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BeLu hilft seit zehn Jahren in Uganda

In den zehn Jahren seit der Vereinsgründung haben Bernd Rickermann und Ludwig Wilkens mit der BeLu-Ugandahilfe eine Vielzahl von Aktionen und Projekte in Afrika durchgeführt.

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Strahlende Gesichter: Ursula Riedemann Bernd Rickermann und Leiterin Nakato im neuen Kindergarten in Kako. Fotos: BeLu-Ugandahilfe

Strahlende Gesichter: Ursula Riedemann Bernd Rickermann und Leiterin Nakato im neuen Kindergarten in Kako. Fotos: BeLu-Ugandahilfe

Den Ruhestand genießen und viel reisen: Das hatten sich Bernd Rickermann aus Ahmsen und Ludwig Wilkens aus Lorup vorgenommen. Es kam aber anders.

"Es war alles marode und ziemlich kaputt: Schule, Krankenstation und Toiletten. Es gab keine Elektrizität und kein Wasser für 2400 Kinder."

Berichtet das BeLu-Ugandahilfe-Projekt

2010 reiste Bernd Rickermann nach Uganda, um dort ein Brunnenbauprojekt des Wasserverbands Hümmling zu dokumentieren. Eine weitere Reise im gleichen Jahr, diesmal gemeinsam mit Ludwig Wilken, und die erschütternden Eindrücke, die die beiden Freunde dort sammelten, führten zur Gründung der "BeLu-Ugandahilfe". "Es war alles marode und ziemlich kaputt: Schule, Krankenstation und Toiletten. Es gab keine Elektrizität und kein Wasser für 2400 Kinder", berichten die Gründer von ihren ersten Besuchen in dem afrikanischen Land.

BeLu_Projekt: Das Bauteam der neuen Häuser mit einheimischen HelfernBeLu_Projekt: Das Bauteam der neuen Häuser mit einheimischen Helfern

Sofort nach der Rückkehr in Deutschland fingen sie an, in ihrer Umgebung Gelder und Sachspenden zu sammeln. Aus den kleinen Anfängen wurden die Aufgaben mit der Zeit immer größer. Und bald flogen sie zwei- bis dreimal im Jahr nach Uganda. Das Kernziel ihrer Hilfsorganisation ist es, Kindern und Jugendlichen in Uganda den Zugang zu Bildung zu verschaffen durch den Bau von Schulen und Kindergärten sowie die Übernahme von Patenschaften, damit eine angemessene Betreuung der Kinder möglich gemacht wird. Beide sind davon überzeugt, dass eine Verbesserung der Lebenssituation vor allem durch lokale und nachhaltige Zusammenarbeit erreicht werden kann. Daher arbeiten sie ganz gezielt in den Gemeinden Kabango, Kako und Ggoli und pflegen langjährige Kontakte und Freundschaften, um ihre Vision umzusetzen. Bei allen Projekten werden immer Menschen vor Ort geschult und ausgebildet. In den zehn Jahren seit der Vereinsgründung haben Rickermann und Wilkens eine Vielzahl von Aktionen und Projekte durchgeführt.

"Es war alles marode: Schule, Krankenstation und Toiletten. Es gab keine Elektrizität und kein Wasser".

Ludwig Wilkens, BeLu-Mitbegründer

Es begann mit dem Bau eines neuen Schulgebäudes mit zwei Klassenräumen und erstmals einem Lehrerzimmer. Derzeit kümmern sich 28 Lehrer um 2400 Schülerinnen und Schüler, die in den Schulklassen eins bis sieben unterrichtet werden. Eine Photovoltaikanlage sorgt dafür, dass in der benachbarten Krankenstation ein Kühlschrank für die Lagerung von Medikamenten betrieben werden kann. Zudem wurde ein 104 Meter tiefer Brunnen gebohrt, um den 10.000 Liter Trinkwassertank mit einer elektrischen Pumpe täglich befüllen zu können. Mit dem Zugang zu sauberem Wasser ging die Kindersterblichkeit um 60 Prozent zurück.

In Kako bauten die Bewohner mit Vereinsmitgliedern einen Kindergarten, installierten eine Photovoltaikanlage und bohrten einen Trinkwasserbrunnen. In dem Kindergarten sind jetzt 60 Kinder untergebracht und werden von einer Leiterin, zwei Erzieherinnen sowie einem Lehrer und einer Köchin versorgt. Zurzeit ist ein Küchenneubau geplant.

Zudem nahm der Verein in 2016 das Projekt „Miscanthus“ in Angriff. Vor einigen Jahrzehnten hatte Uganda noch 80 Prozent Waldbestände, die heute bis auf acht Prozent abgeholzt worden sind. Die Miscanthuspflanze wird nach der Ernte geschreddert und zu Briketts pelletiert, die für die Energiegewinnung genutzt werden. Miscanthus wird zudem für die Tierhaltung und in der Bauindustrie verwendet.

Gründeten die BeLu_Ugandahilfe vor zehn Jahren: Ludwig Wilkens (links) und Bernd Rickermann.Gründeten die BeLu_Ugandahilfe vor zehn Jahren: Ludwig Wilkens (links) und Bernd Rickermann.

Mit dem Projekt: "Windrad 2017" arbeitet BeLu aufgrund der zunehmend schlechten Wasserversorgung außerdem gemeinsam mit der Hochschule Bremen und Dr. Horst Crome, dem Verein "Green Desert" aus Hannover und Landwirten aus Lorup an einem Pilotprojekt, welches ein Modell eines simplen Windrades zur Versorgung von Wasser und Energie in Entwicklungsländern erprobt. Zwei dieser Windräder werden mit dem nächsten Container noch in diesem Jahr nach Uganda verschickt. Mit diesen Windrädern soll das Süßwasser aus dem Viktoriasee ins Landesinnere gepumpt werden, um Plantagen zu bewässern.  

Weitere Unternehmungen sind unter anderem "Das Dorf der Zukunft", für das derzeit zehn spendenfinanzierte Häuser in der Planung sind, der Neubau des Kindergartens Kabango und die Einrichtung einer Ausbildungswerkstatt für verschiedene Handwerksberufe. Hier sollen die Handwerksberufe Tischlerei, Metallbau, Elektro, Klempnerei und Bau vermittelt werden. Pro Jahr könnten je nach Ausstattung der Werkstatt insgesamt 50 Jugendliche in den Ausbildungsbereichen ausgebildet werden. In Kampala wurde zudem über die Einrichtung einer Fischfarm mit einer dort ansässigen Firma verhandelt.

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Des Weiteren sollen Partner ausgebildet werden, um weitere Projekte von der Erzdiözese Kampala aus zu gründen. Geplant ist zunächst zwei Auszubildende pro Monat zu registrieren, die aus den Gemeinden der Erzdiözese Kampala ausgewählt werden. Im weiteren Umfeld werden von diesem Projekt ca. 50 Familien profitieren. Aus den erzielten Gewinnen sollen neue Projekte finanziert und damit weitere Arbeitsplätze geschaffen werden.

"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es": Dieses Motto treibt Bernd Rickermann und Ludwig Wilkens jetzt seit zehn Jahren in ihrer ehrenamtlichen Ugandahilfe an.

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