Der Kulturtipp für Gewinner
Die Berliner Crossover-Band Bluthund ist mit „Mukke für Gewinner“ zurück. Ob auch Verlierer etwas mit dem Song anfangen können?
Julian Röben | 05.03.2026
Die Berliner Crossover-Band Bluthund ist mit „Mukke für Gewinner“ zurück. Ob auch Verlierer etwas mit dem Song anfangen können?
Julian Röben | 05.03.2026

Foto: Ania Sudbin
Wie ist denn aktuell der Stand der Dinge bei Ihnen? In was für einer Lebenssituation befinden Sie sich? Hadern Sie manchmal mit sich selbst? Kommen Sie manchmal nicht ganz so richtig klar? Sind Sie gelegentlich in Wettkämpfen unterlegen? Dann ist dieser Kulturtipp leider nichts für Sie. Dieser Kulturtipp ist nämlich für Gewinner. „Mukke für Gewinner“ heißt der neue Titel der Berliner Crossover-Formation Bluthund, der am Donnerstag erschienen ist. Und natürlich richtet sich dieser Song nicht ausschließlich an Gewinner – ganz im Gegenteil. „Es hat sich eine Mentalität breit gemacht, dass viele Bands gewollt einen auf Verlierer machen. Wir wollen da einen anderen Weg gehen“, begründet Bluthund-Sänger Abraxas die Titelwahl. „Wir wollen den frustrierten Linken ein Gewinnergesicht geben!“ Dass dieses Gesicht dabei durchaus ein verschmitztes Augenzwinkern trägt, wird bereits in den ersten Zeilen des Songs deutlich. Bluthund flexen damit, wo ihre Musik überall gehört wird: unter anderem auf dem Lidl-Parkplatz, der Autobahntoilette, im Knast, und sogar der Kanzler hat die Musik auf den Ohren. So ganz nebenbei könnten Hörer auch um das Abendland fürchten. Damit auch jeder weiß, worum es in diesem Song geht, besteht der Refrain aus einer fast schon mantramäßigen Wiederholung des Songtitels. Sechzehnmal wird erwähnt, dass es sich um „Mukke für Gewinner“ handelt. Das geht ins Ohr, fetzt ordentlich und man kann gar nicht anders, als automatisch mit dem Kopf (oder dem ganzen Körper) zu nicken. Im zweiten Teil wird es dann ein wenig drastischer – sowohl inhaltlich als auch soundtechnisch. Während die erste Strophe noch mehr Hip-Hop-Vibes versprühte, rattert Frontmann Abraxas im zweiten Teil deutlich aggressiver, lauter und wilder über die intensiven Gitarren- und Drum-Sounds. Im Nachhinein fühlt sich der erste Part fast wie ein Teaser dafür an, was die Band im zweiten Part und im Refrain abfeuert. Der wildere Sound passt dabei auch zu dem wilderen Text. Die Musik eignet sich für eine Geisterfahrt auf der Autobahn oder eine Fahrt in der Berliner U-Bahn mitten in der Nacht. Schließlich sorgt die Musik auch für ein distanziertes Verhältnis zu den Eltern oder Ignoranz gegenüber dem Weihnachtsmann. Ob es einem das Risiko wert ist, muss jeder natürlich selber wissen. So oder so fühlt man sich nach dem Hören dieses Songs auf jeden Fall wie ein Gewinner. Um ganz klar zu machen, wer diese ominösen „Gewinner“ sind, gibt es im letzten Vers die Auflösung: „Das ist Mukke für dich.“ Charmant.Musik zum Kopf- und Körpernicken

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