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2023 war ein Rekordjahr an der Schweger Mühle

Den außerschulischen Lernort besuchten so viele Schulklassen wie noch nie. Wie läuft eine Führung eigentlich ab?

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Ein Dinklager Wahrzeichen: Die Schweger Mühle dient auch als Lernort für Schulklassen. Foto: Freundeskreis Schweger Mühle/Schumacher

Ein Dinklager Wahrzeichen: Die Schweger Mühle dient auch als Lernort für Schulklassen. Foto: Freundeskreis Schweger Mühle/Schumacher

Die Schweger Mühle ist ein Dinklager Wahrzeichen. Wenn sich sonntags die Flügel im Wind drehen, ist es für Besucher – besonders für Kinder – immer wieder ein faszinierendes Schauspiel. Die Schweger Mühle ist die einzige Mühle im Landkreis Vechta, die wieder mit Windkraft mahlen kann. Sie präsentiert sich mit ihren Nebengebäuden Backhaus und Göpelhaus in einer reizvollen Umgebung. Ganz in der Nähe befinden sich der Getreidegarten, zwei  Fachwerksiedlungen und Bussjans Hofcafé.

Um die Unterhaltung kümmert sich der Freundeskreis Schweger Mühle. Der Arbeitsgruppe innerhalb des Heimatvereins Herrlichkeit Dinklage ist vor allem die schulische Bildung wichtig. Deshalb führen die Ehrenamtlichen des Freundeskreises Schweger Mühle seit Jahren Schulklassen durch die Gebäude und den Getreidegarten. 2023 war in dieser Hinsicht jetzt ein Rekordjahr: 748 Kinder aus 40 Klassen von 16 Schulen aus den den Landkreisen Vechta, Cloppenburg und Diepholz sowie ein Kindergarten besuchten in diesem Jahr die Schweger Mühle.

Beliebtes Ausflugsziel für Grundschüler: Hier begrüßen Landwirt Paul Arlinghaus (hinten links) und Bäcker Heinrich Klumpe (hinten rechts) eine Schulklasse. Foto: Freundeskreis Schweger Mühle  SchumacherBeliebtes Ausflugsziel für Grundschüler: Hier begrüßen Landwirt Paul Arlinghaus (hinten links) und Bäcker Heinrich Klumpe (hinten rechts) eine Schulklasse. Foto: Freundeskreis Schweger Mühle / Schumacher

"Vor der Corona-Pandemie hatten wir im Durchschnitt 30 bis 35 Schulklassen im Jahr", teilte der Freundeskreis mit. In der Pandemie waren die Auflagen sehr hoch. 2020 besuchten zum Beispiel nur elf Klassen die Schweger Mühle. Danach erreichten aber kontinuierlich wieder mehr Klassen den außerschulischen Lernort. Mit der Nachfrage in diesem Jahr hatte der Freundeskreis nicht gerechnet. An 18 Tagen im September und Oktober führten die Ehrenamtlichen über das Gelände: "Trotzdem waren wir gezwungen, vier Schulen auf das nächste Jahr zu vertrösten."

Die Schweger Mühle ist ein Lernort mit Geschichte. 1848 wurde die Mühle erbaut, seit 1962 kümmert sich der Heimatverein um die Mühle mit Nebengebäude. Seit mehr als 12 Jahren finden bei der Schweger Mühle Führungen zum Thema "Vom Korn zum Brot statt". Diese richten sich speziell an Kinder der 3. und 4. Grundschulklassen.

Landwirt und Bäcker übernehmen die Führungen

Diese Führungen, spannend und abwechslungsreich zugleich, übernehmen Paul Arlinghaus (Landwirt und ausgebildeter Freiwilliger Müller) und Heinrich Klumpe (Bäcker und ausgebildeter Freiwilliger Müller) vom Freundeskreis Schweger Mühle. Unterstützt wurden sie in diesem Jahr von Bernd Schumacher, Christoph Kustermeyer und Emily Greschner. Die Führungen starten um 9 Uhr in zwei Lerngruppen. Von 10 bis 10.30 Uhr gibt's Frühstück. Danach werden die Klassen getauscht. Die Führungen, bei denen manchmal auch das Maislabyrinth von Familie Burhorst mitgenutzt werden kann, enden um 12 Uhr. Was passiert bei den Führungen genau?

