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Landschaft ist ein wichtiger Teil der Heimat

Werner Bömeke stammt aus dem Eichsfeld. 40 Porträts, 40 Gedanken zur Heimat, das ist die Idee der OV-Serie Heimat.Los.

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Der 75-jährige Werner Bömeke aus Lohne erzählt, was für ihn Heimat bedeutet:

„Ich bin kein Südoldenburger. Ich gehöre sozusagen zum „tautrocken Volk“. Aber ich bin in Lohne seit 45 Jahren zu Hause. Meine Heimat ist das Dorf Nesselröden im Eichsfeld. Heimat ist wohl das, was ein zehnjähriger Junge zu Fuß abmarschieren kann. Alles, was später dazu kommt, hat nicht diese Bindung. Heimat ist auch die alte Dorfkirche, in der seit Messdienerzeiten jede Fliese, jede Bank und jedes Fenster vertraut sind und in der alle Vorfahren getauft wurden, geheiratet haben und gute Worte auf dem letzten Weg mitbekommen haben. Und ja, Heimat ist heute auch der Dorffriedhof auf dem reihauf, reihab altvertraute Namen stehen. Mein Heimatdorf liegt in einem Talkessel und bis heute ist das platte Land nicht das, was mich berührt. Wenn ich auf der A7 südlich von Hannover die ersten Gebirgszüge sehe, weiß ich, dass ich der Heimat nahe bin. Ohnehin ist Landschaft ein wichtiger Teil von Heimat, so wie Geräusche und Gerüche. Gut erinnern kann ich mich an einen Moment, als ich im Dorf bei einem Ansitz über einem frisch gepflügten Feld saß und diesen Geruch aufnahm. Da war es dann, dieses Heimatgefühl. Als Jäger kann ich nur jedem raten, seine Heimat zu erwandern.

Wenn ich heute nach Hause fahre, ist das nicht mehr mein Dorf. Zu viel hat sich verändert. Es riecht und klingt nicht mehr so wie früher. Mein Lebensweg hat mich an immer andere Wohnorte geführt. Heimatlos habe ich mich dabei nie gefühlt, dafür bin ich viel zu neugierig auf Menschen, frei nach Torfrock: „Wat für’n Volk wohnt da wohl achtern Priel?“.

Vieles war zufällig. Aber Lohne habe ich mir ausgesucht. Die Stadt steht mit beiden Füßen auf der Erde. Und wenn mich als ehemaligen Lehrer auf der Straße ein früherer Schüler anspricht, wenn es heißt „Alter, Du lebst ja noch!“, dann fühle ich mich zu Hause. Wenn man mich heute nach einem Flecken fragt, den ich an Lohne besonders mag, dann ist das eine Stelle in Südlohne, nahe den Kokenger Bergen, ein Buchenwäldchen. Wenn ich da stehe, fühle ich mich meinem Zuhause so verbunden, dass ich manchmal denke, genau an der Stelle könnte man mich auch irgendwann beerdigen.“

  • Das Projekt Heimat.Los der OV und der Katholischen Akademie Stapelfeld wird von den Volksbanken, den HGVs Vechta/Damme und der Firma Cewe unterstützt.

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