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„Lass diesen Kelch an mir vorübergehen“

Das Team der Altenoyther Laboratorium-Gottesdienste geht am Karfreitag der Frage nach, wie persönliche Erfahrungen im Nachhinein ihre Wirkung entfalten.

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Das Laboratorium-Team mit (von links) Niklas Reinken, Sabine Orth, Gabi Tepe, Annette Jahn, Anja Lübbers und Irmgard Greten präsentiert das Symbol für den „Gottesdienst anders“ am Karfreitag. Foto: Laboratorium

Das Laboratorium-Team mit (von links) Niklas Reinken, Sabine Orth, Gabi Tepe, Annette Jahn, Anja Lübbers und Irmgard Greten präsentiert das Symbol für den „Gottesdienst anders“ am Karfreitag. Foto: Laboratorium

Manche Bibelstelle ist im Laufe der Zeit zum geflügelten Wort, zur Redewendung geworden. „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ etwa stammt ebenso aus der Bibel wie „Auf Sand gebaut“ oder „Auf Händen tragen“. Dass der Prophet im eigenen Land nichts gilt, steht schon im Matthäus-Evangelium, und den Wunsch, dass dieser Kelch vorübergehen möge, äußerte Jesus im Garten von Gethsemane. Diese Verszeile hat sich das Organisationsteam der Laboratorium-Gottesdienste für den „Gottesdienst anders“ am Karfreitag (29. März) um 21 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche Altenoythe vorgenommen.

Der Spruch drücke die Angst vor dem Kommenden aus, oft jedoch, so Gabi Tepe, eine der Organisatorinnen, „geht man aus Situationen, die man lieber vermieden hätte, gestärkt wieder raus“. Dabei komme es auch auf den Blick zurück an und auf Antworten auf die Fragen: „Was hat die Sache mit mir gemacht? Wie kann man im Nachhinein damit umgehen?“. Da würden dann Worte, die gesagt, Zeichen, die gesendet, die vollzogen wurde „immens wichtig und bekommen einen anderen Wert“.

Manche Kelche behalten ihre Stacheln, andere wirken im Rückblick banal

Um den Blick dafür zu schärfen, nimmt das Vorbereitungsteam dieses Mal die Passion aus einer anderen Perspektive in den Blick. „Wir beginnen mit dem Tod und schauen dann auf das, was davor geschah und was es noch heute für uns bedeuten kann“, erläutert Tepe. Daraus entstehe „eine aufschlussreiche
Wanderung durch das Geschehene mit Transfer in das Jetzt und Heute“, ist sie sicher.

Kelche, sagt Tepe, „gehören zum Leben“. Da gebe es welche, die ewig schmerzlich bleiben, die man nicht verarbeite, die ihre Stacheln behalten; und andere, die im Nachhinein banal wirken. Wer aber was als Kelch empfinde, bleibe jedem Einzelnen überlassen. „Das ist eine Frage der Perspektive, wir bewerten da nichts“, betont Tepe. „Aber“, schiebt sie nach, „mancher Kelch wird kleiner, wenn wir schauen, was in der Welt passiert“.

Wie immer gehört zum Laboratorium-Gottesdienst auch am Karfreitag eine musikalische Umrahmung. Sie werde diesmal, heißt es in der Vorankündigung des Teams, „ungewöhnlich und besonders“. Martin Engers hat sich der Herausforderung gestellt, die Texte und Inhalte durch den Einsatz eines Dudelsacks und anderer Instrumente zu verstärken und zu untermalen. Passion und Dudelsack – „diesen anderen Gottesdienst des Laboratorium-Teams am Karfreitag“, heißt es selbstbewusst in der Presseinformation, „sollten Sie sich wirklich nicht entgehen lassen“.

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