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Britische Corona-Mutation jetzt in 1032 Fällen nachgewiesen

Das Cloppenburger Gesundheitsamt meldet am Mittwoch einen weiteren Todesfall, der in Zusammenhang mit einer Infektion steht. Außerdem gibt es 56 Neunfektionen.

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Symbolfoto: dpa

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Die Zahl der Todesfälle, die im Landkreis Cloppenburg in Zusammenhang mit einer Infektionen mit dem Coronavirus stehen, hat sich am Mittwoch erhöht - auf nunmehr 143. Ein weiterer Pateint ist laut Angaben des Cloppenburger Gesundheitsamtes verstorben. Wie Kreissprecher Frank Beumker am Mittwochnachmittag bestätigte, handelt es sich dabei um einen 57-jährigen Mann aus Bösel.

Darüber hinaus meldet das Cloppenburger Gesundheitsamt am Mittwoch 56 neue positive Testergebnisse aus allen 13 Städten und Gemeinden. Allein aus der Gemeinde Essen werden 10 Neuinfektionen gemeldet, 9 aus Emstek, 8 aus Cloppenburg. "Das heutige Infektionsgeschehen verteilt sich kreisweit auf Personen zwischen den Geburtsjahrgängen 1942 und 2014", berichtet Beumker. Ein Infektionsschwerpunkt sei demnach weiterhin nicht erkennbar. "Betroffen sind Schüler, Auszubildende, Hausfrauen, Arbeitnehmer aus einer Vielzahl von Branchen, Selbstständige, Arbeitssuchende und Rentner", so Beumker. Den 61 Neuinfektionen stehen gleichzeitig 71 Personen gegenüber, die seit Mittwoch als genesen gelten. Dementsprechend sinkt die Zahl der aktiven und nachgewiesenen Infektionen im Kreisgebiet auf 1095 (Vortag: 1111).

Die Lage in den 3 Krankenhäusern: Zurzeit müssen laut Angaben der Kreisverwaltung 25 infizierte Patienten stationär behandelt werden - 3 weniger als am Vortag. 5 dieser Patienten liegen auf der Intensivstation. Laut Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (kurz: DIVI) muss aktuell ein Patient beatmet werden. Nach derzeitigem Stand (14. April, 12.15 Uhr) sind 18 von 23 zur Verfügung stehenden Intensivbetten belegt.

Wie bereits berichtet hat das Landesgesundheitsamt am Montagvormittag für den Landkreis Cloppenburg eine 7-Tage-Inzidenz von 208,6 gemeldet. Das ist der dritthöchste Wert in ganz Niedersachsen. Seit Beginn der Pandemie wurden im Landkreis 9488 Infektionen nachgewiesen.

Am Mittwoch liegen außerdem 44 weitere positive Ergebnisse von Gensequenzierungen von Coronafällen im Landkreis Cloppenburg vor. Das bedeutet, dass mittlerweile in 1032 Fällen die britische Mutation B 1.1.7 nachgewiesen werden konnte. Diese Laboruntersuchungen finden entweder stichprobenartig oder bei Verdachtsmomenten des Cloppenburger Gesundheitsamtes statt. Das jetzige Ergebnis verdeutlicht, dass sich die Mutante - auch wenn es weiterhin ein relativ großes Dunkelfeld gibt - im Landkreis weiter ausbreitet.  

Weil das Ansteckungsrisiko bei der Mutante nach Einschätzung der Forschung deutlich höher ist, hat die Cloppenburger Kreisverwaltung mit einer Anpassung bei den Quarantänebestimmungen vorgenommen. Aktuell stehen 2052 Einwohner des Landkreises unter amtlich angeordneter Quarantäne. Künftig muss jede Kontaktperson eines positiv Getesteten in Quarantäne,

  • wenn sie eine Zeit länger als 10 Minuten ohne medizinische Maske mit einer positiv getesteten Person verbracht hat und einen Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten hat.
  • wenn sie eine Zeit länger als 30 Minuten zusammen mit einer positiv getesteten Person in einem nicht ausreichend belüfteten Raum (konkretes Beispiel: Auto) verbracht hat. Dann spielt es keine Rolle, ob sowohl der Positive als auch die Kontaktperson, durchgehend und korrekt eine OP- oder FFP-2-Maske getragen haben. "Es macht ab dieser Dauer keinen Unterschied mehr, ob eine medizinische Maske getragen wurde oder nicht", fügt Beumker hinzu.

Durch diese neuen Bestimmungen spielt das Tragen einer medizinische Maske (OP oder FFP2) künftig eine gewichtige Rolle, ob vom Gesundheitsamt eine Quarantäne angeordnet wird. "Die medizinische Maske ist essentiell wichtig, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren. Die Mund-Nasenbedeckung aus Stoff hat uns gut durch den vergangenen Sommer gebracht, in der medizinische Masken ein rares Gut waren", erklärt Landrat Johann Wimberg am Mittwoch. Nun seien medizinische Masken aber  "überall verfüg- und auch bezahlbar". Wer könne, soll aktuell möglichst auf Kontakte verzichten und bei notwendigen Treffen eine FFP2-Maske tragen, die Träger und Kontakt gleichermaßen schützt.

Es gibt aber nicht nur Verschärfungen, sondern auch Lockerungen bei den Quarantänebestimmungen im Landkreis Cloppenburg. Künftig müssen Kontaktpersonen von positiv Getesteten nicht mehr in Quarantäne,

  • wenn sie vor mehr als 14 Tagen ihre Zweitimpfung gegen Covid-19 erhalten haben.
  • wenn sie im PCR-Verfahren bereits einmal positiv getestet worden sind und darüber hinaus vor mehr als 14 Tagen ihre Erstimpfung erhalten haben.
  • wenn sie einen positives PCR-Testergebnis vorweisen kann, das nicht älter als sechs Monate ist.

Damit will der Landkreis "Rücksicht auf die die zunehmende Immunisierung der Bevölkerung" nehmen, wie Beumker erklärt. "Schon jetzt haben mehr als 16 Prozent unserer Bürger ihre Erstimpfung erhalten und 5 Prozent ihre Zweitimpfung. Mindestens 5 Prozent der Bürger im Landkreis wurden schon einmal positiv getestet und sind für einen gewissen Zeitraum immun", berichtet Landrat Johann Wimberg. Bislang hätten 27.706 Einwohner des Landkreises ihre Impfdosis erhalten. Bei dieser Zahl seien außerdem nicht Personen enthalten, die ihre Impfdosis von ihrem Hausarzt erhalten haben. Man gehe also davon aus, "dass die tatsächliche Zahl noch höher liegen wird", erklärt Kreissprecher Beumker.

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