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"Hallo erstmal"... Witzig geht anders

Der Auftritt von "Slow-Comedian" Rüdiger Hoffmann in der Cloppenburger Stadthalle ging gewaltig in die Hose. Bereits zur Pause verließen einige Zuschauer die Show.

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Wirklich "Alles mega"?: Mit seinem neuen Bühnenprogramm ist Rüdiger Hoffmann in der Stadthalle aufgetreten. Foto: Heidkamp

Wirklich "Alles mega"?: Mit seinem neuen Bühnenprogramm ist Rüdiger Hoffmann in der Stadthalle aufgetreten. Foto: Heidkamp

Drei Anläufe benötigte Comedian Rüdiger Hoffmann, um mit seinem Programm "Alles Mega – Gut ist nicht gut genug" in Cloppenburg auf der Bühne zu stehen. Schuld daran war oder ist – natürlich – Corona. 

Beibehalten hat Hoffmann seine Begrüßungsformel. "Ja, hallo erst mal", raunte Rüdiger Hoffmann wie gewohnt mit tiefer Stimme seinem Publikum in der Cloppenburger Stadthalle entgegen. "Ich weiß nicht, ob Sie's wussten, aber ich freue mich total, heute Abend in Cloppenburg zu sein." Zwei Sätze, ohne die der Comedian scheinbar nicht mehr auskommt und das Publikum locker machen soll.

Weit gefehlt – hatte er bei seinen früheren Auftritten die Stadthalle noch komplett gefüllt, waren es nur 315 Besucherinnen und Besucher, die den "Godfather of Slow-Comedy" live erleben wollten. Und sie waren am Ende doch weitgehend enttäuscht, einige verließen bereits vor der Pause die Stadthalle. Und das lag vor allem daran, dass Hoffmann sich wohl selbst überschätzte.

Comedian langweilt Publikum mit faden und schlechten Witzen

"Alles mega, es läuft", beschrieb er seine – oder eine – Lebenssituation. Zusammen mit seiner Freundin habe er mit einem Besuch in einem Swinger-Club sein eingeschlafenes Sexleben wieder in Schwung bringen wollen. Das Publikum erfuhr, wie sich die Freundin scheinbar ausgiebig amüsierte. Und wie er – mit roten Ferrari-Socken und einem String-Tanga bekleidet – sein Bier genoss, Nudelsalat vom Buffet futterte und ein Formel-1 Rennen ansah.

Nur selten wurde gelacht oder geklatscht. Vielmehr fanden den Vortrag viele peinlich, so schien es zumindest. Geschmacklos auch Hoffmanns Ausführungen über ein "nachhaltiges Leben": "Neulich habe ich einen Hasen überfahren. Viele fahren ja weiter – aber mit Rosmarin war der ganz lecker. Unseren Gästen hat es geschmeckt."

"Der Abend mit Rüdiger Hoffmann hat sich eher nicht gelohnt"

Auch nach der Pause ging es im gleichen Stil mit Peinlichkeiten weiter. Das Gesicht seines pubertierenden Sohnes beschrieb er als eine Pizza-Funghi mit extra Käse. Da kann der Zuschauer das Kopfkino überhaupt nicht mehr ausschalten.

Auch gar nicht bei der Bettwäsche des Sprösslings, die an einigen Stellen härter sei als ein gestärktes Hemd. Hoffmanns Ausführungen über die Fettleibigkeit einer Bekannten oder sein Bericht vom Pärchen-Urlaub mit Torben und Grit brachte das Publikum nicht in Stimmung. Und am Ende werden sich wohl nicht wenige Besucher gesagt haben: "Der Abend mit Rüdiger Hoffmann hat sich eher nicht gelohnt."

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