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Unternehmerpreis 2022: Der Innovationspreis geht an Olaf Clausen und Darius Rauert von "Amcon"

Die Cloppenburger Softwareschmiede "Amcon" hat 130 Mitarbeiter und gehört in ihrem Bereich zu den Marktführern. In der Kreisstadt werden digitale Lösungen für den Personennahverkehr entwickelt.

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Leiten den innovativen Cloppenburger Softwareentwickler „Amcon“: Die Inhaber und Unternehmer Olaf Clausen (links) und Darius Rauert. Foto: Hölzen / Gerald Lampe

Leiten den innovativen Cloppenburger Softwareentwickler „Amcon“: Die Inhaber und Unternehmer Olaf Clausen (links) und Darius Rauert. Foto: Hölzen / Gerald Lampe

Es ist eine landläufige Meinung in der Region: Eigentlich fehlten im Branchenmix des Oldenburger Münsterlandes vor allem die Unternehmen, die in der digitalen Welt arbeiten, also solche Firmen, die zum Beispiel Softwarelösungen entwickeln, die den Menschen das Leben und die Arbeit erleichtern. Eigentlich. Denn es gibt sie längst, die Firmen, die angeblich noch fehlen – und sie wachsen und werden immer größer, weil sie bundesweit und international konkurrenzfähige Produkte vorweisen können.

Zur Kategorie des „Hidden Champion“ kann längst der Softwarehersteller „Amcon“ gezählt werden. „Versteckt“ darf mit Blick auf die jetzige Größe des Cloppenburger Unternehmens durchaus wörtlich genommen werden, denn gearbeitet wird in der Kreisstadt mittlerweile an gleich fünf Standorten. So fällt auf den ersten Blick gar nicht auf, dass die Softwareschmiede inzwischen 130 Mitarbeiter hat. Ziel ist es, deren Zahl auf nahe Sicht auf 150 zu bringen.

Amcon darf durchaus als "Hidden Champion" gelten

Insgesamt 25 junge Menschen befinden sich in der dualen Ausbildung Wirtschaftsinformatik oder der IHK-Ausbildung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung. Allein in diesem Jahr sind 8 neue Auszubildende hinzugekommen.

So mancher mag mit dem Namen Amcon nicht viel anfangen können. Und dennoch ist der Softwarehersteller mit Hauptsitz in der Osterstraße in seinem Markt eines der zehn größten Unternehmen bundesweit. Gelenkt wird die Amcon Software GmbH von Olaf Clausen und Darius Rauert.

Das Hauptprodukt der Softwareschmiede heißt „AMCON.SYSTEM“. „Einfach gesagt kümmern wir uns um das wichtige Thema Öffentlicher Personennahverkehr – kurz ÖPNV“, erklärt Clausen. Attraktive und effiziente Personenbeförderung funktioniere heute mehr denn je nur noch mithilfe digitaler Lösungen. Und hier setzt das Angebot der Cloppenburger an. Gestützt auf das zentrale System werden verschiedene Produkte offeriert und beständig weiterentwickelt. Amcon-Softwarelösungen finden sich so in Kundenterminals, dem personenbedienten Ticketverkauf oder in mobilen Kontrollgeräten, sie verwalten Abonnements, übernehmen im Hintergrund die Abrechnungsbuchung oder liefern die Struktur für Webshops von Verkehrsunternehmen. Den Service oder gleich die komplette Vernetzung ihrer Geschäftsbereiche erhalten die Verkehrsanbieter natürlich ebenfalls bei Amcon – bundesweit.

Das Unternehmen und seine bedienerfreundlichen Lösungen sind zunehmend gefragt, sagt Rauert, dem um die Zukunft des Unternehmens nicht bange ist. „Die Auftragslage ist gut.“ Ein bundesweit gültiges Fahrticket, „ob es nun 49-Euro-Ticket heißt oder anders“, mache eine im Hintergrund laufende Abrechnung und die konkrete Verteilung von Beförderungsentgelt auf die vom Kunden genutzten Verkehrsdienstleister notwendig. Mit der neuen Mobilitätsverordnung der aktuellen Regierung „warten also schon die nächsten Geschäftsfelder auf uns“, sagt der für das operative Handeln des Unternehmens zuständige 37-Jährige.

Die Cloppenburger Softwarefirma Amcon beschäftigt inzwischen 130 Mitarbeiter.  Foto: Hölzen  Gerald LampeDie Cloppenburger Softwarefirma Amcon beschäftigt inzwischen 130 Mitarbeiter.  Foto: Hölzen / Gerald Lampe

Im Jahr 1992 startete Clausen in Kiel bei Amcon, einer „Uni-Ausgründung“, und begann mit Programmierarbeiten für Auftraggeber aus dem Öffentlichen Personennahverkehr. Der heutige Miteigentümer Darius Rauert stieß noch als Schüler und später Lehramtsstudent dazu, programmierte aushilfsweise mit. Bis ins Jahr 2010 hinein beschäftigte Amcon keine fest angestellten Mitarbeiter. Das Büro in Cloppenburg wurde schließlich in der Überzeugung gegründet, dass „das Digitale, die Software für den Fahrkartenverkauf und die in diesem Bereich anfallenden Informationen und Kontrollen immer wichtiger werden.“

Der erste Großauftrag eines Verkehrsunternehmens kam damals von den Harzer Schmalspurbahnen. Hier habe man die gesamte Fahrgastsoftware des Verkehrsbetriebes neu aufgestellt. Die Schmalspurbahnen seien immer noch ein treuer Kunde. Heute zählen unter anderen die öffentlichen Nahverkehrsbetriebe in den Großstädten München, Köln, Hamburg oder Stuttgart zum Kundenkreis. Amcon könne heute auch größere Projekte betreuen, sagt Clausen und blickt damit auf die Deutsche Bahn, die noch nicht zu den Auftraggebern gehört, aber nach den Plänen von Vertriebler Rauert bald werden soll.


Fakten:

  • 1992: Mathematikstudent Olaf Clausen beginnt bei Amcon, einer Ausgründung an der Universität Kiel, digitale Lösungen für öffentliche Nahverkehrsbetriebe zu programmieren.
  • 2000: Darius Rauert kommt ins Unternehmen.
  • 2010: In Cloppenburg wird ein Büro eröffnet, die beiden ersten Mitarbeiter werden eingestellt.
  • 2014: Rauert wird 50-Prozent-Gesellschafter. Großauftrag von den „Harzer Schmalspurbahnen“.
  • 2022: Die Zahl der Mitarbeiter des Unternehmens steigt auf 130.
  • Info: www.amcon.de

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