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Busunglück in Spreda: "Nur" eine Übung und trotzdem sehr anstrengend

Die Großübung mit 19 Verletzten am Donnerstagabend überraschte Rettungsdienst und Feuerwehr. Mit Schauspielern und unter absolut realistischen Bedingungen trainierten die Retter.

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Ein verunglückter Bus mit vielen verletzten Insassen: Die Übung sorgte auch für Adrenalinschub bei den Einsatzkräften. Foto: M. Niehues

Ein verunglückter Bus mit vielen verletzten Insassen: Die Übung sorgte auch für Adrenalinschub bei den Einsatzkräften. Foto: M. Niehues

Laute Schreie vieler Personen dringen aus dem Fahrzeug. Blutüberströmt sitzen und liegen die Menschen in einem Bus, der in den Graben gefahren ist. Durch eine eingeschlagene Seitenscheibe erfolgt der Zugang. Als die ersten Einsatzkräfte von Feuerwehr und Malteser eintreffen, ahnt niemand von ihnen, dass es sich hier um eine Übung handelt, die von einem kleinen Kreis Feuerwehrleute unter strengster Geheimhaltung vorbereitet wurde.

Am Donnerstagabend gegen 19 Uhr erreichte der Alarm der Leitstelle die Rettungskräfte der Feuerwehr und der Malteser. Zuerst wurde ein Verkehrsunfall mit vielen Verletzten gemeldet, später die Zahl der Unfallopfer auf bis zu 15 erhöht. Tatsächlich trafen die Einsatzkräfte auf ein Szenario mit 19 zum Teil lebensgefährlich verletzten Personen, die aus dem Bus und einem ebenfalls im Graben liegenden Pkw gerettet werden mussten. Alles war realistisch dargestellt. In dem von der Firma Wilmering zur Verfügung gestellten Bus befanden sich die Laiendarsteller, die zu ihrem Verletzungsbild passend geschminkt waren und sich auch so verhielten. 

Wer auf die Einsatzsituation zukam, konnte erst auf den zweiten Blick erkennen, dass alles gestellt war. Die Rettungskräfte mussten die Fahrzeuge sichern, die Verletzten bergen, für eine Erstversorgung bei einer Sammelstelle auf einem angrenzenden Hof an der Loher Straße sorgen und den Einsatz so abarbeiten, wie dies auch in der Realität von ihnen verlangt wird.

Foto: M. Niehues
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Rettungsdienstleiter: Einsatzlage war sehr anspuchsvoll

"Das war eine der größten Übungen meines Lebens", sagt dazu Oliver Peters, Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis Vechta. "Die Darsteller haben super gespielt", bestätigt er, die Einsatzlage sei "sehr anspruchsvoll" gewesen. Mit 18 Rettungswagen waren die Malteser vor Ort, im Ernstfall hätten Kräfte aus dem Nachbarlandkreis hinzukommen müssen. Auch wegen Corona, so Peters, habe es lange keine so große Übung mehr gegeben. Es sei aber wichtig, so etwas unter realistischen Bedingungen zu trainieren, um im Ernstfall nicht über Fallstricke zu stolpern. "Das war super", sagt er und spricht von einer "riesigen Motivation", die davon auf alle Beteiligten ausgehe.

Sein Lob richtet er an Langfördens Ortsbrandmeister Peter Eckhardt, der mit drei Übungsspezialisten den Einsatz vorbereitet und alle verkehrstechnischen Vorbereitungen getroffen hatte. Den sogenannten Massenanfall von Verletzten (MANV) wünsche sich im Ernstfall niemand, sagt Eckhardt, "aber wir kriegen die Routine nicht, wenn wir nicht üben". Und so habe die wichtige Übung auch gezeigt, dass bestimmte Punkte verändert werden müssen. Bei einer Nachbesprechung in der kommenden Woche soll das angegangen werden.

Firma Wilmering stellt ausrangierten Bus zur Verfügung

Dankbar ist er der Firma Wilmering für den ausrangierten Bus, der nach dem Einsatz eigentlich verschrottet werden sollte. Jetzt soll das Fahrzeug aber auch noch einmal in Wildeshausen für ein ähnliches Training genutzt werden. Eckhardt dankt auch allen, die die Übung vorbereitet haben und dafür am Tag selbst, ab 10 Uhr morgens, tätig waren, darunter die Darstellergruppe aus Cloppenburg, Visbek und Rechterfeld. Einsatzleiter war Thomas Gerken, stellvertretender Ortsbrandmeister in Langförden, der nur wenige 100 Meter vom Unfallort entfernt wohnt. Bewährt hat sich nach Eckhardts Angaben die Drohnengrupe. Mit der Wärmebildkamera aus der Luft hätten Verletzte, die sich vom Unfallort entfernt haben, aufgespürt werden können. Vorsichtshalber hätten die Feuerwehrkameraden aber die angrenzenden Flächen mit einer Menschenkette abgesucht – ganz so, wie in der Realität.

Verletzte werden geborgen und kommen zur Erstversorgung zunächst auf einen Sammelplatz. Foto: M. NiehuesVerletzte werden geborgen und kommen zur Erstversorgung zunächst auf einen Sammelplatz. Foto: M. Niehues

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