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Grunge-Grafiken und Filz bannen Besucher in Steinfeld

Mechtildis Köder und Laurenz Bick stellen in der Kleinen Steinfelder Galerie aus. Beide haben ein Beziehung zur hiesigen Region.

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Hingucker: Grafiken von Laurenz Bick in der Kleinen Galerie Steinfeld. Foto: Brauns-Bömermann

Hingucker: Grafiken von Laurenz Bick in der Kleinen Galerie Steinfeld. Foto: Brauns-Bömermann

Geruchsfreier Latexdruck auf PVC-freiem Tapetenvlies. Klingt so die Kunst der Zukunft? Vielleicht. Wolle, Seide, Leinen und Teebeutel. Auch möglich. Die Mischung der Materialien, die die Künstler Laurenz Bick und Mechtildis Köder verwenden, besticht. Die Hängung im Garten und den Galerieräumen der Kleinen Steinfelder Galerie von Ute und David Beavan auch. In Summe: ein Ort für Kunst, Kunst-Ort und Kunstoase zum Auftanken.

Laurenz Bick, erfolgreicher Fußball-Shooting-Star aus Hunteburg, auch für den Falke Steinfeld im Einsatz, geht nach Krefeld und studiert Design, anstatt seine Füße zu Gold zu machen. Seine Füße sind immer noch vielfarbig gewandet zur Vernissage, seine rund 90 Grunge-Grafiken nach Farben sortiert. Damit „plakatiert“ er die zwei Räume in der Kleinen Galerie. Minutenlang stehen die Menschen vor den verfremdeten Portraits, die jeden auf die Folter spannen. „Den oder die kenne ich, aber wer ist das?“. Darin liegt die Kunst von Bick: Im Wegnehmen, statt auftragen. Das ist seine Druckgrafik.

Bick lebt und arbeitet in Krefeld, designet Tapeten im Stil des Art-Deco bis in die Wirtschaftswunderjahre mit Attitude des fortgeschrittenen Millenniums und hat große Distributoren in ganz Europa als Kunden. Und so kann er gar nicht anders als „Bick“ zu denken, wenn er nur wenige Wände zur Ausstellung zur Verfügung hat. Einen Tipp, wo Bick als Baby-Boomer einzuordnen ist, gibt Hans Tepe (Damme/Berlin): „Er passt zu Nevil Brodys Dunstkreis.“ Neville Brody, 1957, steht für unkonventionelle Grafik mit Punk-Einfluss. In seiner Laudatio erinnerte Bicks ehemaliger Studienkollege Reinhold Janowitz sich, wie sie gemeinsam 7 Jahre von 1996 bis 2002 „den grafischen Auftritt des European Media Art Festivals in Osnabrück verantworteten“. Bick lehnt sich an den Musikstil Grunge und seiner nachgesagt hässlichen Ästhetik an und entfärbt mit den meisten seiner Arbeiten das Multicolor in gepixelte Einzelfarben.

Mechtildis Köder stammt aus Neresheim. Auch bei ihr verändert sich das Ausgangsmaterial Schafswolle durch die Bearbeitung. Gefilzte Spinnennetze, Blattmotive oder Filzbahnen, die im Wind wehen, das ist die Ruhe, die sie in dem Material findet. Sie hat Sprachen, Erziehungswissenschaft, Textiles Gestalten und Gestaltendes Werken in Freiburg, Zürich und Osnabrück studiert. Sie arbeitet in ihrem Atelier in Rieste und ist Vorsitzende des Bramscher Kunstvereins.

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