Was bei anderen Ausstellungen als in höchstem Maße verpönt gilt, ist beim Steinfelder Künstler Nikolaus von der Assen „ausdrücklich“ erlaubt: „Anfassen ist bei mir erwünscht!“, bestätigt der Maler. In seiner Ausstellung „So schön ist der Norden“ zeigt der Kunstschaffende vom 18. bis 26. Februar im Kunsthaus Steinfeld zusammen mit seinem Berliner Künstlerfreund Stephan Volk neue Werke norddeutscher Motive, die beide Künstler in ihrer jeweils typischen Malweise einzigartig eingefangen haben: zart in Aquarell und pastos in Öl. Der Kunstinteressierte darf sich dabei auf ein interessantes Zusammenspiel von Aquarellen von Volk und Ölmalerei von von der Assen freuen. Beim Steinfelder Maler darf es immer ein bisschen mehr sein. „Dick aufgetragen“ ist daher nicht nur der Titel seiner permanenten Ausstellung in seinem Kunsthaus und Atelier an der Großen Straße in Steinfeld, sondern es ist der wörtlich zu verstehende Ansatz seiner pastosen Ölmalerei.
Aufwendige Maltechnik
„Meine Bilder wirken somit nicht nur über die reine Farbe und Farbenvielfalt, sondern auch über den Tastsinn, der den Betrachter mit allen Sinnen und im wahrsten Worte berühren und empfinden machen soll“, lädt der in Steinfeld geborene Künstler ein, seine Werke auch tatsächlich „mit allen Sinnen“ zu erfahren. „Kunst soll den Menschen immer berühren und das im wahrsten Sinne des Wortes“, ermuntert von der Assen zum Anfassen seiner extrem pastos aufgetragenen Arbeiten. Die enorme Dicke der nahezu verschwenderisch aufgetragenen Ölfarben erzeuge neben einer reliefartigen Fläche eine ungeheure Bildtiefe, eine starke Haptik und Farbenvielfalt, an der man sich kaum sattsehen kann. Die „pastose Ölmalerei“ werde daher deutschlandweit aktuell maximal von weniger als 10 Künstlern betrieben, erklärt von der Assen. Vielen Zeitgenossen sei das Prozedere einfach zu aufwendig. So dauere es mindestens 3 Monate, bis die zum Teil zentimeterdick aufgetragene Farbe auch nur halbwegs angetrocknet sei. „Bis ein großformatiges Werk dann ganz getrocknet ist, vergehen manchmal Jahre“, gibt von der Assen Einblicke in seine Schaffenskraft.
„Aber sie entschädigt mit einem einzigartigen, wunderschönen Glanz, der von keiner anderen Farbsorte erreicht wird. Wenn die Motive „tragen“, also eine Qualität haben, dann werden sie im Atelier auf große Leinwände übertragen. Ich gehe dabei immer von einem tatsächlichen Motiv oder Istzustand aus, halte mich aber nur ganz am Anfang daran und lasse dem Werk die Freiheit zur Entfaltung“, erläutert der Künstler seinen Schaffensprozess. Durch den sehr dynamischen und schwungvollen Farbauftrag mit dick aufgetragenen Ölfarben entwickle das Bild dann recht schnell „eine Eigendynamik, die ich dann nur noch begrenzt steuern kann und will“, was sich wunderbar in seinen von Wellen geprägten Meeresbildern widerspiegle. Neben Pinseln und Spachteln kommt bei von der Assen die Farbe dann mitunter gleich frisch aus der Tube auf die Leinwand oder sogar mit den Fingern und bloßen Händen. „Das führt im Ergebnis dazu, dass meine Bilder oft 2 Ebenen haben: sehr nah betrachtet sieht man üppige, voluminöse Farbschlachten ohne erkennbares Motiv, aus der Ferne sieht man das zusammenhängende Ganze!“, so der Steinfelder. „Für mich muss es immer bunt sein – wie das Leben, denn da ist auch alles drin!“, vertritt der Gründer der Kunstfabrik Hannover.
Von der Assen malt am liebsten unter freiem Himmel
Sein Anliegen ist es, die Faszination, die die Natur auf ihn ausübt, in seinen Ölgemälden zum Ausdruck zu bringen. Auf der Suche nach seinen Motiven wie Felder, Küsten oder Strände ist er häufig auf Reisen und er malt, so oft es geht unter freiem Himmel. „So kann ich die Eindrücke von Wind, Wärme, Kälte oder den kräftigen Farben der Landschaft direkt in meine Werke einfließen lassen“, so von der Assen, dessen Werke Titel wie „Tanz der Möwen“ oder „Strandspaziergang nach Unwetter“ tragen.
- Info: Die 50 Werke umfassende Gemeinschaftsausstellung „So schön ist der Norden“ ist vom 18. bis 26. Februar im Kunsthaus Steinfeld an der Großen Straße 7 samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr und montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr zu sehen. Am Samstag (18. Februar) um 16 Uhr und am Sonntag (19. Februar) 11 Uhr sind beide Künstler bei der Ausstellung vor Ort und erklären ihre Werke dem interessierten Kunstliebhaber.