine Verharmlosung von Cannabis darf es alleine deshalb nicht geben. Und schon gar nicht darf vergessen werden, dass Cannabis-Konsum besonders bei Kindern und Jugendlichen zu Schädigungen im Hirn und zu einem Absacken der Leistungsfähigkeiten, etwa in der Schule, führen kann.

Rund 74.000 Tote durch Konsum von Alkohol pro Jahr

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Deutschlands Volksdroge Nummer 1 – der Alkohol – gesellschaftlich so anerkannt ist, wie der Kaffeeklatsch am Sonntagnachmittag. Und gerade Alkohol wird oft verharmlost, obwohl dieser viel schlimmere Dinge im Körper des Konsumenten anrichtet, als der Joint am Wochenende. Ganz zu schweigen von der höheren Bereitschaft zu Gewalt und etwa 74.000 Toten jährlich.

Ob Deutschland eine weitere legale Droge braucht, ist eindeutig diskussionswürdig. Mit zweierlei Maß zu messen, ist es allerdings auch. Im Zweifel sollte die weniger schädliche Variante siegen.

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