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Ausstellung zeigt: Geflüchtete Frauen verharren nicht in Opferrolle

Im Hermann-Bonnus-Geburtshaus in Quakenbrück sind besondere Bilder und ein Film der ukrainischen Fotografin Marina Meister zu sehen.

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Eindrucksvolle Bilder: Die ukrainische Fotografin Marina Meister präsentiert ihre Fotos im Hermann-Bonnus-Geburtshaus in Quakenbrück. Foto: Lüders

Eindrucksvolle Bilder: Die ukrainische Fotografin Marina Meister präsentiert ihre Fotos im Hermann-Bonnus-Geburtshaus in Quakenbrück. Foto: Lüders

Mit einer Begrüßung und Führung durch das Hermann-Bonnus-Geburtshaus in Quakenbrück hieß der Vorsitzende des Fördervereins Wolfgang Gerdes die Gäste des "IN VIA"-Mädchentreffs (Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit) und andere Besucher im Friedensort willkommen. Dort präsentiert die ukrainische Fotografin Marina Meister bis Mitte Mai 20 eindrucksvolle Bilder und einen Film, die sie von sechs ukrainischen jungen Frauen gemacht hat.

Die Fotos zeigen die Frauen, wie sie ihre Flüchtlingssituation mit Stärke und Mut angehen und nicht in einer Opferrolle verharren. Unter den Fotos sind die Kurzbiografien der Frauen zu lesen. Sie verdeutlichen, dass die Modelle aus ganz verschiedenen Orten in der Ukraine stammen. Wie die "IN VIA"-Leiterin Martina Uhlenkamp darlegte, entstanden die Bilder im Zeitraum zwischen Oktober 2022 und März 2023. Die Fotografin und ihre Modelle hätten sich einmal wöchentlich getroffen, um gemeinsam Aufnahmen zu machen, die ihre Befindlichkeiten in ihrer kriegsbedingten Situation zeigen.

Das Projekt werde wie auch das Willkommenscafé und Sprachkurse durch die N-Bank und UKR-Care gefördert. "Marina Meister kann Menschen und Emotionen großartig fotografieren. Sie hat auch andere 'IN VIA'-Projekte mit der Kamera begleitet und dokumentiert. Marina zeigte den Frauen nicht nur den technischen Umgang mit der Kamera. Ihre Modelle offenbarten ihr Inneres für die Fotoserie und öffneten sich einer neuen Kommunikationsform", freute sich Uhlenkamp über die gelungenen Werke, die vor verschiedenen Hintergründen und mit Hilfe diverser Accessoires entstanden sind.

Wie Meister (39) erläuterte, leben im Artland und im benachbarten Essen rund 400 ukrainische Flüchtlinge mit ihren Kindern und weiteren Angehörigen. Im Namen aller beteiligten Frauen dankte Meister dafür, dass sie hier so gut angenommen werden und sich wohlfühlen dürfen. "Quakenbrück ist eine Stadt mit einer langen Geschichte. Eines Tages werden auch meine Frauenfotos zur Historie der Stadt gehören. Ich danke für die Chance, im Bonnus-Geburtshaus ausstellen zu dürfen, und hoffe darauf, dass viele Besucher sich berühren lassen", so Marina Meister. Sie verwies auf das Museum im Kloster in Bersenbrück, wo die Ausstellung ab Mitte Mai zu sehen sein wird. Das Bonnus-Geburtshaus ist sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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