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Bezahlbarer Wohnraum: Gesellschaft plant Großprojekt in Cloppenburg

Durch die Kooperation mit der katholischen Kirchengemeinde steht eine Fläche "Am Dornkamp" zur Verfügung. Hier entstehen 50 bis 70 Sozialwohnungen mit einer Maximalmiete von 5,60 Euro pro Quadratmeter

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Projektvorstellung: Hermann Schröer, Johann Wimberg und Markus Riesenbeck zeigten die Fläche im Stadtgebiet (von links). Foto: Hermes

Projektvorstellung: Hermann Schröer, Johann Wimberg und Markus Riesenbeck zeigten die Fläche im Stadtgebiet (von links). Foto: Hermes

50 bis 70 Wohnungen für Familien mit Kindern, für Senioren sowie für Menschen mit Handicap oder B-Schein plant die Wohnungsbaugesellschaft in der Stadt Cloppenburg. Die maximale Miete soll bei 5,60 Euro pro Quadratmeter liegen. "Das ist ein sehr gutes Projekt, was den Markt in der Kreisstadt entzerren wird", sagte Geschäftsführer Markus Riesenbeck bei der Vorstellung.

Das Projekt ist in 3 Bauabschnitte unterteilt und wird auf rund 8000 Quadratmetern im Bereich "Am Dornkamp" realisiert, die Gesamtkosten liegen bei 9 Millionen Euro. Die Möglichkeit ergibt sich über eine Erbpacht mit der Kirchengemeinde, die die Fläche einst geerbt hat. "Es gab einige Anfragen, wir wollten das aber nicht in den freien Markt geben", erklärte Hermann Schröer, Vorsitzender des Kirchenausschusses St. Andreas.

Zunächst muss das Gebiet nun mit einer Straße erschlossen werden, die Arbeiten sollen kurzfristig erfolgen. Die notwendigen Ausschreibungen dafür sind bereits erfolgt, in absehbarer Zeit soll mit dem Bau des Weges begonnen werden. Auf der Fläche werden in der künftigen Nachbarschaft zurzeit auch Einrichtungen der IHR-Stfitung und der Vincenzstiftung erstellt. "Das Gebiet ist dann voll ausgeschöpft", sagt Schröer.

3 Bauabschnitte hintereinander sind geplant

Wie Riesenbeck weiter erklärte, sind im ersten Abschnitt Wohnungen und Reihenhäuser für Familien geplant, im zweiten Schritt folgen seniorengerechte Einheiten. Im dritten Abschnitt soll für Menschen mit B-Schein gebaut werden. Alle Wohnungen auf der Fläche sind als öffentlich geförderte Wohnungen, die überwiegend barrierefrei und teilweise rollstuhlgerecht sind, geplant. Unter anderem sind in den 8-Parteienhäusern auch Fahrstühle geplant, zudem soll es in dem Quartier einen zentralen Platz geben. 

Für jeden Teil sind 1,5 bis 2 Jahre angedacht, sie werden hintereinander realisiert. "Wir schieben es weder auf die lange Bank, noch haben wir ein Hau-Ruck-Verfahren", erklärte Landrat Johann Wimberg, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft ist. Wimberg sprach von einem der größten Bauprojekte der vergangenen Jahrzehnte für die Gesellschaft. Man steigere den eigenen Bestand von bisher 500 Wohnungen im Kreisgebeit um mehr als 10 Prozent. "Wir engagieren uns hier sehr in der Stadt", so Wimberg, auch mit Blick auf politische Diskussionen über einen SPD-Antrag für eine städtische Baugesellschaft. "Über die Hälfte unseres Bestandes ist in Cloppenburg, dort herrscht auch der größte Bedarf", ergänzte Riesenbeck. 

"Wir haben uns bewusst keinen zu engen Zeitplan gesetzt, da wir noch weitere Projekte im Landkreis haben"Geschäftsführer Markus Riesenbeck

"Wir haben uns bewusst keinen zu engen Zeitplan gesetzt, da wir noch weitere Projekte im Landkreis haben", sagte Riesenbeck abschließend. So gebe es Planungen und Maßnahmen in Cappeln, Lastrup, Emstek, Garrel und Barßel, die kurz vor dem Baubeginn stehen. Geplant sei eine Zusammenarbeit mit örtlichen Handwerksbetrieben, um die Wertschöpfung auch in der Region zu belassen. "Grundsätzlich wollen und werden wir in allen Städten und Gemeinden weiterhin bauen und unseren Bestand an bezahlbarem Wohnraum stetig erweitern", so der Geschäftsführer.

Man arbeite eng mit den Kommunen zusammen: Einerseits, um den Bedarf zu ermitteln, andererseits, um mögliche Flächen zu beschaffen. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum gestalte sich jedoch zunehmend schwieriger. Grund sind laut Riesenbeck kontinuierlich steigende Grundstückspreise sowie explodierende Bau- und Materialkosten.

Für das Projekt in Cloppenburg haben sich bereits der Kirchenrat sowie der Aufsichtsrat der Gesellschaft ausgesprochen. Der Erbpachtvertrag, der aller Voraussicht nach über 99 Jahre läuft, muss allerdings noch abgeschlossen und vom Bischöflich-Münsterschen Offizialat (BMO) in Vechta genehmigt werden.

  • Info: Gesellschafter der Wohnungsbaugesellschaft sind der Landkreis Cloppenburg, alle Städte und Gemeinden des Landkreises sowie die Landessparkasse zu Oldenburg und bis 2018 die Bremer Landesbank, nun die Norddeutsche Landesbank. Sie wurde 1936 gegründet.

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