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Mit virtuosen Läufen und gebrochenen Klängen entfachte er ein Feuerwerk am Flügel

Von Debussy bis van Grieg: Pianist Ludwig Kleinalstede hat seine Zuhörer in der Cloppenburger Stadthalle mit auf eine Reise einfühlsamer Klänge genommen. Aus "Musikbildern" wurde "Bildermusik".

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Bewies sein Können: Ludwig Kleinalstede spielte in der Cloppenburger Stadthalle. Foto: Heidkamp

Bewies sein Können: Ludwig Kleinalstede spielte in der Cloppenburger Stadthalle. Foto: Heidkamp

„Feu d´artifice – Feuerwerk“, so lautete der Titel eines Stückes von Claude Debussy, das Ludwig Kleinalstede in seinem Klavierkonzert in der Stadthalle Cloppenburg spielte. Ein Titel, der als Motto für den ganzen Auftritt hätte dienen können. Denn Ludwig, wie die meisten Besucher ihn kennen und nennen, entfachte ein wahres Feuerwerk an virtuosen Läufen, Arpeggien und gebrochenen Klängen, teils in ausladenden dynamischen Bögen, teils pianissimo getupft, nicht nur in diesem Werk, sondern durchwegs in der gesamten Palette der hoch anspruchsvollen Musikstücke.

Ausdrucksstarke Stücke erklingen durch versierte Technik

Er selbst stellte sein Programm unter die Überschrift „Musikbilder – Bildermusik“ und wies damit auf seine eigentliche Absicht hin. Denn es ging ihm nicht vordergründig um die Zurschaustellung spieltechnischer Fertigkeiten. Diese waren aber freilich notwendig, um den Zuhörenden die in der Musik verborgenen Bilder und Vorstellungen sinnfällig werden zu lassen. Mit seiner einfühlsamen und zugleich ausdrucksstarken Spielweise hat Ludwig dieses Ziel perfekt erreicht.

Dass so genannte Programm-Musik schon in der Barockzeit in Mode war, zeigte sich in „La Poule – Die Henne“ von Jean Philippe Rameau, einem Stück, das lautmalerisch in humorvoller Weise das Verhalten eines Huhnes nachempfindet. Der Schwerpunkt des Konzerts lag jedoch auf dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Ein Naturphänomen wie „Tanzender Schnee“ entfaltete sich in den wirbelnden Klängen von Claude Debussy. Die Charakterisierung einer jungen Frau erklang aus dem Ballettsatz „Julia“ von Sergej Prokoffieff.

Imaginärem Gondoliere wird „Lied ohne Worte“ in den Mund gelegt

Bekannt und doch wieder neu: Der „Hummelflug“ von Nikolai Rimsy-Korssakow, eine Fingerübung mit Verve. Zwischen unheimlicher Stimmung und lyrischen Tönen schwankte der „Marsch der Zwerge“ von Edvard Grieg. Und in der „Barcarole“ von Frédéric Chopin ließ der Pianist ein poetisches Stimmungsbild im Sechsachteltakt entstehen, worin dem imaginären Gondoliere ein „Lied ohne Worte“ in den Mund gelegt wird.

Höhepunkt der Darbietung aber war das mehrsätzige Werk „Miroirs – Spiegelbilder“ von Maurice Ravel. Hier entdeckte man eine neue, bislang unbekannte künstlerische Seite Ludwigs, denn er veranschaulichte die vier Teile „Nachtfalter, nächtlicher Spuk“, „Trauernde Vögel“, „Eine Barke im Ozean“ und „Morgenlied des Narren“ mit selbst gemalten Bildern, die von Kreativität und Talent zeugten. Sie wurden während des Vortrags projiziert, konnten aber auch im Original bewundert werden. Hier wurde der Titel des ganzen Konzerts zur Realität. Ludwig Kleinalstede beendete diesen außergewöhnlichen und beeindruckenden Klavierabend mit einer Zugabe: „Claire de lune“ von Claude Debussy – natürlich auswendig gespielt wie das ganze Konzert.

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