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Wie wird eine Wärmepumpe richtig eingesetzt?

Installateure informierten sich über die unterschiedlichen Techniken in einem Vortrag bei der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg. Ziele der Politik sind kaum umsetzbar.

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Aufmerksame Zuhörer hatte Oliver Meyer bei seinem Vortrag zum Thema "Wärmepumpe". Foto: Vorwerk

Aufmerksame Zuhörer hatte Oliver Meyer bei seinem Vortrag zum Thema "Wärmepumpe". Foto: Vorwerk

Die Telefone stehen bei den Heizungsbauern in diesen Wochen nicht mehr still. Angesichts der enorm steigenden Energiepreise macht sich fast jeder Hausbesitzer Gedanken, ob und wie er seinen Gasverbrauch senken kann, und dabei gehören die Handwerksbetriebe der Region zu den ersten Ansprechpartnern. Die Kreishandwerkerschaft in Cloppenburg hat vor diesem Hintergrund zu einem Seminar mit dem Schwerpunkt "Wärmepumpe" eingeladen, und 35 Handwerker nutzten das Angebot.

Oliver Meyer, Handwerksmeister für Sanitär, Heizung und Klimatechnik sowie Honorardozent aus Schwichteler, freute sich über das große Interesse seiner Kollegen, die sich auch aus Bremen und Papenburg auf den Weg gemacht hatten. Die von der Regierung vorgegebenen Klimaziele nannte er sportlich, und er zweifelte, dass die Vorgabe, 6 Millionen Wärmepumpen bis Ende 2030 zu installieren, eingehalten werden kann. Fehlende Geräte und ein Mangel an Fachkräften machen dies so gut wie unmöglich, was aber nicht heiße, dass man es zwecks CO₂-Einsparung nicht versuchen solle. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 wurden 150.000 Geräte verbaut. Die politische Vorgabe würde 750.000 Stück jährlich bedeuten.

Immer das gesamte Gebäude betrachten

An seine Kollegen appellierte er in diesem Grundlagenseminar, im Zuge der Beratung das gesamte Gebäude zu betrachten und dabei Handwerker aus anderen Gewerken einzubeziehen. Die beste Wärmepumpe bringe nichts, wenn das Dach nicht gut gedämmt sei oder alte Fenster wenig Isolierung brächten. "Eine Anlage kann nur effizient laufen, wenn alles passt. Und nur dann ist der Kunde zufrieden."

Es gibt verschiedene Typen von Wärmepumpen. Die gängigste ist aktuell eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, bei der aber Schallimmissionen zu berücksichtigen sind. Die Energie wird aus der Umgebungsluft gezogen und erwärmt dann Wasser im Heizkreislauf und bringt das Brauchwasser auf Temperatur. Sie ist unter den Wärmepumpen am wenigsten effektiv, wenn sie aber richtig eingestellt ist, lasse sich auch damit Geld sparen. Gleichzeitig ist der Installationsaufwand vergleichsweise gering, denn bei den anderen Techniken müssen entweder aufwändige Tiefenbohrungen erfolgen oder es gibt einen höheren Flächenbedarf. Letzterer lasse sich laut Meyer aber auch mit speziellen Kollektoren, sogenannten Wärmekörben, im Griff behalten. Für ein Einfamilienhaus müsste man dann auf einer Fläche von 40 Quadratmetern 4 Meter in die Tiefe gehen.

Eine Wärmepumpe benötigt immer Strom

Egal, welche Variante der Wärmepumpe zum Einsatz kommt: Sie wird immer mit Strom betrieben, und auch der verteuert sich gerade gewaltig. Eine ideale Kombination ist nach den Ausführungen Oliver Meyers daher das Zusammenspiel mit einer Photovoltaik-Anlage, und noch besser, wenn diese mit einem Batteriespeicher kombiniert ist. Verglichen mit einer Gasheizung ist eine Wärmepumpe erheblich teurer, doch Förderprogramme können dem Endkunden die Entscheidung leichter machen.

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