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40 Jahre ist es her: Damme wird zur Stadt

Der 1. Mai 1982 bedeutete für manchen Dammer die Erfüllung eines lang gehegten Traumes: Aus der Gemeinde wurde eine Stadt. Im 3. Anlauf hatte es dank des Engagements Jürgen Respondeks geklappt.

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Stadtgeschichte: Am 7. Mai 1982 vergab Innenminister Dr. Egbert Möcklinghoff (rechts) Dammes Bürgermeister Heinrich Beiderhase (Mitte) die Urkunde zur Verleihung der Stadtrechte. Unermüdlich dafür eingesetzt hatte sich zuvor Jürgen Respondek. Foto: Zurborg/Stadtmuseum Damme

Stadtgeschichte: Am 7. Mai 1982 vergab Innenminister Dr. Egbert Möcklinghoff (rechts) Dammes Bürgermeister Heinrich Beiderhase (Mitte) die Urkunde zur Verleihung der Stadtrechte. Unermüdlich dafür eingesetzt hatte sich zuvor Jürgen Respondek. Foto: Zurborg/Stadtmuseum Damme

Es war einer der wichtigsten Tage in der jüngeren Dammer Geschichte. Am 1. Mai 1982 verlieh der damalige Innenminister Niedersachsens, Dr. Egbert Möcklinghoff, der damaligen Gemeinde die Stadtrechte. Damit endete ein langer, 16 Jahre zuvor eingeschlagener Weg, nachdem das Land entsprechenden Anträgen 1966 und 1976 nicht entsprochen hatte.

Letztlich war die Verleihung der Stadtrechte wohl vor allem das Verdienst des damaligen Gemeindedirektors Jürgen Respendok, der seit 1973 in Damme tätig war. "Er hat sich sehr dafür eingesetzt", erinnert sich Franz Kraimer, der damals als stellvertretender Leiter im Bauamt gearbeitet hat. Als eine Begründung habe der damalige Gemeindedirektor angeführt, dass es der Kommune nun auch leichter fallen dürfe, bei den oberen Behörden Gehör zu finden.

"Es war für Damme eine Ehre, Stadt zu werden.“Günter Zerhusen, Kommunalpolitiker

Dem stimmt auch Dammes Ehrenbürger Günter Zerhusen, 1982 immerhin schon im 11. Jahr für die CDU Ratsherr, zu. "Es war für Damme eine Ehre, Stadt zu werden", erinnert er sich. Und: "Stadt Damme hört sich besser an als Gemeinde Damme."

Der heute 93-jährige Zerhusen sieht 40 Jahre später ganz handfeste Gründe, warum die Stadtrechte die weitere Entwicklung positiv beeinflusst haben. "Auch für die Industrie und das Gewerbe war es förderlich", weiß er aus eigener Erfahrung. Denn 1986 gründete er das Unternehmen Zerhusen Kartonagen, das sich an seinem Firmensitz in der Stadt Damme längst zu einem bedeutenden Betrieb mit rund 700 Arbeitnehmern entwickelt hat.

"Der Antrag ist auch mit höheren Zuschüssen begründet worden, die eine Stadt Damme gegenüber einer Gemeinde Damme bekommen wird."Richard gr. Klönne, Kommunalpolitiker

Warum das Land dem Dammer Antrag nicht schon 6 Jahre früher zugestimmt hat, weiß Richard gr. Klönne, von 1976 bis 2001 Mitglied des Rates, nicht. Der Rüschendorfer Christdemokrat weiß aber genau, dass seinerzeit alle Ratsmitglieder für den 3. Antrag stimmten. "Der Antrag ist auch mit höheren Zuschüssen begründet worden, die eine Stadt Damme gegenüber einer Gemeinde Damme bekommen wird", sagt er. "Da konnte doch keiner dagegen sein."

