Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Standort für geplantes Zentralklinikum Vechta-Lohne gefunden

Das Millionenprojekt soll im Süden von Vechta entstehen.  Einige Hindernisse stehen aber noch im Weg, unter anderem viel Wald und eine fehlende Förderzusage.

Artikel teilen:
Hier (siehe gelber Kreis), zwischen Bundesstraße 69 und Diepholzer Straße in Vechta, könnte das geplante Zentralklinikum Vechta-Lohne gebaut werden. Grafik: Stadt Vechta/Kläne 

Hier (siehe gelber Kreis), zwischen Bundesstraße 69 und Diepholzer Straße in Vechta, könnte das geplante Zentralklinikum Vechta-Lohne gebaut werden. Grafik: Stadt Vechta/Kläne 

Am Sternbusch: Hier, im äußersten Süden der Stadt Vechta, könnte bald das zweitgrößte Krankenhaus der Region – nach dem Klinikum Oldenburg – erwachsen. Die Schwester-Euthymia-Stiftung, Mehrheitsgesellschafterin der Krankenhäuser St. Marien in Vechta und St. Franziskus in Lohne, hat gemeinsam mit den beteiligten Kommunen einen ihrer Ansicht nach geeigneten Standort für einen Klinikneubau mit einer Kapazität von 450 Betten ermittelt. „Das ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum Zentralklinikum Vechta-Lohne“, sagt der Vorstand der katholischen Stiftung, Ulrich Pelster.

Das Areal in Vechta ist 6,3 Hektar groß und biete darüber hinaus eine Erweiterungsfläche von 2,5 Hektar, heißt es. Und: Um das Grundstück müsse nicht mehr verhandelt werden. Das bedeutet konkret: „Es besteht eine mehrjährige, notariell abgesicherte Kaufoption für die Fläche“, erklärt Pelster. Damit sei der Weg für die weitere Planung frei.

Dieser Weg wird jedoch kein leichter und kein kurzer. Denn: Ausschlaggebend für eine entsprechende Planung und den möglichen Bau ist eine Förderung durch das Land Niedersachsen. Entscheidendes Gremium ist der Krankenhausplanungsausschuss. 220 Millionen Euro waren seitens der Stiftung beantragt worden. Vor Kurzem wurden die Pläne „zur vorrangigen baufachlichen Prüfung“ zugelassen. Heißt: Es geht in die Detailuntersuchung.

So könnte das geplante Zentralklinikum Vechta-Lohne aussehen, wenn es fertig ist. Skizze: Architekten t+pSo könnte das geplante Zentralklinikum Vechta-Lohne aussehen, wenn es fertig ist. Skizze: Architekten t+p

Eine endgültige Entscheidung aus Hannover steht somit weiter aus. Sie dürfte sich auch noch etwas hinziehen, weil Vechta und Lohne mit einigen weiteren Projekten zum Bau von neuen Zentralkliniken konkurrieren, etwa im Landkreis Diepholz, in Ostfriesland oder im Heidekreis. Der für derartige Vorhaben zur Verfügung stehende Fördertopf des Landes ist mit 380 Millionen Euro gefüllt. Der Bedarf der angemeldeten Projekte beläuft sich jedoch auf mehr als 1,5 Milliarden Euro. Nicht alle werden also Realität

Auch deswegen ist es den Beteiligten im Kreis Vechta wichtig, Einigkeit und Tatendrang zu demonstrieren, gemeinsame Lösungen zu präsentieren. „Wir brauchen dieses Projekt, der Standort ist hervorragend gewählt“, sagt Lohnes Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer, obwohl seine Stadt bei der Standortauswahl wohl leer ausgehen wird. Das zeige, „es geht nicht um Kirchturmdenken, sondern um die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in der gesamten Region“, erklärt Vechtas Bürgermeister Kristian Kater. „Und das für die nächsten 50 Jahre“, fügt Gerdesmeyer an.

Aktuell steht auf dem Areal noch ein Waldgebiet

Zurück zum Grundstück: Es erfülle die wesentlichen Kriterien wie Größe, Zuschnitt, Lage, Wohnortnähe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Erreichbarkeit für die Patienten, so Pelster. Zudem sei es verfügbar und bebaubar. Auch eine spätere Erweiterung sei möglich, falls erforderlich.

In einem Analyse-Verfahren seien mehrere mögliche Standorte ermittelt worden. Zwei Bereiche kamen den Angaben zufolge in die engere Betrachtung. Dazu zählte neben dem Grundstück am Sternbusch in Vechta auch eine Fläche an der Bakumer Straße in Lohne, ganz in der Nähe des Kreisels in Daren. Letztlich setzte sich Vechta durch, auch weil gegen den Standort an der Bakumer Straße „Emissionsbelastungen durch Gerüche aus der Tierhaltung“ sowie eine im Vergleich etwas abgelegenere Lage sprachen, so Gerdesmeyer.

Nicht frei von Konflikten dürfte jedoch auch ein Bau am Sternbusch verlaufen.  Aktuell steht dort nämlich noch ein Waldgebiet, das überwiegend aus Nadelbäumen besteht. Andere Flächen in dieser Größe und ohne Baumbestand seien aber nicht verfügbar, so Pelster. Das sei sorgfältig geprüft worden.

"Es geht um eine zentrales Infrastrukturprojekt. Da müssen wir abwägen, was wirklich wichtig ist."Herbert Winkel, Landrat des Landkreises Vechta

Ähnlich äußern sich die anderen Beteiligten. „Das Thema Wald ist nicht einfach. Aber es geht hier um ein zentrales Infrastrukturprojekt. Da müssen wir abwägen, was wirklich wichtig ist“, erklärt Landrat Herbert Winkel. Wichtig sei daher eine ökologisch verträgliche Lösung, so Bürgermeister Kater. Ziel sei es, den Wald, der dem neuen Zentralklinikum weichen müsste, innerhalb des Vechtaer Stadtgebiets möglichst zusammenhängend und um das Anderthalbfache an Größe zu ersetzen.

Geeignete Flächen stünden zur Verfügung. Um die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, würde die Stadt Vechta die erforderlichen Bauleitplanverfahren unter umfangreicher Beteiligung der Öffentlichkeit einleiten, heißt es.

Derweil planen die Kooperationspartner schon die nächsten Schritte: Ein Architektenwettbewerb zur Gestaltung des Zentralklinikums soll in Kürze ausgelobt geben. Zudem werde die Stadt Vechta bereits in wenigen Wochen die Öffentlichkeit über die grundsätzlichen Planungen informieren. Und Lohnes Bürgermeister Gerdesmeyer hat den Wunsch, „möglichst zeitnah ein Signal des Landes zu bekommen“. Er sei „verhalten optimistisch“.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Standort für geplantes Zentralklinikum Vechta-Lohne gefunden - OM online