Mit nur drei Blicken wurden die Crackerjacks gegründet
Am Samstagabend steigt das Jubiläumskonzert der Crackerjacks zum 10-jährigen Bestehen in der Stadthalle Cloppenburg. Die Band hat viel erlebt in all den Jahren.
Bernd Götting | 08.12.2023
Am Samstagabend steigt das Jubiläumskonzert der Crackerjacks zum 10-jährigen Bestehen in der Stadthalle Cloppenburg. Die Band hat viel erlebt in all den Jahren.
Bernd Götting | 08.12.2023

Die Crackerjacks: Die Musik von Chris, Jessy und Henky (von links) bleibt auch in Zukunft bodenständig und handgemacht. Foto: Crackerjacks
Vor 10 Jahren sah die Welt für drei Musiker in Cloppenburg noch ganz anders aus: Suche nach Auftrittsorten, Bewerbungen um Termine und der Aufbau eines Repertoires standen im Vordergrund. Diese Zeiten sind vorbei: Am Samstag (9. Dezember) startet um 20 Uhr für Chris, Jessy und Henky von den Crackerjacks das Jubiläumskonzert in der Cloppenburger Stadthalle. Ein geglückter Auftritt und drei zufriedene Blicke reichten 2013, um die Band zu gründen, die mittlerweile deutschlandweit das Publikum mit ihren kreativen Neuinterpretation von Songs aus den Genres Rock, Pop, Punk, Rock 'n' Roll und Classic Rock begeistert. Unweit der Stadthalle, im "Bernays", kam das Trio mit Chris Bruns, einem Musiker aus Lastrup, Rainer Henkenborg, einem Hausmeister aus Cloppenburg und der Friseurin Jessica Movahed Fard aus Friesoythe, vor 10 Jahren zusammen. Damals waren Chris und "Henky" schon gemeinsam aktiv und fragten in der Bar in der Mühlenstraße nach einer Auftrittsmöglichkeit. Man wurde sich mit dem Wirt einig und lud "Jessy" zum Termin ein. Als an diesem Abend spontan "Dear Mr. President" von Pink gespielt werden sollte, holte man Jessy auf die Bühne – alle drei gaben ihr Bestes und tosender Beifall war die Belohnung. Verblüfft und erstaunt zugleich schaute sich das Trio an – dieser Moment war der Startpunkt für die 3er-Formation der Crackerjacks. Für ihren Erfolg mussten sie in den ersten Jahren dennoch hart arbeiten. "Wir haben Tausende von E-Mails geschrieben, Briefe mit Werbematerial gepackt und Telefonate geführt," erinnert sich Chris Bruns. Im ersten Jahr kam es zu rund 15 Auftritten, und im zweiten waren es schon 30. Die Gage war minimal, oft genug gab’s nur einen kostenlosen Schlafplatz – aber der Tourplan führte das Trio immerhin schon bis nach Cottbus, Berlin, auf die ostfriesischen Inseln und auf die Reeperbahn. Auf Norderney spielte man übrigens vor dem Traditionscafé "Milchbar" – und seit 8 Jahren werden die drei dort fest gebucht und können ganz nebenbei die schönsten Sonnenuntergänge der Insel genießen. Das vergangene Jahrzehnt hat die Crackerjacks professioneller und spielsicherer werden lassen. Dennoch gelte immer noch eine alte Regel: Wer sich verspielt, zahlt einen Fünfer in die Bandkasse, erklärt Chris Bruns. Aber die Art ihrer Musik haben sie nicht verändert. Sie ist handgemacht und ohne viel künstlichen Sound im Hintergrund. Aus einer Gitarre, einem Cajon und ihren drei Stimmen holen sie alles heraus. Und das soll auch so bleiben, auch wenn immer wieder die Nachfrage komme, einen Bassisten oder einen Sänger dazuzunehmen. "Das haben wir immer verneint, da wir so zufrieden sind, wie die Band funktioniert. Auch wenn wir drei alle menschlich ganz unterschiedlich sind, so ergänzen wir uns umso besser auf der Bühne", sind sich alle drei Crackerjacks einig. Und im Hintergrund habe jeder seine kleinen Aufgaben, die abseits der Auftritte erledigt werden müssten, damit die Organisation, Reparaturen oder die Frisur sitzen. Und obwohl die Routine inzwischen die Organisation und den Ablauf vieler Auftritte erleichtert, gab es immer wieder emotionale Höhepunkte – in jeder Hinsicht. Dazu zählen die Musiker die Auftritte bei untergehender Sonne auf Norderney, Konzerte mit Stromausfall oder die "anstrengende und harte" Produktion einer eigenen CD, die von morgens bis abends über 4 Tage ging. Unvergessen ist bis heute allerdings ein Auftritt während der Corona-Pandemie. Das war das Live-Konzert aus einem fahrenden Heißluftballon im Jahr 2020. So etwas hatte vorher noch nie eine Band verwirklicht – für alle der Höhepunkt in ihrer bisherigen musikalischen Laufbahn. Die "Reise" der Crackerjacks ging weiter und so könnte auch das Konzert in der Cloppenburger Stadthalle ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte der Cloppenburger Band werden. Motiviert sind sie auf alle Fälle: "Wir haben richtig Lust zu feiern und möchten mit den Gästen zusammen singen, klatschen, Party machen und einfach einen coolen Abend verbringen. Außerdem produzieren wir an dem Abend eine Live-CD, welche dann wahrscheinlich im Nachhinein überall zu hören sein wird", verspricht Chris Bruns den Fans. Und natürlich werden sie auch an diesem Abend Blicke austauschen, untereinander und mit dem Publikum – um zu wissen, dass alles gut ist und um ihren Fans danke zu sagen.Wer sich verspielt zahlt einen Fünfer in die Bandkasse
Konzert in luftiger Höhe bleibt in Erinnerung
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