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Hof brennt nach Beschuss nieder

Der Quatmannshof im Museumsdorf Cloppenburg wurde in der Nachkriegszeit mit Spenden wieder aufgebaut. Zuvor hatte der Museumsgründer um die Übernahme gekämpft.

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War abgebrannt: Der Quatmannshof wurde im Museumsdorf nach Zeichnungen wieder neu aufgebaut. Foto: Hermes

War abgebrannt: Der Quatmannshof wurde im Museumsdorf nach Zeichnungen wieder neu aufgebaut. Foto: Hermes

45 Meter lang und 15 Meter breit: Mit dem Quatmannshof steht das damals größte Fachwerk-Bauernhaus des Oldenburger Münsterlandes im Museumsdorf. Unter anderem sind rund 200 Kubikmeter Holz verbaut.

„Das Haus wurde von 1803 bis 1806 gebaut“, erklärt Dr. Michael Schimek, stellvertretender Museumsdirektor und Leiter der bauhistorischen Abteilung. Den Überlieferungen zufolge seien sich die Bauherren und die Zimmerleute nicht immer einig gewesen. So hatte auch Frau Quatmann gewisse Ansprüche an das Gebäude. „So bauen wir jetzt, nur noch etwas besser“, soll eines ihrer Zitate gewesen sein.

Die Architektur mit Raster-Fachwerk sowie die Materialien zeigen laut Schimek einen Wohlstand an. „Das hat damals schon etwas repräsentiert“, so Schimek.

Familie Quatmann hat 112 Hektar bewirtschaftet

Die Familie Quatmann hat von diesem Hof aus 112 Hektar Land bewirtschaftet. Der Bau sei auch ein positives und selbstsicheres Signal in die Zukunft gewesen. Über 100 Jahre lang haben sie damit den Lebensunterhalt verdient, bis Museumsdorf-Gründer Heinrich Ottenjann auf den Hof aufmerksam geworden war.

Gegen die Planungen einer Übernahme regte sich Widerstand bei einigen Oberen des Nationalsozialismus. „Aufgrund ihrer Blut- und Boden-Ideologie waren einige gegen das Versetzen des Gebäudes. Sie befürchteten, dass damit Werte verloren gehen“, erklärt der stellvertretende Museumsdirektor. Ottenjann dürfte in diesen Tagen durchaus schlaflose Nächte gehabt haben.

Mit einer Entscheidung aus Oldenburg wurde dem Ab- und Wiederaufbau jedoch zugestimmt. „Es ist der Grundstock und der Höhepunkt des Museums“, sagt Schimek. Dieser überlebte die letzten Kriegstage allerdings nicht. Nach einem Beschuss war der Quatmannshof bis auf die Grundmauern abgebrannt, auch weitere Museumsobjekte standen darin.

Zeichnungen vom Hof helfen beim Aufbau

„Heinrich Ottenjann ließ sich aber nicht unterkriegen und hat das Museum immer vor Begehrlichkeiten geschützt“, sagt Schimek. Zu seinem Glück habe es Zeichnungen des Hofes gegeben. Nach einigem Hin und Her stand schließlich in den 50er-Jahren der Entschluss, den Hof wieder aufzubauen.

Neun Jahre später war das werk vollendet. Landwirte hatten trotz anderer Sorgen in der Nachkriegszeit Holz gespendet, auch das Land und Kommunen seien mit eingestiegen. „Somit steht heute hier sozusagen die Kopie des Hofes und das gehört auch zur Geschichte des Gebäudes“, sagt Schimek.

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