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Ein Leser lebt tausend Leben

Kolumne: Generation Z zeigt's Ihnen – Mein Ziel ist es, öfter Bücher zu lesen. Doch das ist nicht so leicht, wenn ich das schnelle und sich stetig ändernde Internet gewohnt bin.

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"Es war die beste aller Zeiten, es war die schlimmste aller Zeiten." Na, wer erkennt's? Es ist faszinierend, dass Charles Dickens mit diesen Worten aus 1859 auch das Jahr 2022 noch beschreibt. Der Einleitungssatz aus seinem Buch "Eine Geschichte aus zwei Städten" ist so effektiv, wie nur wenige Einführungen – ich weiß sofort: Es geht um Gegensätze – und will weiterlesen.

Ich hatte mir vorgenommen, wieder öfter zum Buch zu greifen. Ganz so einfach war das nicht. An sich lese ich den ganzen Tag – Nachrichten, Instagram-Posts, lustige Blogeinträge – ein ganzes Buch ist aber eine wahre Hürde. Vor allem, wenn meine Aufmerksamkeitsspanne von Netflix verprügelt und von TikTok dann endgültig getötet wurde. So schön es auch ist, ein neues Buch in der Hand zu haben, einen warmen Tee in der anderen – die Realität sieht eher so aus, dass es mir schwerfällt, meine ganze Aufmerksamkeit auf ein Buch zu richten und dort zu halten.

Also gewöhne ich mir das Lesen neu an. Wir haben so viele Möglichkeiten wie noch nie. Lesen war praktisch nie leichter und zugänglicher. Allein auf YouTube gibt es tausende Audiobücher, in Bibliotheken noch viel mehr physische Lektüre. So hat es mich nicht überrascht, dass das Hobby in der Pandemie beliebter geworden ist. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK hat Lesen in der Corona-Zeit einen Aufschwung erlebt. Im Jahr 2020 griffen 25 Prozent der Leser und Leserinnen häufiger zum Buch als vor der Pandemie.

"An sich lese ich den ganzen Tag – Nachrichten, Instagram-Posts, lustige Blogeinträge – ein ganzes Buch ist aber eine wahre Hürde."Ella Wenzel

Generell habe ich das Gefühl, dass Bücher ewig sind. Schallplatte, DVD und VHS-Kassette können nur von der immerwährenden Beliebtheit des Buches träumen. Natürlich entwickelt sich auch der Buchmarkt weiter – mehr Menschen lesen online – doch ich war noch nie in einer leeren Buchhandlung. Pro Jahr werden allein in Deutschland 69.200 Bücher herausgebracht. Und jedes Jahr zeigt sich: Sei das alternative Angebot noch so groß, Leser und Leserinnen lieben die physischen Kopien. Wer liebt nicht den Geruch eines neuen Buches?! Es gibt einen Grund dafür, dass Duftkerzen verkauft werden, die ihn nachahmen sollen.

Selbst wenn gerade kein richtiges Buch zur Hand ist, bieten Online-Bibliotheken Möglichkeiten, die Welt des geschriebenen Wortes zu erkunden. Ich selbst habe ein Abonnement bei einem solchen Angebot. Und das zeigt Erfolg: Mittlerweile lese ich wieder fast täglich – am Handy. Oder im Auto: Audiobücher machen es möglich. Und zwischen Narnia und dem Restaurant am Ende der Galaxie habe ich mich daran erinnert, wieso ich früher so gerne gelesen habe.

„Ein Leser lebt tausend Leben, bevor er stirbt“, schreibt George R. R. Martin. "Jemand, der nicht liest, nur eins." Meine Empfehlung ist daher: Greifen Sie zum Buch, tauchen Sie ein in ein neues Leben!"


Zur Person:

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