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Wegen Corona: Firma Steinemann fährt Produktion herunter

20 Mitarbeiter des Wurst- und Fleischwarenherstellers fallen aktuell aus, weil sie an Covid-19 erkrankt sind oder sich in Quarantäne befinden. Aber: Das Hygienekonzept scheint zu funktionieren.

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Beinahe täglich testet Steinemann nach eigenen Angaben jeden Mitarbeiter. Symbolfoto: dpa

Beinahe täglich testet Steinemann nach eigenen Angaben jeden Mitarbeiter. Symbolfoto: dpa

Aufgrund der Corona-Erkrankung von mehreren Mitarbeitern fährt das Unternehmen Steinemann aus Steinfeld aktuell seine Produktion auf halber Leistungsstärke. Das hat Steinemann-Geschäftsführer Carsten Knief auf Nachfrage von OM online mitgeteilt. "Wir haben etwa 12 Corona-Fälle in unterschiedlichen Bereichen der Schlachtung. Zählt man die Mitarbeiter in Quarantäne hinzu, sprechen wir von insgesamt 20 Personen." Nach seinen Angaben arbeiten an dem betroffenen Standort an der Bahnhofstraße etwa 170 Menschen.

Der Wurst- und Fleischwarenhersteller steht nach Angaben von Knief im engen Kontakt mit dem Gesundheitsamt Vechta. "Das Virus wird von außen in den Betrieb hineingetragen. Positiv ist, dass unser Hygienekonzept funktioniert und wir Infektionsherde bisher stets frühzeitig erkennen und aus dem System nehmen konnten." 

Der Steinemann-Geschäftsführer berichtet, dass alle erkrankten Mitarbeiter bisher symptomlos seien. Aufgrund der aktuellen Lage habe man sich aber dazu entschlossen, die Produktion zeitweise herunterzufahren. Knief spricht von "halber Mannschaft, halbe Leistung" und betont die Verantwortung, die das Unternehmen für seine Mitarbeiter trage. Glücklicherweise verfüge Steinemann seit einigen Monaten über einen 2. Standort – den früheren Schlachthof der Erzeugergemeinschaft Osnabrück (EGO) – sodass Ausfälle zumindest teilweise ausgeglichen werden könnten, sagt Knief.

Geschäftsführer beklagt ausbleibende Impfungen

Im Zusammenhang mit den aktuellen Corona-Fällen im Steinfelder Betrieb weist der Geschäftsführer darauf hin, dass man schon lange bereit für die Umsetzung der Impfungen sei. "Die Priorisierung für unsere Mitarbeiter ist da, nur der Impfstoff fehlt", beklagt er. 2-mal seien Impftermine beim Betriebsarzt verschoben worden. Im Betrieb arbeiteten Tierärzte, die die Impfungen durchführen dürften. "Wir haben theoretisch alles fürs Impfen vorbereitet."

Knief hält die Situation laut eigener Aussage für "nicht nachvollziehbar". Es sei verständlich, dass innerhalb der Belegschaft mittlerweile "auch ein bisschen Unfrieden" herrsche.

"Ein Stillstand würde uns viel mehr treffen als einzelne Ausfälle."Carsten Knief, Geschäftsführer der Steinemann Holding

Nach Angaben des Geschäftsführer ist es aktuell "das erste Mal überhaupt", dass die Corona-Pandemie sich auf die Produktion auswirke. "Wir waren sonst komplett lieferfähig." Das Unternehmen tue alles in seiner Macht stehende, sagt Knief, um seine Mitarbeiter zu schützen. "Wir betreiben inzwischen 4 Testzentren. Wir testen jeden Mitarbeiter beinahe täglich."

Dass Steinemann das Virus aus dem Betrieb möglichst fernhalten will, ist für den Geschäftsführer aus wirtschaftlicher Sicht völlig logisch. "Ein Stillstand würde uns viel mehr treffen als einzelne Ausfälle." Die Steinemann Holding gibt nach seinen Angaben pro Monat knapp 100.000 Euro für Corona-Schutzmaßnahmen aus.

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