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Autor setzt auf Humor als Waffe gegen Vorurteile

Bestens unterhalten gefühlt haben sich die Gäste einer Lesung in Lindern. Dabei setzten sie sich auch mit ihren eigenen Ressentiments auseinander. Allzu tiefgründig wurde der Abend trotzdem nicht.

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Halten zusammen (von links): Jens Lübbers und Gerd "Baker" Thoben trafen sich zur Lesung im "Kehrwieder". Foto: privat

Halten zusammen (von links): Jens Lübbers und Gerd "Baker" Thoben trafen sich zur Lesung im "Kehrwieder". Foto: privat

Rappelvoll war das "Kehrwieder" am vergangenen Samstagabend. Autor Jens Lübbers las dort Passagen aus seinem Buch "Schwarz und Weiß und nichts dazwischen" vor, in dem er seine Jugenderlebnisse in Lindern beschreibt. Rund 70 Gäste wollten dabei sein. Es wurde ein ebenso langer wie kurzweiliger Abend.

Lübbers, der heute in Hamburg lebt, hatte sich für die Lesung vor allem Geschichten mit seinem  Kumpel Gerd „Baker“ Thoben herausgesucht. Der erste "Schwatte" in Lindern wurde in seiner Jugend immer wieder zum Ziel eines keineswegs nur unterschwelligen Rassismus, dessen sich seine gleichaltrigen Freunde jedoch lange Zeit gar nicht bewusst waren. Lübbers selbst sieht sein Buch als Auseinandersetzung mit den eigenen Vorurteilen. Allzu ernst ging es während der Lesung aber nicht zu. Stattdessen wurde viel gelacht.  Humor sei die beste Waffe gegen Ressentiments, ist Jens Lübbers denn auch überzeugt. "Baker" Thoben sah das genauso und freute sich über das Wiedersehen mit vielen alten Bekannten. Zwischen Anfang 20 und Mitte 60 war das Publikum in der Kneipe, die in Lindern Kultstatus genießt, aber nur noch selten öffnet. Musikalisch hatte Rudi Sackbrook den Abend eröffnet – auch er ist im Ort eine feste Institution.

Zuhörer fordern weitere Geschichten

Eigentlich habe er nur wenige Auszüge vortragen wollen, sagte Jens Lübbers am Montag. "Die Zuhörer forderten mich aber immer wieder auf weiterzulesen". Auch deshalb, weil sie wissen wollten, ob sie selbst in den Geschichten vorkommen. Als er dann endlich das Buch zur Seite legen durfte, ging die Party bis tief in die Nacht weiter. Gegen 3 Uhr sei die Stimmung auf dem Höhepunkt gewesen, berichtete Lübbers. "Meinen Ruf als Schriftsteller habe ich damit in Lindern wohl gefestigt", befand der Förster selbstironisch. 

Neben dem Wiedersehen diente die Lesung auch einem guten Zweck. Vom Gewinn der rund 40 Bücher, die er am Abend signierte und verkaufte, gibt Lübbers ein Drittel an den Verein „Miteinander für Uganda“ ab. Die Gäste spendeten außerdem weitere 317 Euro für den Verein, der Patenschaften für Schüler, Azubis und Studenten vermittelt und Menschen in dem afrikanischen Land in akuten Notlagen hilft (www.miteinanderfueruganda.de)

  • Info: Das Buch „Schwarz und Weiß und nichts dazwischen“ ist noch bis zum 4. März in der Linden-Apotheke, Bahnhofstraße 1, zu haben. Es kostet 10 Euro (inklusive Hörbuch 15 Euro). Weitere Infos gibt es unter www.jensluebbers.de.

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