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Bistum Osnabrück will Kommende Lage verkaufen

Ein Makler ist bereits mit der Suche nach einem Käufer beauftragt. Nicht betroffen ist das Pfarrhaus. Es bleibt im Besitz der örtlichen Pfarrgemeinde.

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Die Kommende Lage-Rieste mit der Wallfahrtskirche St. Johannis aus der Luft. Bild: Franziskaner-Minoriten Provinz St. Elisabeth/Pressestelle des Bistums Osnabrück

Die Kommende Lage-Rieste mit der Wallfahrtskirche St. Johannis aus der Luft. Bild: Franziskaner-Minoriten Provinz St. Elisabeth/Pressestelle des Bistums Osnabrück

Das Bistum Osnabrück will das Gebäude der Kommende Lage in Rieste verkaufen. Als Grund gab Generalvikar Ulrich Beckwermert in einer Gemeindeversammlung an, dass das Bistum die Kosten für die notwendige Sanierung des jahrhundertealten Anwesens nicht tragen könne.

Den Aufwand nur für die grundlegenden Arbeiten beziffert die Bistumsverwaltung in einer Pressemitteilung mit einem niedrigen einstelligen Millionenbetrag. „In der jetzigen finanziellen Situation des Bistums, mit diesem hohen Konsolidierungsbedarf, kann es diese zusätzlichen Ausgaben nicht stemmen“, wird Ulrich Beckwermert zitiert. Das Bistum werde nicht alle Gebäude halten und auf Dauer finanzieren können.

Die Ordensgemeinschaften verlassen die Kommende

Der Bistumsleitung sei die Entscheidung, die Kommende Lage zu verkaufen, nicht leichtgefallen – auch weil damit der Wegzug der zwei Ordensgemeinschaften verbunden sei, die derzeit noch in dem Gebäude leben. Die fünf Brüder der Franziskaner-Minoriten und die zwei Schwestern der Klarissen-Kapuzinerinnen werden in den kommenden Monaten die Kommende verlassen. Die Klarissen gehen Ende August nach Xanten. Sie waren vor 2 Jahren eingezogen. Die Mitglieder der Franziskaner-Minoriten sind seit 2021 vor Ort. Sie werden auf jeden Fall für die Wallfahrtssaison 2026 auf Lage sein, schreibt das Bistum.

Der Verkauf der Immobilie – das Gebäude der Kommende, jedoch nicht das Pfarrhaus, das im Besitz der Pfarrgemeinde bleibt – beginne umgehend. Man habe dazu eine Maklerfirma beauftragt, mit der das Bistum schon früher zusammenarbeitete.


Ein Blick in das Geschichtsbuch: Klösterliches Leben gibt es auf Lage seit Mitte des 13. Jahrhunderts, schreibt das Bistum. Weiter heißt es: Graf Otto von Tecklenburg stellte damals seinen Hof dem Johanniterorden zur Verfügung. Die „Kommende Lage“ war geboren und erlebte eine wechselvolle Geschichte, die mit der Auflösung des Klosters 1810 ein vorläufiges Ende fand. Danach wurde die Kommende unter anderem auch als Hotel genutzt, bis sie 1999 durch das Bistum Osnabrück erworben wurde. In das Anwesen zogen Nonnen des Dominikanerordens ein, die dann aber 2020 den Ort altersbedingt verließen. Seit 2021 sind die Franziskaner-Minoriten vor Ort, seit 2024 auch die zwei Schwestern aus dem Klarissen-Orden.

Bekannt ist Lage vielen Katholikinnen und Katholiken als Wallfahrtsort. Die Tradition ist etwa 800 Jahre alt. Ihr Kennzeichen ist das Tragen eines Kreuzes: Gruppen, Familien, Nachbarschaften kommen zur Kirche und tragen das alte, 135 Kilogramm schwere Kreuz um das Gotteshaus. Sie beten dabei meist für andere Menschen, die auch ein Kreuz zu tragen haben, seien es Krankheit oder eine andere schwierige Situation.

Das Bistum Osnabrück erstreckt sich von der Nordseeküste über Ostfriesland, das Emsland und das Osnabrücker Land bis nach Bremen. In ihm leben knapp 500.000 katholische Christen. Das Bistum wird geleitet von Bischof Dominicus Meier OSB.

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