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Paleface Swiss melden sich zurück: „Is it hard enough for you?“

Der Kulturtipp: Die Züricher Deathcore-Band verlässt ihre Komfortzone. Auf „Cursed“ zeigen die Schweizer ganz neue Facetten, die man von Paleface so noch nicht gesehen hat.

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Foto: Kingstar Music

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Das Musikjahr 2025 beginnt mit einem Paukenschlag: 3 Jahre nach ihrem letzten Langspieler meldet sich die Deathcore-Band „Paleface Swiss“ aus Zürich mit einem neuen Album zurück. Genretypisch geht es auf „Cursed“ fast durchgehend sehr hart zur Sache – mit der Betonung auf „fast“. Die Schweizer geben durchaus Verschnaufpausen – und die braucht man auch.

Die energiegeladene Stimme von Frontmann Marc „Zelli“ Zellweger trägt das Album. Ob brachiale Screams, Rap-Parts oder klarer Gesang – der Sänger beweist in jeder Disziplin sein Talent und verleiht der Platte eine fesselnde Lebendigkeit. Seine Stimme trägt auch dazu bei, dass der Spagat zwischen den verschiedenen Genres gelingt und Cursed eine wilde Mischung aus Deathcore, Beatdown, Hardcore und Nu Metal darstellt.

Nach einem sich aufbauenden Intro zeigen die Schweizer mit „Hatred“, wohin die Reise auf ihrem dritten Studioalbum geht: steil nach vorne. Paleface Swiss präsentieren das, wofür sie bekannt sind: Harte Sounds und die laute und aggressive Stimme von Frontmann Marc „Zelli“ Zellweger liefern ein Deathcore-Gesamtpaket.

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„Enough?“ sticht als Song hervor, der hauptsächlich aus Rap-Elementen besteht und mit seinem dreckigen Beatdown stark an Slipknot erinnert. Im Vordergrund steht eine große Frage, die Frontmann Zelli selbst formuliert: „Is it hard enough?!“, zu Deutsch: „Ist es hart genug für dich?“.

Zu Beginn des Songs herrscht allerdings erst einmal große Verwunderung: Paleface probieren sich aus, Zellweger rappt etwa anderthalb Minuten in cleanen Vocals über einen Trap-Beat. Dass sie ihre hartgesottenen Fans gut einschätzen können, zeigt ein kurzer Break („Bring back that old-school shit, c'mon let's give them what they want“, zu Deutsch: „Bringt dieses Old-School-Zeug zurück, komm, lass uns ihnen geben, was sie wollen“), nach der der seichte Rap einem Beatdown-typischen Scream-Part weicht. Jetzt ist es endlich hart genug.

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Die letzten drei Songs des Albums erzählen eine zusammenhängende Geschichte, deren Handlung sich auch dem aufgeschlossenen Hörer erst in Kombination mit dem dazugehörigen Musikvideo wirklich erschließt. Sie alle stechen aus der Masse heraus – jeder auf seine Weise.

„My Blood On Your Hands“ ist einer der interessantesten Songs auf dem Album. Die knappen 1.40 Minuten strahlen pure Wut und Verzweiflung aus – obwohl fast die Häfte des Songs aus einem A-capella-Part besteht.

Viel Text gibt es hier nicht, wie ein Mantra hämmern Paleface dem Hörer die Silben „My blood on your hands / Through my pain, I repent / I hope my death will lend / You the peace I always end“, zu Deutsch: „Mein Blut an deinen Händen / Durch meinen Schmerz bereue ich / Ich hoffe, mein Tod wird helfen / Du bist der Frieden, den ich immer beende“ um die Ohren.

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„Love Burns“, der zweite Teil der Geschichte, ist dagegen chaotisch und hart – was auch zum Inhalt des Songs passt. Es geht um die negativen Seiten einer Beziehung, die schließlich in Flammen aufgeht. Paleface erzählen von brennender Liebe, im negativsten aller Sinne. Der Track endet mit einer melodischen Facette, die den letzten Song des Albums ankündigt.

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Mit „River of Sorrows“ schließt das Album überraschend in einer ruhigen und melancholischen Stimmung. Auch hier experimentieren Paleface mit einem neuen, weicheren Sound. Die Ballade erzählt im letzten Teil der Geschichte von Betrug, Enttäuschung und Verlassenwerden.

Dabei wirken Text und Stimmung sehr persönlich, aber gleichzeitig auch sehr allgemein gehalten. Gegen Ende bricht der Song dann doch noch einmal aus – jedoch bei weitem nicht so hart, wie man es gewohnt ist. Eine willkommene Abwechslung, um das Album gebührend abzuschließen.

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Paleface Swiss haben die nächste Entwicklungsstufe erreicht. Die neue Facette, die die Schweizer auf den insgesamt neun Songs von sich zeigen, mag nicht jedem gefallen – vor allem alteingesessene Paleface-Fans tun sich teilweise schwer mit den experimentierfreudigen Songs.

Cursed macht mit seiner Abwechslung im Großen und Ganzen viel Spaß und bringt frischen Wind in das Image der Band. Sie probieren sich erfolgreich in neue Richtungen aus und verfeinern gleichzeitig ihre Kernkompetenzen. Das Warten hat sich gelohnt.

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