„Black My Heart“: Nasty gehen keine Kompromisse ein
Der Kulturtipp: Die belgische Hardcore-Combo haut ihre neue EP raus. Viel Neues probieren sie nicht aus – und das ist auch gut so.
Julian Röben | 26.03.2025
Der Kulturtipp: Die belgische Hardcore-Combo haut ihre neue EP raus. Viel Neues probieren sie nicht aus – und das ist auch gut so.
Julian Röben | 26.03.2025

Foto: Oliver Viert/Kingstar Music
Schwere Breakdowns, tief gestimmte Gitarren und aggressive Shouts: Dafür ist die belgische Hardcore-/Beatdown-Band „Nasty“ bekannt, und dieser Attitüde bleiben die Musiker auch auf ihrer neuen EP „Black My Heart“ treu. Sechs frische Tracks knallen sie ihren Hörern dabei um die Ohren. Die EP markiert den ersten größeren Output seit Release des aktuellen Albums „Heartbreak Criminals“ (2023) – und klingt wie die logische Fortsetzung. Die Marschrichtung wird gleich mit dem ersten, titelgebenden Track „Black My Heart“ vorgegeben. Der Song eröffnet die EP mit voller Wucht, laute Riffs treffen auf aggressive Vocals und einen bedeutungsschwangeren Text über Schmerz, Leid und Verzweiflung. Gewohnt gesellschaftskritisch präsentieren sich Nasty auf „Hell Of A Show“. Und auch gewohnt energiegeladen geht es zur Sache. Der Brecher, der bereits im Dezember letzten Jahres ohne großartige Vorankündigung als Single-Auskopplung erschienen ist, liefert harte Breakdowns, schnellen Gesang sowie wilde Shouts. „Talk“ stellt den Höhepunkt der EP dar. Der Song zeigt, was passiert, wenn sich die belgische Hardcore-Kombi mit den Beatdown-Experten von „Paleface Swiss“ zusammentut: In gewohnter Härte rattern die Vocalisten Matthias „Matthi“ Tarnath und Marc „Zelli“ Zellweger über kräftige Gitarrensounds, ihre Stimmen harmonieren dabei perfekt. Ein Abriss, wie er im Buche steht! Auf „Iron Grip“ gibt sich ein weiterer prominenter Gast die Ehre: Scott Vogel, Frontmann der alteingesessenen US-Old-School-Hardcore-Band „Terror“. Entstanden ist der Song nach der gemeinsamen Europa-Tournee „Only True Believers Remain“ der beiden Bands Ende letzten Jahres. Nach nur 1:34 Minuten intensiver Spielzeit ist der Song auch schon wieder vorbei. Dementsprechend flott werfen Nasty und Terror dem Hörer brachiale Gitarren und brutalen Gesang um die Ohren – nur am Ende treten die Musiker noch einmal sachte auf die Bremse. Mit dieser EP machen die Belgier ihrem Namen („nasty“, englisch für „fies“ oder „böse“) wieder einmal alle Ehre: Ein fieser Breakdown jagt den nächsten, harte Shouts mischen sich in den brachialen Sound. Die Songs fliegen dem Hörer ohne Verschnaufpause nur so um die Ohren – und dann ist die EP auch schon vorbei. Die 12:22 Minuten vergehen wie im Flug. Nasty-typisch sind die Songs eher kurz, der längste dauert nur knapp über 3 Minuten. Nasty erfinden sich auf „Black My Heart“ nicht neu. Sie probieren nicht viel aus, experimentieren nicht viel herum. Das müssen sie auch nicht. Nasty sind sich ihrer Stärken und Schwächen schon lange bewusst. Auf ihrer neuen EP haben sie sich ausschließlich auf ihre Stärken konzentriert. Eine gute Entscheidung.
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