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Schauspieler Ralf Bauer stellt seinen Film im Vechtaer Kino vor

In "Sem Dhul – die Wiederkehr" geht es um das Schicksal tibetischer Flüchtlinge. Für Bauer ist es das erste Mal, dass er Schauspieler, Produzent und Regisseur ist.

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Ralf Bauer im Kino Schauburg Cineworld in Vechta.    Foto: Schauburg Cineworld 

Ralf Bauer im Kino Schauburg Cineworld in Vechta.    Foto: Schauburg Cineworld 

Dass er als "Nik" in der TV-Serie "Gegen den Wind" über die Wellen surfte, ist lange her. Traumschiff, Tatort, Theater – viele Rollen haben Ralf Bauer (55) als Schauspieler bekannt gemacht. 

Wichtig war ihm in all den Jahren, sich für Geflüchtete einzusetzen. Speziell für die Rechte der Tibeter in ihrer Heimat und im Exil machte sich der Schauspieler stark. Ihnen hat er das Filmprojekt gewidmet, für das Bauer vor der Kamera stand, die Regie führte und dessen Produzent er war. „Sem Dhul – die Wiederkehr“ ist der Titel des Films, für dessen Präsentation Ralf Bauer auch nach Vechta gereist war; eine Fragestunde im Kino Schauburg Cineworld Vechta inklusive.

Der Film handelt von einem deutschen Fluchthelfer, der sich für die tibetischen Mönche in Indien einsetzt und gegen die Regierungspropaganda kämpft. Der Film, so Bauer, sei sein "Herzensprojekt". 

Die Idee für den Film kam Bauer 2014 

Alles begann in den 1990er Jahren in einem tibetischen Restaurant in Wien: Eine Begegnung dort habe sein Leben verändert, sagt Bauer. Die Besitzerin des Restaurants habe sich für tibetische Flüchtlinge eingesetzt. Von ihrem Engagement sei er begeistert gewesen. Er habe begonnen, sich mit dem Schicksal der Tibeter auseinanderzusetzen. Über ihre Lage aufzuklären und zu helfen, das habe er fortan als seine Aufgaben empfunden. Mit der Restaurantbesitzerin von damals stehe er daher noch immer in Kontakt. 

2014 sei er dann in einem Kloster des Dalai Lama gewesen. Da sei ihm die Idee kommen, über das Thema einen Unterhaltungsfilm zu drehen, der Tiefgang biete und den Menschen etwas mitgebe. "Sem Dhul – die Wiederkehr" ist nun das Ergebnis.

Der Film verbindet verschiedenen Genres 

Dass es dann 7 Jahre gedauert habe, bis der Film tatsächlich in den Kinos in Deutschland anlaufen konnte, sei der Entstehungsgeschichte des Films geschuldet. Zunächst habe sich kaum jemand von einem genreübergreifenden Mix aus Action, Drama, Dokumentation und tiefgreifender Philosophie überzeugen lassen, sagt Bauer. Er aber habe nicht aufgegeben.

Allerdings fanden sich ausschließlich private Geldgeber; Bauer eingeschlossen. Finanzielle Engpässe hätten die Produktion begleitet. Erst im Dezember 2018 habe in Indien gedreht werden können. Bemerkenswert sei, dass einige der Szenen im nordindischen Ladakh hätten gedreht werden können. Dies sei keineswegs selbstverständlich, was auf den Druck durch die chinesische Regierung zurückzuführen sei: „Tibet ist das größte Gefängnis der Welt“, beschreibt Bauer die Situation.

2019 seien die Aufnahmen dann in Sankt Peter-Ording und Hamburg fortgesetzt worden. "Aus heutiger Sicht kann ich glücklich sein, dass die Dreharbeiten im Jahr 2018 und 2019 stattgefunden haben. Mit Pandemiebeginn 2020 hätten wir den Film wahrscheinlich niemals drehen können, dann wäre die Idee irgendwann verflogen", gesteht Bauer. 

Von den Mönchen lernen

Schauspieler, Produzent, dazu dann Regisseur: "Das war ein wahres Abenteuer", so Bauer. Insgesamt drei Schnittversionen habe er angefertigt, ehe die finale Version feststand. 

Die Botschaft? Obwohl die tibetischen Mönche stark unter der chinesischen Unterdrückung leiden, könne man aus ihrer Reaktion etwas mitnehmen: "Sie haben die Weisheit, dass Kampf und Aggression nicht zielführend sind. Sie versuchen, den Frieden für sich selbst zu finden." Das habe er mühsam lernen müssen, sagt Bauer. "Die tibetischen Mönche betrachten die Welt anders: Das Gesetz von Ursache und Wirkung steht im Vordergrund, die Abhängigkeit von allem zu allen wird deutlich." 

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