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Schutzkittel aus Steinfeld beheben Notstand im Kreis Diepholz

Der Folienhersteller Mondi spendet 500 Schutzkittel aus eigener Fertigung an den Diepholzer Landrat. Insgesamt werden 10000  Kittel  ehrenamtlich gefertigt.

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Wolfram van Lessen und Cord Bockhop nahmen die ersten 500 Schutzkittel für den Landkreis Diepholz in Empfang, die Alfons Kruse und Detlef Stöppelmann (von links)  für den Folienhersteller Mondi im Werk Steinfeld überreichten. Foto: Kühn

Wolfram van Lessen und Cord Bockhop nahmen die ersten 500 Schutzkittel für den Landkreis Diepholz in Empfang, die Alfons Kruse und Detlef Stöppelmann (von links)  für den Folienhersteller Mondi im Werk Steinfeld überreichten. Foto: Kühn

Unkompliziert, innovativ, schnell, und obendrein komplett ehrenamtlich: Unter der Überschrift „Mondi hilft“ hat das global agierende Verpackungs- und Papierunternehmen mit Werk in Steinfeld auf eine Anfrage des Landkreises Diepholz reagiert. Dort suchte man händeringend Schutzkittel für das in den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen im Kreis tätige Personal. Kaum angefragt, schon getan: Der Steinfelder Werkleiter Alfons Kruse konnte jetzt die ersten 500 Exemplare von Mondi hergestellter Einweg-Schutzkittel an den Diepholzer Landrat Cord Bockhop (CDU) und den Ersten Kreisrat Wolfram van Lessen übergeben. Die Kittel sind eine Spende. Die Kreisfeuerwehr wird nun dafür sorgen, dass diese Kittel an die Einrichtungen verteilt werden, die sie am dringendsten benötigen.

Während sich der Markt für Mund-/Nasenschutzmasken langsam einpendelt, weil immer mehr Firmen auch in Deutschland solchen Schutz produzieren, ist der Markt für Schutzkittel leergefegt. Bockhop spricht von einem „echten Notstand“. Van Lessen hatte sich vor diesem Hintergrund an Peter Mager, der 1966 mit der Firma Nordenia die Folienproduktion in Steinfeld begründet hatte, gewandt. Mager bat wiederum Kruse um Hilfe.

Der Schutzkittel ist eine Teamarbeit

Der Steinfelder Werkleiter erinnert sich, dass die Anfrage an einem Donnerstag eintraf. Schnell waren verschiedene Mondi-Abteilungen eingeschaltet, um zu prüfen, ob eine Kittelproduktion überhaupt möglich wäre. „Schließlich ist das nicht unsere Kernkompetenz.“ Während die Produktion in Steinfeld derzeit „unter Vollast läuft und auch kein Auftragsmangel herrscht,“ berichtet Kruse, taten sich die Fachleute Detlef Stöppelmann (Produktionsleiter Steinfeld), Andreas Neumann (Halle), Stefan Rotering (Gronau) sowie Christian und Andre Borgerding (Dümmerlohausen) zusammen und fertigten die Teile für einen ersten Kittel-Prototyp, der sogleich von einer Hygienikerin aus Diepholz abgenommen wurde. Der Kittel ist zwar nicht zertifiziert, in einer Katastrophenschutzlage wie in Coronazeiten ist es aber möglich, auch solche Kittel einzusetzen, berichtet van Lessen. Sogar die eigentlich für Musikfestivalbesucher gefertigten Regenponchos kämmen mittlerweile zum Einsatz.

Insgesamt 10000 Kittel sollen gefertigt und kostenlos weitergegeben werden. Die Arbeit wurde aufgeteilt. So produziert man am Standort Halle extrudierte Folienschläuche aus Polyethylen (PE), die als Vorder- und Rückseite der Schutzkittel dienen. In Gronau werden Ärmel für die Kittel extrudiert, Steinfeld übernimmt die Konfektionierung von Hauptteil und Ärmeln. Die Firma Borgerding arbeitet in der Endfertigung, fügt mithilfe von Technik aus Steinfeld manuell die Ärmel an die Hauptteile sowie die Bändchen für den Verschluss im Hals-und Bauchbereich an.

Kruse ist stolz, dass alle Mitarbeiter in der vorliegenden Notlage „schnell reagiert und mit ihrer Zeit und Kreativität zum Gelingen des Projekts beigetragen“ haben.

„Für die Pflegekräfte sind die Schutzkittel essentiell wichtig, damit sie sich nicht selbst mit dem Coronavirus infizieren.“Cord Bockhop

Auch Bockhop lobte alle Beteiligten und dankte für die erste Lieferung in fünf Paketen mit kleinen Präsenten. „Für die Pflegekräfte sind die Schutzkittel essentiell wichtig, damit sie sich nicht selbst mit dem Coronavirus infizieren.“ Geht die erste Charge nun „übers Moor“ nach Diepholz, wird sich Kruse auch Kittel-Anfragen aus dem Kreis Vechta nicht verweigern – „sofern die Kapazitäten in den Werken vorhanden sind“.

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