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Alexander Rolfes ist neuer Diakon

3 Jahre hat seine Ausbildung gedauert. Nun wurde er von Bischof Dr. Felix Genn zum neuen Diakon geweiht. Rolfes übernimmt Aufgaben in seiner Cloppenburger Heimatpfarrei und auf Bistumsebene.

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Empfängt die Weihe durch Bischof Felix Genn: Der neue Diakon Alexander Rolfes. Foto: Bistum Münster/Pohl

Empfängt die Weihe durch Bischof Felix Genn: Der neue Diakon Alexander Rolfes. Foto: Bistum Münster/Pohl

Das Jahr 2021 endete für Alexander Rolfes (38) mit einem besonderen Erlebnis: Er wurde nach einer 3-jährigen Ausbildung von Dr. Felix Genn, Bischof von Münster, zum Diakon geweiht. "Das war natürlich ein sehr besonderer Moment für mich. Ich muss zugeben, ich war auch wirklich aufgeregt", erzählt der Cloppenburger. 

Rolfes ist Dozent an der Katholischen Akademie in Stapelfeld. Dort leitet er seit 2014 den Fachbereich Rhetorik, Kommunikation und Theaterpraxis. Zuvor hatte er an der Universität in Münster studiert, wurde Diplomtheologe und Sprechwissenschaftler.

Bei seiner Arbeit als Dozent habe er bemerkt, wie viele Menschen existenzielle Fragen zum Glauben haben – auch wenn sie bereits mit der Kirche gebrochen haben, berichtet er. "Hier werden Menschen angespült, die einen geistigen Hunger verspüren und auf der Suche sind. Und dabei häufig gar nicht wissen wonach." Mit ihnen wolle er "suchen", sagt der Cloppenburger. 

Er will eine moderne Kirche: Mit Live-Hörspielen oder Kabarett will Alexander Rolfes diie Gottesdienste reformieren. Foto: BernhardtEr will eine moderne Kirche: Mit Live-Hörspielen oder Kabarett will Alexander Rolfes diie Gottesdienste reformieren. Foto: Bernhardt

Das sei einer der Gründe gewesen, warum er habe Diakon werden wollen. Er sehe sich als Schnittstelle zwischen Kirche, Gesellschaft und der Akademie. Zusammen mit einem Freund, der ebenfalls bereits im Dienste der Kirche stand, habe er sich daher 2018 entschieden, die Ausbildung am Institut für Diakonat und pastorale Dienste (IDP) zu beginnen.

Die theologische, philosophische und spirituelle Ausbildung sei besonders durch Treffen geprägt, erzählt der 38-Jährige. Dabei gehe es insbesondere um die Klärung der Rolle des Diakons und um die Motivation für diese Arbeit.

Dazu komme die Praxis. Zum Beispiel, wie man ein Kind taufe, ein Paar segne oder Gespräche mit Menschen in der Krise führe. Im letzten Teil der Ausbildung schließlich hätten er und die anderen 5 Weihekandidaten dann auch Bischof Genn kennengelernt. Bis am Ende die Weihe bevorstand. Zuvor hatte Rolfes sich allerdings noch eine Auszeit genommen, um sich besser vorbereiten zu können. 

Seine Entscheidung traf nicht bei jedem auf Verständnis

Bei der Weihe lege der Bischof dem Empfänger die Hände auf. "Es ist eine Art Sendung", berichtet Rolfes. Zur Liturgie gehöre auch, dass er sich auf den Boden legen müsse, während die Allerheiligenlitanei, das große Bittgebet der römisch-katholischen Kirche, gesungen werde. Freunde, Familie und seine Frau seien dabei gewesen. "Das war wirklich sehr wichtig für mich." 

Da Rolfes verheiratet ist, wird er "ständiger" Diakon im Nebenberuf bleiben und als dieser Aufgaben in seiner Cloppenburger Heimatpfarrei übernehmen. Die Priesterweihe folgt nicht, auch die Akademie verlässt er nicht. Dennoch: Es sei eine öffentliche Entscheidung für die Kirche, über die er lange nachgedacht habe. Auch im Bekanntenkreis sei nicht jeder begeistert gewesen. "Noch auf dem Domplatz im Anschluss an die Feier sagte mir eine Freundin, dass die Szenen der Weihe auf sie wie totale Auslieferung gewirkt haben." "Hast Du Langeweile?", auch das sei er gefragt worden. Und, warum er sich ausgerechnet für "diesen Laden“ engagieren wolle? Bei all den Schlagzeilen der letzten Jahre? 

Rolfes will sich den Fragen der Zeit stellen

Konflikte, Spannung: Rolfes kennt die Gedanken, hat sie selbst wieder und wieder gedacht. "Ich glaube, dass viele Menschen sich heute schwertun mit Traditionen. Ich will mich da gar nicht komplett ausschließen. Die Fragen sind ja sehr berechtigt, und ich habe sie mir auch gestellt, tue dies auch immer wieder: Diese alten Rituale, diese antiquierten Rollenbilder, die Symbole und Zeichen – wie passt das alles ins Hier und Jetzt", so der 38-Jährige. Er aber wolle sich genau diesen Fragen und Herausforderungen stellen, das sei ihm wichtig. 

Er träume von neuen Formen des Gottesdienstes, mit Kabarett oder Live-Hörspielen in der Kirche. Auch die Tür zur digitalen Welt  wolle er aufstoßen. Und: "Ich freue mich sehr darauf, Paare zu segnen. Auch darauf, mich an die Seite von Menschen zu stellen, die trauern und Angehörige dabei zu begleiten, wenn es heißt, Abschied zu nehmen."

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