Bei Paul Arlinghaus können die Schüler mit allen Sinnen erleben, wie Getreide angebaut und geerntet wird. Auf dem Getreidefeld gibt es eine Menge zu entdecken. Zum Beispiel, dass ein gesunder Boden Heimat für unzählige Lebewesen ist. Der Getreidegarten ist ein Musterfeld mit einer Vielzahl an Getreidesorten beziehungsweise -arten. Sie werden in einzelnen, kleinen Parzellen ausgesät. Auch gibt es dort Wildkräuter und Kornblumen. Der Getreidegarten, wenige Meter von der Schweger Mühle entfernt, ist das ganze Jahr über frei zugänglich. Angelegt und gepflegt wird er von Paul Arlinghaus.

Wie wird Getreide angebaut und geerntet? Das erfahren die Schüler bei Paul Arlinghaus. Foto: Freundeskreis Schweger Mühle  SchumacherWie wird Getreide angebaut und geerntet? Das erfahren die Schüler bei Paul Arlinghaus. Foto: Freundeskreis Schweger Mühle / Schumacher

Auf seinem direkt daneben liegenden Hof zeigt Landwirt Arlinghaus den Schülern, wie das Korn, mithilfe von Dreschflegeln, aus den Ehren gedroschen wird. Mit dem so gewonnenen Futtergetreide werden die Schweine und Hühner des Hofes gefüttert. Zum Abschluss gibt es eine Fahrt mit dem roten alten Porsche-Trecker.

Bäcker Heinrich Klumpe erzählt den Kindern, wie das Leben als Müllerlehrling vor 100 Jahren war. Er erklärt an verschiedenen Modellen das Arbeitsprinzip einer Windmühle. Die Schüler dürfen und sollen auch selbst Aufgaben übernehmen. Sie erleben den Weg eines Getreidesackes durch die einzelnen Stockwerke bis zum großen Mahlstein. Dort wird der Mahlgang in Betrieb genommen. Es wird laut und staubig. Mancher mag denken, "die gute alte Zeit war keine gute alte Zeit". Kinder, die es mögen, können auch einen Getreidesack mit dem Sackaufzug in die Lüfte befördern.

Vom Korn zum Brot: Wie das funktioniert, erklärt Bäcker Heinrich Klumpe. Foto: Freundeskreis Schweger Mühle  SchumacherVom Korn zum Brot: Wie das funktioniert, erklärt Bäcker Heinrich Klumpe. Foto: Freundeskreis Schweger Mühle / Schumacher

Nach dem Malen kommt das Sieben. Auf dem Mehlboden sehen die Kinder ihr gemahlenes Mehl. Gewogen und abgesackt, wird das Mehl nun ins Backhaus gebracht. Die Kinder schüren das Feuer und bekommen anschaulich erklärt, wie der Bäcker früher das "Schwarzbrot" gebacken hat.

Der Freundeskreis Schweger Mühle hat zwei Handmühlentypen, darunter auch eine römische Legionärsmühle. Die Kinder dürfen an diesen Handmühlen eigene Erfahrungen machen. Es gibt auch eine "Begreifbar" in der Mühle. Dort können die Kinder mit allen Sinnen das Korn "begreifen".

In der neu gestalteten Bildergalerie wird über den Bau, die Restaurierung der Schweger Mühle sowie das Wirken des Freundeskreises Schweger Mühle berichtet. Auf den einzelnen Böden (Söller/Mehlboden/Steinboden) gibt es die Möglichkeit, Korn zu malen, zu wiegen, zu sieben oder Lasten zu bewegen.

  • Info: Ausführliche Informationen zur Schweger Mühle, dem Freundeskreis Schweger Mühle und Besucherangeboten gibt es unter www.schweger-muehle.de. Eine Führung für Schulklassen kostet 1,50 Euro pro Schüler.

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