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Neuenkirchener Orchester begeistert bundesweit

Im Sommer hatte der Instrumental-Musikverein beim Deutschen Orchesterwettbewerb mitgemacht. Jetzt liegt die Jury-Wertung vor. Die Musiker aus dem Südkreis haben „Mit gutem Erfolg teilgenommen“.

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Das Neuenkirchener Orchester ist offen für Musiker jeden Alters. Das jüngste Mitglied ist 14; das älteste über 70 Jahre alt. Foto: Nathan Dreessen

Das Neuenkirchener Orchester ist offen für Musiker jeden Alters. Das jüngste Mitglied ist 14; das älteste über 70 Jahre alt. Foto: Nathan Dreessen

Wo sonst Kreissäge und Hammer zu hören sind, hat das Orchester des Instrumental-Musikvereins (IMV) Neuenkirchen Musik der Oberklasse gespielt. Die Halle der Zimmerei und Dachdeckerei Kurt Grefenkamp in Bieste bot den Musikern in der Corona-Pandemie nämlich eine Bühne, um am Bundesentscheid des Deutschen Orchesterwettbewerbs teilnehmen zu können. Und diese Chance nutzten die Musikmacher aus dem Südkreis – in der Kategorie "B1 – Blasorchester" erhielt das Neuenkirchener Orchester nun das Zertifikat "Mit gutem Erfolg teilgenommen" als Belohnung.

"Der Wettbewerb hat einen sehr hohen Stellenwert. Das ist vergleichbar mit einer Deutschen Meisterschaft", erklärt der Dirigent Heiko Maschmann. Obwohl die Neuenkirchener schon mehrmals Niedersachsenmeister waren, hatte der IMV erst ein Mal an dem Bundeswettbewerb teilgenommen.

Insgesamt konkurrierten die Musiker mit acht anderen Orchestern. Zwei kamen aus Niedersachsen. Denn mit dabei war auch das Sinfonische Blasorchester Wehdel. Zumeist ein harter Mitbewerber, erzählt Maschmann. Die Darbietung der Neuenkirchener habe sich hören lassen können. "Ich bin durchaus zufrieden mit dem, was wir abgeliefert haben", lobt der Dirigent.

Gemeinsame Spitze: Ganz nach dem Slogan spielten die Neuenkirchener. Monatelang konnten sie nur getrennt proben. Foto: Nathan DreessenGemeinsame Spitze: Ganz nach dem Slogan spielten die Neuenkirchener. Monatelang konnten sie nur getrennt proben. Foto: Nathan Dreessen

Selbstverständlich sei diese Leistung nicht. "Die Vorbereitung war nicht optimal", gibt Dirigent Maschmann zu. Anfang Juni wurde das Video für den Wettbewerb aufgenommen – erst im Mai hatten die Proben begonnen. Zuvor hatten die Musiker zu Hause allein geübt. Nur um die fünf Mal habe das Orchester gemeinsam üben können, berichtet Maschmann. Und das nach keinem einfachen Jahr, wo viel ausfallen musste.

Doch als es dann ernst wurde, habe es keine Probleme gegeben. Aus Hannover sei ein Vertreter des Deutschen Musikrats angereist, der das nötige technische Equipment mitbrachte, erzählt Maschmann. Als Kamera und Mikrofone standen, war Konzentration gefragt. Die Aufnahme sei wie ein echter Wettbewerb abgelaufen. Keine Wiederholung, nur eine Chance: Korrekturen oder eine Neuaufnahme seien nicht möglich gewesen. Auch die Jury habe das Video nur ein Mal gesehen – ohne Pause, wie im Wettbewerb, sagt der IMV-Dirigen.

IMV empfindet schon die Qualifikation als Ehre

Gemessen hätten sich die Neuenkirchener mit Deutschlands Granden. Heiko Maschmann geht auf das Orchester aus Wehdel ein. "Die haben einen ganz anderen Ansatz als wir." Während die Neuenkirchener auch auf Schützenfesten oder in der Kirche spielen würden, käme das für die Wehdeler kaum infrage. "Allein die Qualifikation ist schon eine große Sache", freut sich Maschmann. 

An dem Bundeswettbewerb wolle er gern erneut teilnehmen. "Das ist eine super Sache gewesen. Das spornt an", sagt Maschmann. Der nächste Auftritt ist schon in Sicht: Am Vormittag des 25. Dezember werden die Musiker im Festgottesdienst in St. Bonifatius Neuenkirchen zu hören sein; die Veranstaltung ist allerdings ausgebucht.

An Motivation mangelt es in Neuenkirchen nicht. "Wir haben alle Bock, wir haben es vermisst", teilt Maschmann mit. Im Orchester ginge es ums Zusammenspiel. "Das ist wie Magie. Jeder spielt sein Instrument und zusammen klingt es einfach." Wer sich davon überzeugen möchte, kann sich das Video des Orchesters anschauen. Es solle laut Maschmann demnächst auf der Homepage des IMV erscheinen.

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