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Die Schneepatrouille, die uns aus der Lawine des Lebens zieht

Der Kulturtipp: Die Band Snow Patrol läuft trotz 20 Millionen verkaufter Alben oft unterm Radar. Vielleicht ist gerade das ihr Erfolgsrezept. Am 13. September erscheint das neue Album.

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Gary Lightbody, Sänger der britischen Rockband „Snow Patrol“, steht beim Open-Air-Festival „Rock im Park“ auf der Bühne. Die Band veröffentlicht am 13. September ihr neues Album „The Forest Is The Path“ Foto: dpa/Karmann

Gary Lightbody, Sänger der britischen Rockband „Snow Patrol“, steht beim Open-Air-Festival „Rock im Park“ auf der Bühne. Die Band veröffentlicht am 13. September ihr neues Album „The Forest Is The Path“ Foto: dpa/Karmann

Sie gilt als eine der bekanntesten unbekanntesten Bands überhaupt: „Snow Patrol“ – zu Deutsch: die Schneepatrouille. Und das, obwohl die Musiker um Sänger Gary Lightbody weltweit 20 Millionen Alben verkauft haben. Womöglich tarnen sich die Nordiren nur gut genug im ewigen Eis vorm Spotlight, das das Eis zum Schmelzen bringt.

Apropos: Wie man Herzen zum Schmelzen bringt, hat „die Schneepatrouille“ mit ihrem Jahrhundert-Song „Chasing Cars“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Der Track verschaffte den musikalischen Softies vorübergehend Berühmtheit. Dabei erzählt er eine traurige Geschichte aus dem Leben des Sängers Gary Lightbody, der einer Jugendliebe – wie ein Hund einem Auto – vergeblich hinterherrannte.

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Ganz so aussichtslos wie die oben genannte Metapher war und ist die Zukunft der Band nicht. Im Gegenteil: Am 13. September veröffentlicht Snow Patrol das neue Album „The Forest Is The Path“ – der Wald ist der Weg.

Auch wenn man diesen vor lauter Bäumen manchmal nicht sehen könne, sei es notwendig, das Dickicht zu durchschreiten. Sich dabei verloren zu fühlen, sei völlig okay, findet Sänger Gary Lightbody. Manchmal müsse kein Ausweg gesucht, sondern nur das Hier und Jetzt – so, wie es ist – akzeptiert werden.

Die Auffassungen Lightbodys zeugen nicht von bloßer Lektüre, sondern sind gewissermaßen eine Art Seelen-Striptease. Oft genug fühlte sich der Frontmann der Band verloren: In frühen Jahren entwickelte er eine Alkoholsucht. Er litt unter Schreibblockaden. Doch die Musik gab ihm Halt – wie etlichen Fans der Band.

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Ein perfektes Beispiel dafür ist der erste Hit „Run“, der auf Konzerten von Anfang bis Ende mitgesungen und auf Hochzeiten und Trauerfeiern gespielt wird. All das wäre nie möglich gewesen, hätten ihn seinerzeit Schulfreunde nicht zum Singen ermutigt. Zum Glück kam es so.

Seither ist die Musik der Nordiren Heimat für all jene, die nach Halt, Verständnis und Vertrauen suchen. Die das Leben annehmen, ohne dass es perfekt sein muss. Und: Die sich vielleicht glücklich schätzen können, dass Snow Patrol eben nicht weltberühmt ist, weil sie ihrer Linie treu geblieben sind und damit Erfolge und Misserfolge hatten und haben – so wie das echte Leben nun mal ist.

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Manchmal hat man Glück, manchmal nicht. Manchmal ist man bei sich und manchmal verloren. Zeiten verändern sich. Aber dich muss die Zeit nicht zwingend verändern. Das bringt der Sänger im Interview mit dem Kulturformat „Titel Thesen Temperamente“ auf den Punkt: „Oft im Leben überkam mich Panik, weil ich glaubte, noch nicht dort angekommen zu sein, wo ich sein wollte. Uns wird immer weis gemacht, dass die Zeit geradlinig verläuft, aber in unseren Herzen fühlen wir, dass das nicht stimmt. Sie beschleunigt oder verlangsamt sich – je nachdem, ob wir glücklich oder unglücklich sind, wir trauern, etwas genießen oder durchs Leben rasen und uns fragen: Wo zum Teufel ist das letzte Jahr geblieben? Es ist okay, sich verloren zu fühlen, solange man sich selbst nicht verliert. Verbinde dich fest mit dem Boden unter deinen Füßen und es wird wieder besser.“

Gut, dass es die Band „Snow Patrol“, die Schneepatrouille gibt, die dich aus dem ewigen Eis zieht, wenn die Lawine des Lebens über einem zusammenbricht. Und vielleicht ist die Erkenntnis, im Hier und Jetzt zu sein – wie auch die erste veröffentlichte Single des Albums, „The Beginning“, heißt – der Anfang eines Versprechens für ein gutes neues Album.

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