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„Wo das Herz einen kleinen Sprung macht“

Maria Heseding arbeitet im Kloster. 40 Porträts, 40 Gedanken zur Heimat, das ist die Idee der OV-Serie Heimat.Los.

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Maria Heseding (61) ist Pflegedienstleiterin.

„Meine Heimat ist die Vechtaer Nachbarschaft im Heidewinkel – auch nach meinem Umzug nach Dinklage vor drei Jahren. Fast 60 Jahre lang habe ich dort gelebt, habe Freud und Leid der Menschen geteilt, die mir Sicherheit schenkten.

Meine Eltern hatten ein kleines Kolonialwarengeschäft. Dort war immer Leben. Wir Kinder gingen zur Hagener Schule. Die hatten auch meine Mutter und mein Schwiegervater schon besucht. Später lernten unsere drei Kinder dort. Auch die Schule ist deshalb für mich ein Stück Heimat – etwas, wo das Herz einen kleinen Sprung macht, wenn ich dort vorbei fahre. Heimatgefühl gibt mir aber auch mein Arbeitsplatz im Kloster Marienhain. Der Beruf hat mich geprägt und mich wachsen lassen.

Als ich heiratete, zog ich nur 100 Meter von meinem Elternhaus weg: Mein Mann Fritz und ich bauten im Garten seiner Eltern. So hatte ich alle, die ich liebte, dicht um mich herum. Als mein Mann 1996 mit nur 47 Jahren starb, blieb ich dort. Das war für mich selbstverständlich. Später pflegte ich meine Eltern und Schwiegereltern bis zu deren Tod. Ein Umzug kam für mich bis dahin nicht infrage, obwohl ich längst mit meinem heutigen Mann, Joseph Kenkel, zusammen war. Erst 2011, nach dem Tod meiner Schwiegermutter, fasste ich mir ein Herz, verkaufte die Häuser und baute mit ihm zusammen in Dinklage neu.

Es war kein leichter Schritt. Aber: „Jedem neuen Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns hilft zu leben“. Das haben wir auch zu unserem Hausspruch gemacht. Ich glaube, dass man sich Heimat neu aufbauen kann. Dafür muss man was tun. Vieles erinnert mich in meinem neuen Zuhause an die Heimat. Zum Beispiel die Zinnien im Garten. Die musste ich haben, weil sie im Garten meiner Schwiegereltern immer wunderschön blühten.

Aber noch heute stellt sich bei Besuchen im Heidewinkel sofort wieder dieses vertraute Gefühl ein. Das sitzt einfach tiefer als alles andere, wenn man sich mit den Menschen am Tisch niederlässt und einfach dort wieder anknüpft, wo man vor Jahren aufgehört hat. Heimat ist eben auch da, wo man so sein kann, wie man ist, ohne sich verstellen zu müssen."

  • Das Projekt Heimat.Los der OV und der Katholischen Akademie Stapelfeld wird von den Volksbanken, den HGVs Vechta/Damme und der Firma Cewe unterstützt.

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