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Buslinie 585 von Damme über Vörden nach Osnabrück fährt kleines Plus ein

Unternehmer Andreas Hedemann und Beckermann-Geschäftsführer Schneider ziehen Bilanz. Und: Die Zeichen stehen auf Verlängerung.

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Insgesamt ganz zufrieden: Die Fahrgastzahlen auf der Buslinie 585 haben sich nach Angaben Andreas Hedemanns (links) und Jörg Schneiders  positiv entwickelt. Foto: Lammert

Insgesamt ganz zufrieden: Die Fahrgastzahlen auf der Buslinie 585 haben sich nach Angaben Andreas Hedemanns (links) und Jörg Schneiders  positiv entwickelt. Foto: Lammert

Auch wenn noch nicht alle Räte der an der Buslinie 585 von Damme über Vörden nach Osnabrück und zurück beteiligten Kommunen zugestimmt haben: Die Zeichen stehen auf Verlängerung der Probephase um ein Jahr. Entsprechende Signale hat es aus den Rat- und Kreishäusern gegeben. Der Vechtaer Kreistag hat bereits 70.000 Euro für das nächste Jahr beschlossen, in Damme und Neuenkirchen-Vörden haben die Finanzausschüsse Mittel in Höhe von 50.000 beziehungsweise 20. 000 Euro durchgewunken. Auch aus Wallenhorst und Bramsche habe er keine negativen Signale erhalten, sagte Jörg Schneider, Geschäftsführer des Unternehmens Beckermann Reisen in Bramsche, das zusammen mit dem Unternehmen Weser-Ems-Bus die Verkehrsgesellschaft Wallenhorst betreibt, die wiederum die Lizenznehmerin der Buslinie 585 ist.

Allerdings räumt der Geschäftsführer ein: Die Buslinie ist wegen der Corona-Pandemie und ihrer Folgen nicht so erfolgreich wie erhofft, aber auch besser als befürchtet. Am Ende der beiden ersten Jahre stehe eine "knapp schwarze Zahl". Und das, obwohl die Verkehrsgesellschaft keine Mittel aus dem Rettungsschirm des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) erhalten hatte. Die Basiszahlen für die Mittel waren die Einnahmen im Jahr 2019 gewesen. Da hatte die noch nicht umgestellte Buslinie 585 aber nur ganz geringe Einnahmen gehabt.

Die waren letztlich auch der Grund gewesen, warum die Linie im Sommer 2019 kurz vor dem Aus stand. Erst Proteste aus der Bürgerschaft führten dazu, dass sich Vertreter der Kommunen und der Verkehrsgesellschaft Wallenhorst an einen Tisch setzten, die Linie neu konzipierten und eine Testphase vereinbarten, an deren Ende eine Entscheidung über den Fortbestand der Linie fallen soll.

Vor der Pandemie waren auf einigen Strecken gleich zwei Busse unterwegs – jetzt nicht mehr

Nun hieß es, die Bilanz wäre wohl ohne Pandemie wesentlich besser ausgefallen. Denn, so berichtet der Neuenkirchener Busunternehmer Andreas Hedemann, dessen Busse auf der Linie verkehren, anfangs, im Februar 2020, war wegen der hohen Fahrgastzahlen ab Engter in Richtung Osnabrück oft noch ein zweiter vom Landkreis Osnabrück finanzierter Bus als Verstärkung unterwegs.

Der fuhr aber mit dem Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 nicht mehr, könnte jedoch bei wieder steigenden Passagierzahlen erneut zum Einsatz kommen. Andreas Hedemann sagt trotzdem mit Blick auf die Linie 585: "Sie hat sich etabliert. Das merken wir auch an den entsprechenden Anfragen."

Bei den Busnutzerzahlen warten der Neuenkirchener und Jörg Schneider unterdessen auf die Ergebnisse einer Fahrgastzählung und -befragung, die die Landkreise Osnabrück und Vechta in Auftrag gegeben hatten. Durchgeführt hatte beides die Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück.

