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Bildhauer-Symposium in Vechta geht 2023 in die zweite Runde – mit einer Preisgrenze für Skulpturen

Der Kunstverein Kaponier plant die Neuauflage. Die Stadt soll sich finanziell beteiligen. Dabei geht es auch um Kunst im öffentlichen Raum. Ergebnisse werden aber wohl nicht vorm Rathaus aufgestellt.

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Vielbeachtet: Reinhard Osiander aus Bremen war 2020 einer der beteiligten Künstler bei der Premiere des Bildhauer-Symposiums in Vechta. Foto: Archiv/Speckmann

Vielbeachtet: Reinhard Osiander aus Bremen war 2020 einer der beteiligten Künstler bei der Premiere des Bildhauer-Symposiums in Vechta. Foto: Archiv/Speckmann

Das Bildhauer-Symposium in Vechta wird zu einer festen Institution. Der Kunstverein Kaponier startet die Ausschreibung für die Neuauflage im September 2023. Die Stadt ist bei dem Künstler-Treffen erneut im Boot. Der Kulturausschuss des Stadtrats hat sich einstimmig für eine Finanzspritze für das Symposium ausgesprochen. Damit sichert sich die Stadt wie auch bei der Premiere im September 2020 das Vorkaufsrecht für eine der Skulpturen – für mehr Kunst im öffentlichen Raum.

Dafür will die Stadt aber nicht mehr investieren als nötig: Entscheidet sich die Jury des Kulturausschusses am Ende des 6-tägigen Symposiums für den Kauf einer der aus einem Eichenstamm geschlagenen Skulpturen, darf der Künstler nicht mehr als 4000 Euro verlangen. Die Preisgrenze ist Bedingung für eine finanzielle Unterstützung des Symposiums mit maximal 5000 Euro – den Rest muss der Kunstverein als Ausrichter selbst finanzieren.

Die Preisgrenze hatte die Stadt schon bei der Premiere eingefordert. Funktioniert habe das aber nicht, sagte der zuständige Stabsstellenleiter, Herbert Fischer. Künstler Reinhard Osiander, der das von der Jury ausgewählte Werk "Tiere sammeln" geschaffen hatte, forderte deutlich mehr Geld. "Da mussten wir hart verhandeln", sagte Fischer. Der Stadtvertreter hatte nur 4000 Euro im Budget.

Kritik an Standort-Wahl

Symposium-Organisator Uwe Oswald vom Kunstverein versprach, die Preisgrenze auch dieses Mal "explizit" in der Ausschreibung aufzuführen. 4000 Euro seien "sehr gutes Geld". Andernorts versuchten die Ausrichter oft, sich um die Bezahlung der Künstler zu drücken – weil dort, wie auch in Vechta, unter anderem Arbeitsplatz und Material gestellt werden.

Allerdings gab es auch von Oswald Kritik: Die Teilnehmer des ersten Symposiums waren bei ihrer Arbeit mit Sägen und Stechbeiteln davon ausgegangen, eine Skulptur für das Rathaus-Gelände entwickeln zu müssen. Deshalb sei Osianders Arbeit auch sehr kleinteilig – eine Stehle zeigt Tiere in einer Art aus dem Stamm geschlagenen Regal. Jetzt stehe die Skulptur mitten im Kreisverkehr am Falkenweg und könne nur aus der Ferne betrachtet werden.

Kritik kam auch aus dem Ausschuss: Karl-Heinz Teuber (Grüne) etwa sagte: "Der Kreisel ist Verkehrsraum, kein öffentlicher Raum."

Fischer und auch Bürgermeister Kristian Kater (SPD) verteidigten die Standort-Entscheidung. Fischer erklärte, dass Veränderungen der Gestaltung rund um das Rathaus nicht ohne Weiteres möglich seien. Da habe auch mehr als 20 Jahre nach dem Bau der Architekt noch ein Mitspracherecht. Der Kreisel sei zudem einer der meistfrequentierten Orte in der Stadt.

Publikumsmagnet trotz Pandemie

Kater verwies auch auf das Problem Vandalismus: Der Kreisel sei ein vergleichsweise sicherer Ort – das habe sich in den vergangenen 2 Jahren gezeigt. Auf dem Rathaus-Gelände sei die Skulptur hingegen leicht erreichbar.

5 Künstler aus dem Bundesgebiet hatten bei dem ersten Symposium auf dem Zitadellenplatz teilgenommen. 7 Arbeiten waren im Anschluss bei einer Ausstellung zu sehen. Trotz Pandemie war das Symposium ein Publikumsmagnet. Bei einem Erfolg der Premiere hatten sich Kunstverein und Stadt auf eine Wiederholung alle 3 Jahre verständigt – allerdings unverbindlich. Der Stadtrat muss in jedem Fall zustimmen und das Budget freigeben.

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