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Drei lokale Künstler stellen Fotografien in Steinfeld aus

Noch bis zum 1. Oktober können sich Interessierte die Bilder in der Kleinen Steinfelder Galerie anschauen. Laudator Willi Rolfes findet die Fotos vor allem authentisch.

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Laudatio: Galerist David Beavan mit den drei ausstellenden Künstlern. Foto: Brauns-Bömermann

Laudatio: Galerist David Beavan mit den drei ausstellenden Künstlern. Foto: Brauns-Bömermann

„Brauchen wir noch mehr Bilder?“: Diese Frage stellte Laudator Willi Rolfes am Freitag (18. August) in der Kleinen Steinfelder Galerie im Rahmen der Eröffnung der neuen Ausstellung. Ab sofort hängen 120 Fotografien der drei Künstler Melanie Borgmann (Holdorf), Stefanie Kohorst (Vechta) und Bernhard Ahrnsen (Steinfeld) in der Steinfelder Galerie. Sie stehen unter dem Titel „Lichtbilder der Region, von umzu und von weit her“.

Für den renommierten Naturfotografen Rolfes besteht kein Zweifel daran, dass die Fotografie als Medium der Kunst anerkannt ist. Aber nicht die Anmutung des Malerischen sei es, sondern die Fähigkeit guter Fotografien, dass sie den Betrachter staunen lassen. Das spricht er den Werken der drei sehr unterschiedlichen Fotografen zu. Genauso wichtig sei, dass die Bilder ins Auge des Betrachters finden.

Zurück zu seiner Frage, ob es noch mehr Bilder in der digitalen Welt braucht – schließlich werden alleine auf Instagram 95 Millionen Bilder pro Tag hochgeladen. Sei da nicht jede Stadt, jede Landschaft, jedes Detail schon fotografiert worden? Seine Antwort ist: „Wir brauchen noch mehr Bilder, wenn gewisse Kriterien erfüllt sind.“

Fotografie regt Fantasie an

Für Rolfes ist eine Fotografie viel mehr als eine Informationsquelle. „Eine gute Fotografie lädt zu Entdeckungen ein, sie erweitert den Horizont, regt die Fantasie an und verrät den persönlichen Blickwinkel des Fotografen“.

Rolfes hat zu den Bildern der drei lokalen Fotografen eine klare Meinung: „Die Arbeiten dieser Ausstellung sind nicht seelenlos, sie sind authentisch.“ In seinem Hinterkopf klebt dabei das Zitat des romantischen Malers Caspar David Friedrich, der mahnte: „Der Maler soll nicht bloß malen, was er vor sich sieht, sondern auch, was er in sich sieht. Sieht er aber nichts in sich, so unterlasse er auch zu malen, was er vor sich sieht.“

Lassen die Bilder auf sich wirken: Gäste staunen über die Fotografien der Künstler. Foto: Brauns-BömermannLassen die Bilder auf sich wirken: Gäste staunen über die Fotografien der Künstler. Foto: Brauns-Bömermann

"Fotografieren heißt Bedeutung schenken"

Rolfes sieht sich auch ein Stück als Mahner, wie mit Bildern umzugehen ist. „Bilder sind mächtige Botschaften, die komplexe Sachverhalte verdichten. Verantwortungsvolle Fotografie nutzt die Motive nicht nur als Objekt“, so der Fotograf. „Fotografieren heißt Bedeutung schenken.“

Nach Rolfes Meinung ist das Melanie Borgmann, Stephanie Kohorst und Bernhard Ahrnsen gelungen. Ihre Fotografien erzählen laut Rolfes von der Würde, dem Geheimnis, der Schönheit und dem Schutzbedürfnis der Motive.

Borgmann schreibt er die Stärke zu, im Alltäglichen, das Besondere herauszuarbeiten und dabei die Kraft des Augenblicks zu nutzen. Bei Kohorst überwiege der minimalistische Arbeitsstil, der dem Unscheinbaren die Bedeutung verleiht. Ahrnsen forciere die Fotografie als bedeutsames Kommunikationsmittel.

  • Info: Die Ausstellung ist noch bis zum 1. Oktober in der Kleinen Steinfelder Galerie zu sehen.

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