Am Anfang standen Feuerpatschen und Wassereimer
Die Freiwillige Feuerwehr Visbek blickt auf eine 150-jährige Geschichte zurück. Wie sich das Feuerlöschwesen entwickelt hat und was im Jubiläumsjahr geplant ist.
Bernd Koopmeiners | 22.01.2026
Die Freiwillige Feuerwehr Visbek blickt auf eine 150-jährige Geschichte zurück. Wie sich das Feuerlöschwesen entwickelt hat und was im Jubiläumsjahr geplant ist.
Bernd Koopmeiners | 22.01.2026

Die Freiwillige Feuerwehr Visbek eröffnete das Jubiläumsjahr „150 Jahre Brandschutz“ am frühen Samstagmorgen (17. Januar) mit einem „Hausputz“ im Feuerwehrhaus und dem Waschen der Einsatzfahrzeuge. Foto: Koopmeiners
Die Anfänge des Feuerlöschwesens waren in Visbek bescheiden. Im Brandfall war es üblich, dass die Nachbarn zum Brandort eilten, um sich dort irgendwie nützlich zu machen. Als Löschhilfe standen meistens nur wenige Feuerpatschen, Nothaken und Wassereimer zur Verfügung. Wasser gab es im Hofbrunnen, in einer „Vieh-Tränkekuhle“ oder im Dorfteich. 1876 wurde in Visbek der Brandschutz professionalisiert, und die heutige Freiwillige Feuerwehr gedenkt mit verschiedenen Veranstaltungen dem 150-jährigen Bestehen. Start war ein gründlicher „Hausputz“ am vergangenen Samstag. Bereits 1753 bestimmte der Fürstbischof von Münster, Landesherr der Ämter Vechta und Cloppenburg (Niederstift Münster), erste Feuerordnungen und Vorschriften für den Brandschutz. Im Erlass vom 21. Januar 1753 ist auch „Vißbek im Amt Vechte“ aufgeführt. 1768 wurde die Münstersche Feuerversicherung geschaffen, der alle Hausbesitzer angehören mussten. Bei Bränden war man nun zumindest materiell abgesichert. In Visbek war ab 1774 Franz Schillmöller als Nachtwächter eingesetzt. Im Brandfall sollte er die Einwohner mit seinem Brandhorn alarmieren und der Küster musste die Brandglocke läuten. Als letzter Nachtwächter wurde im Juni 1878 Gerhard Reinke eingesetzt, genannt „Lüttke Gerd“; er erhielt 120 Mark Jahreslohn, dazu acht Mark für den Nachtwächterrock. Der Nachtwächter starb am 26. Februar 1900. Das Amt wurde nicht wieder vergeben. Kirchspielvogt Gerhard Hildemann (1760-1817) hatte 1793 eine Feuerspritze für Visbek beantragt und erneut am 4. Juli 1811. Seine Feststellung lautete: „Brandgeräthschaften gibt es hier gar nicht.“ Eine neue Epoche begann am 30. Juni 1803: Das Niederstift wurde dem Herzogtum Oldenburg angegliedert. Am 23. August 1823 erließ das Amt Vechta besondere Vorschriften über „Brandgerätschaften, Abstellung feuergefährlicher Anlagen und Feuerabwendung“. Die Gebäude in der Gemeinde wurden ab 1816 bei der Landesbrandkasse Oldenburg versichert. Mit dem „Gesetz über feuerpolizeiliche Vorschriften“ vom 3. August 1876 wurde im Großherzogtum ein besserer Brandschutz angestrebt, aber auch die Zuständigkeit der Gemeinde eindeutig festgelegt. Für Visbek war die Umsetzung des Gesetzes sachlich und personell kein Problem. Auf einem Wegeplacken an der Goldenstedter Straße (bei Ludger Freese) entstand 1892 ein Spritzenhaus mit Arrestzelle. Eine funktionierende Feuerspritze war im Kirchspiel ebenso vorhanden wie ein erfahrener Spritzenmeister. Nach 47 Jahren mit einer „Pflichtfeuerwehr“ begann 1923 mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr ein neues Kapitel. Im Jahre 1936 wurde ein neues Feuerwehrgerätehaus mit Trockenturm errichtet und am 25. Juli 1937 beim Kreisfeuerwehrtag übergeben. Ein moderneres Feuerwehrhaus wurde 1976 errichtet.Großherzogtum Oldenburg regelte Zuständigkeit im Brandfall
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