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Aus dem historischen Ofen: Oldtimerclub Nikolausdorf backt Spekulatius

Der Verein lädt zum 1. Advent ins Buurnmuseum ein. Für das Gebäck verwendet der Bäcker Ewald Winter eine 90 Jahre alte Maschine.

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Frisch aus dem historischen Ofen: Bäcker Ewald Winter und seine Helferin Maria wissen ganz genau, wie lange ihre Spekulatius im Ofen bleiben müssen. Foto: Högemann

Frisch aus dem historischen Ofen: Bäcker Ewald Winter und seine Helferin Maria wissen ganz genau, wie lange ihre Spekulatius im Ofen bleiben müssen. Foto: Högemann

Weihnachtsduft liegt in der Luft, fleißige Bäcker holen auf der warmen Diele Brotlaibe und Spekulatius aus dem historischen Ofen, draußen demonstrieren Handwerker traditionelle Schmiede- und Holzarbeiten: Zum traditionellen Spekulatiusbacken lädt der Oldtimerclub Nikolausdorf in diesem Jahr am 1. Adventssonntag (27. November) ab 14 Uhr wieder in das "Buurnmuseum" an der Oldenburger Straße 32 in Nikolausdorf ein.

Es schmeckt nach Zimt und Sternanis, ein Hauch von Kardamom und Nelke ist auch gern dabei. Spekulatius ist in der Weihnachtszeit beliebt. Das flache, würzige Formgebäck mit verschiedenen, eingeprägten Figuren auf der Oberseite kennen wohl alle Deutschen. Das Spekulatius-Backen hat deshalb im "Buurnmuseum" langjährige Tradition. Nach einem alten Rezept werden die Spekulatius Jahr für Jahr von Bäcker Ewald Winter und seinen Helfern mit einer 90 Jahre alten Maschine gebacken und dann zum Verzehr angeboten.

Der Geschichte nach backte man Spekulatius zu Ehren des Heiligen Nikolaus, weshalb viele Motive der alten Maschine an die Nikolausgeschichte erinnern. Der Begriff "Spekulatius" stammt vom lateinischen Wort "speculum" ab, was so viel bedeutet wie Spiegelbild oder Spiegel. Früher bezeichnete man die bedruckte Seite des Gebäcks ebenfalls als "speculum". Das könnte entweder auf die Modelbretter hindeuten, die für die Herstellung verwendet wurden, oder auf den Begriff "episcorpus speculator", der ins Deutsche übersetzt so viel bedeutet wie "Bischof".

Ab dem Mittelalter zeigten Gebäckmodelle religiöse Motive

Die Verzierungstechnik, die heute zum Einsatz kommt, war schon in den ersten Hochkulturen in Ägypten, in Griechenland und am Indus bekannt. Spätestens seit dem Mittelalter war es in Klöstern üblich, kunstvolle Gebäckmodelle zu schnitzen, die religiöse Motive zeigten.

Die Oldtimerfreunde haben am 1. Adventssonntag aber auch noch andere Angebote für ihre Gäste: Brot- und Kuchenspezialitäten werden vor Ort produziert und zum Verkauf angeboten. Bei dem "Backen nach Omas Rezepten" können Besucher den Hobby-Bäckern gerne über die Schulter schauen. Außerdem wird gezeigt, wie frische Butter hergestellt wird.

Alle Leckereien können in dem beheizten Scheunen-Café bei einer Tasse Kaffee oder Tee sogleich auch genossen werden. Schmied Bernd Niegisch zeigt traditionelle Schmiedearbeiten und auch Holzschuhmacher und Drechsler sind wieder am Werk. Des Weiteren ist das Museum geöffnet und lädt zu einem Rundgang ein. Zu Gast sind außerdem einige Aussteller, die mit ihren Verkaufsständen zu einem Bummel einladen. "Wir freuen uns auf viele Besucher", sagt Vorsitzender Bernd Emke, der sich freut, dass das traditionelle Spekulatiusbacken in diesem Jahr wieder in gewohnter Manier stattfinden kann.

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