Mit einer 1982 verbreiteten Mär räumen er und Franz Kraimer aber nachträglich noch einmal auf: Der Status "Stadt" habe den Ratsmitgliedern keine höhere Aufwandsentschädigung beschert; auch die Mitarbeiter im Rathaus hätten dadurch keine höheren Bezüge bekommen.

Innerhalb kurzer Zeit feierten die Dammer zweimal

Wolfgang Friemerding, der 1981 über die FDP-Liste erstmals in den Gemeinderat eingezogen war, weiß noch, dass es seinerzeit innerhalb weniger Monate zwei große Ereignisse in Damme zu feiern gab. Denn neben der Verleihung der Stadtrechte hatte Damme noch als Gemeinde das neue Rathaus an der Mühlenstraße in Betrieb genommen.

Die Verleihung der Stadtrechte-Urkunde fand am 7. Mai 1982 im Rathaus statt. Der CDU-Politiker Dr. Möcklinghoff erklärte damals, die Menschen in einer Kleinstadt erwarteten von ihrer Kommune grundlegende Leistungen wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Art.

Respondek führt auch städtebauliche Entwicklung ins Feld

Bei der Antragstellung im Jahr 1981 hatte Jürgen Respondek nicht nur auf die gestiegene Einwohnerzahl, sondern auch auf die enorme städtebauliche Entwicklung, aber auch auf das Krankenhaus, das Jugendzentrum und das Schulsystem vor Ort inklusive des Gymnasiums hingewiesen.

Im Zusammenhang mit der baulichen Entwicklung verweist Franz Kraimer auf rund 320 Bauplätze in Damme West, die die damalige Gemeinde in den Jahren zuvor ausgewiesen hatte. Übrigens: Der Quadratmeterpreis bei einem voll erschlossenen Grundstück belief sich in dem Gebiet damals auf 19 bis 23 Deutsche Mark, also umgerechnet zwischen rund 9 und 11,50 Euro.

Kaufleute schenken der Stadt die Bürgermeisterkette

Gute Erinnerungen hat Franz Kraimer auch an die offizielle Feier am 7. Mai 1982. Nachdem der Bürgermeister Heinrich Beiderhase, damals erst wenige Monate im Amt, die Urkunde aus den Händen des Ministers entgegengenommen hatte, wartete der in dem Jahr von Werner Rolfes geleitete Handels- und Gewerbeverein mit einem besonderen Geschenk auf: Er überreichte die Bürgermeisterkette, die der Dammer Bürgermeister noch heute bei offiziellen Anlässen trägt.

Auch die Deutsche Bundespost würdigte das Ereignis seinerzeit angemessen. Sie veröffentlichte aus Anlass der Verleihung der Stadtrechte einen Sonderstempel.

Präsent der Post: Sie veröffentlichte aus Anlass der Dammer Stadtwerdung 1982 einen Sonderstempel.Präsent der Post: Sie veröffentlichte aus Anlass der Dammer Stadtwerdung 1982 einen Sonderstempel.

Der amtierende Bürgermeister Mike Otte, nach Heinrich Beiderhase, Heinrich Holtvogt, Hans-Georg Knappik und Gerd Muhle der 5. in den vergangenen 4 Jahrzehnten, erklärt mit Blick auf die Verleihung der Stadtrechte: "Es ist bemerkenswert, wie herausragend sich die Stadt Damme in den vergangenen 40 Jahren entwickelt hat. Diese Entwicklung hat in der Tat auf allen Ebenen stattgefunden."

"Es ist bemerkenswert, wie herausragend sich die Stadt Damme in den vergangenen 40 Jahren entwickelt hat."Mike Otte, Bürgermeister

In Bildungseinrichtungen und die Kinderbetreuung habe die Stadt Geld viel investiert. Zudem seien die gewerbliche Entwicklung sowie die Wohnbauentwicklung maßgeblich vorangebracht worden. "Damme ist eine Stadt geworden, in der für Menschen jeden Alters in Sachen Gesundheitsversorgung, Kultur, Sport und Naherholung vielfältige Angebote vorhanden sind", erklärt der Bürgermeister.

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