Diese Daten wird die Verkehrsgesellschaft mit ihren eigenen abgleichen. Wie unterschiedlich die Zahlen in Monaten mit den coronabedingten Einschränkungen und den anderen Monaten ausfallen, zeigt ein Vergleich von April 2021, als der Lockdown galt, und dem vergangenen Oktober. Ohne Kinder bis zu einem Alter von 6 Jahren sowie Schülern, die eine Schülersammelkarte besitzen, zählte die Verkehrsgesellschaft im April rund 1100 Fahrgäste, was einem Durchschnitt von etwa drei pro Fahrt entspricht. Im Oktober waren es 3200 oder im Schnitt 9,5 Gäste pro Fahrt. "Das ist schon mal ein guter Wert", erklärt Jörg Schneider.

Inzwischen gibt es erste Überlegungen, an der Buslinie Veränderungen vorzunehmen

Inzwischen gibt es erste Überlegungen, an der Buslinie Veränderungen vorzunehmen. So könnte die 585 nach Worten Jörg Schneiders – die Zustimmung der Räte der beteiligten Kommunen vorausgesetzt – zu einer Landesbuslinie werden. Das würde bedeuten, dass auf der Strecke Damme-Osnabrück-Damme ein Ein-Stunden-Takt eingeführt wird, der auch sonntags gilt. Bislang gibt es von montags bis samstags einen Zwei-Stunden-Takt.

Allerdings wäre eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass sich das Land Niedersachsen an den Kosten über sein Landesbuslinien-Programm beteiligt. Dieses Programm läuft Ende des Jahres zwar aus, aber es werde ein neues mit einem leicht erhöhten Kilometergeld aufgelegt, sagt Jörg Schneider. Würden für die Buslinie 585 entsprechende Fördermittel des Landes fließen, würde das über einen Zeitraum von wahrscheinlich 5 Jahren geschehen. Die Verkehrsgesellschaft Wallenhorst wäre dann bereit, diese neue Landbuslinie noch im nächsten Jahr zu eröffnen, wenn das irgendwie möglich wäre. Denkbar wäre der Beginn des Schuljahres 2022/23. In dem Zusammenhang wäre es dann auch einfacher, das interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet Niedersachsenpark auf Neuenkirchen-Vördener und Riester Gebiet im Rahmen einiger Fahrten anzusteuern, sagt Jörg Schneider.

Zwar gibt es die Überlegungen schon seit Längerem. Doch angesichts des Zwei-Stunden-Takts rät Andreas Hedemann davon ab. Bis jetzt sei der Fahrplan des Busses für die Fahrgäste an allen Haltestellen verlässlich, da der Bus jede Haltestelle pro Fahrtrichtung alle zwei Stunden ansteuert. Das wäre dahin, wenn bei ein oder mehreren Fahrten auch der Niedersachsenpark das Ziel wäre. Dann würde es zum Beispiel in Vörden-Ort zu bestimmten Zeiten keinen Zu- oder Ausstieg geben. Und ob in dem Fall die Haltestellen im westlichen Dammer Stadtgebiet angesteuert werden könnten und zeitgleich das Ziel eingehalten werden könnte, innerhalb von 49 Minuten zum Heger Tor in Osnabrück zu gelangen, was ein wichtiger Baustein der Linie ist, sei zweifelhaft. Zudem müsse bei einer Anbindung des Niedersachsenparks der Bus auf dieser Linie früher und später verkehren, sagt Jörg Schneider.


Fakten:

  • Der Bus 585 fährt montags bis samstags zwischen Damme und Osnabrück und zurück.
  • Der erste verlässt Damme um 6.22 Uhr, die weiteren Zeiten sind 8.30, 10.30, 12.30, 14.30, 16.30 und 18.30 Uhr.
  • Die Rückfahrten in Osnabrück beginnen ab 7.30 Uhr alle zwei Stunden.
  • Ein Einzelticket kostet ab Damme bis Osnabrück und umgekehrt ab dem 1. Januar 2022 pro Fahrt 5,60 Euro, ab Vörden 5,40 Euro. Wochen- und Monatstickets kosten 44,50 und 129 Euro beziehungsweise 41,80 und 120,20 Euro.
  • Andreas Hedemann setzt in erster Linie einen Bus des Herstellers Setra mit 42 Sitz- und 35 Stehplätzen ein. Es ist ein klimatisierter Standard-Linienbus mit Niederflurtechnik.
  • Bei Bedarf kann das Unternehmen auch auf einen Bus aus dem Hause Mercedes zurückgreifen, dessen Ausstattung und Technik der des Setras entspricht.

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