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„Kaputt für immer“: „Vinta“ legen den Finger in die Wunde

Der Kulturtipp: Der Name des Debütalbums der Kölner Band hält, was er verspricht.

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Foto: Celine de Groot

Foto: Celine de Groot

Der Versuch, den facettenreichen Sound von „Vinta“ in wenigen Worten zu beschreiben, ist nicht einfach. Die Kölner selbst sprechen von „hartem und modern produzierten Sound, den man ähnlich von Bands wie Architects, Bring Me the Horizon oder Dayseeker kennt“. Der entscheidende Unterschied? Vinta setzen auf deutsche Texte. Damit wollen sie greifbarer sein – und ein besonderes Ausrufezeichen in der Szene setzen.

Das ist ihnen mit ihrem Debütalbum „Kaputt für immer“ eindeutig gelungen. Mit dem ersten Song „schon okay“ zeigen die Kölner gleich, was sie alles im Repertoire haben. Der Song beginnt ruhig, baut sich zwischendurch kurz auf und wieder ab – nur, um am Ende in einem emotionalen Breakdown die ganze angestaute Energie auf einmal rauszulassen.

Laute Shouts untermalen die modernen, harten Klänge ebenso wie die Botschaft des Songs: Es geht darum, verlassen zu werden, mit Zurückweisung umzugehen und sich selbst etwas vorzumachen. Sich einzureden, dass es „schon okay“ ist – obwohl man körperlich und seelisch leidet.

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Auf das Verlassenwerden folgt das Alleinsein. Darum geht es bei „allein“. Darum, die Dinge aus den Augen zu verlieren, weil man sich allein durchkämpfen muss – ob man will oder nicht. Auch hier gibt es eine leise Hoffnung: „Irgendwie muss es doch weitergehen“.

Und spätestens nach ein paar Songs fällt auf: Der eingangs von der Band selber aufgestellte Vergleich zu Bands wie „Architects“ ist mehr als akkurat: Eine Mischung aus wuchtigen Breakdowns trifft auf emotionale Shouts und atmosphärische, ruhigere Passagen. Dabei bleibt der Sound modern und energiegeladen, während die deutschen Texte eine nahbarere Dimension einbringen.

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„Gift“ ist der Höhepunkt des Albums. Zusammen mit Jules Mitch, der Frontfrau von Setyøursails, zeigen die Kölner ihre ganze Energie. Einem langsamen Aufbau folgt ein energiegeladener Refrain – und im zweiten Teil knallt es dann gewaltig.

Jules Mitch liefert hier den härtesten Part des Albums. Sie erzählt von giftigen Menschen, und dass sie Abstand von ihnen braucht – den sie schlussendlich auch zu bekommen scheint.

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Vergleichsweise ruhig geht es auf „Kopf zu laut“ zu. Vinta behandeln die düsteren Themen rund um das Chaos im eigenen Kopf und den inneren Kampf mit sich selbst in einem poppig anmutenden Klangbild. Vinta geben sich stellenweise vorsichtig optimistisch: So heißt es in der Bridge „Alles wird gut“. Durch das vorangestellte „Ich lüge mich an“ bleibt jedoch unklar, ob es sich bei dieser Aussage nicht um kaum mehr als den verzweifelten Versuch handelt, sich das selbst einzureden.

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Ein ähnlicher musikalischer Anklang erfolgt in „Du fragst nicht mehr“. Auch der Aufbau passt in das Schema des Albums: Auf einen seichten Einstieg folgt ein energischer Refrain, der in einen rauen Breakdown mündet. Inhaltlich beschäftigt sich Vinta hier mit Veränderung und Akzeptanzproblemen.

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Der Song „Kaputt für immer“ schließt das Album zusammenfassend ab. Hier sprechen Vinta noch einmal alle möglichen Themen rund um Einsamkeit, Selbstzweifel, Unwissenheit und Angst – aber auch Akzeptanz – an. Es steht außer Frage, dass man „für immer gebrochen“ ist. Damit beginnt die Suche nach jemandem, „der mich reparieren kann“. Die Option, sich selbst zu reparieren, kommt jedoch nicht infrage.

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Thematisch gehen die Songs alle in eine ähnliche Richtung, es gibt wenig Abwechslung. Auf „Kaputt für immer“ beschäftigen sich Vinta mit Sehnsucht, Angst, Vermissen, Kriegen im eigenen Kopf und vor allem mit Abhängigkeit. Sie machen ihr Glück von anderen abhängig. Musikalisch wird das vor allem durch die verzweifelten, lauten Shouts, die wilden Gitarrenparts und die ruhigen, resignierten Gesangsparts deutlich.

Es muss nicht jedem gefallen, dass Vinta auf „Kaputt für immer“ inhaltlich und auch vom Aufbau der Songs eher in eine Richtung gehen. Man könnte meinen, dass etwas Abwechslung dem Album sicher nicht geschadet hätte – man könnte aber auch meinen, dass gerade diese Monothematik dem Album gutgetan hat. So stehen alle Songs unter dem titelgebenden Motto und alle Songs sind diesem Motto wie auf den Leib geschneidert. „Kaputt für immer“ steht drauf, „kaputt für immer“ ist auch drin.

So oder so haben Vinta mit ihrem Album ein starkes Debüt abgeliefert, sodass man sie als Szene-Fan auf jeden Fall auf dem Zettel haben sollte.

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