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Schülerinnen absolvieren "Mini-Praktikum" bei Pöppelmann

Fünf Mädchen haben Einblick ins Lohner Kunststoffunternehmen bekommen. Die 14 und 15 Jahre alten Teilnehmerinnen erfuhren mehr über die Arbeit in technischen Berufen.

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Schülerinnen mit Interesse für Technik waren jetzt zum "Mini-Praktikum" im Kunststoffunternehmen Pöppelmann in Lohne zu Gast. Foto: Honkomp

Schülerinnen mit Interesse für Technik waren jetzt zum "Mini-Praktikum" im Kunststoffunternehmen Pöppelmann in Lohne zu Gast. Foto: Honkomp

Wollen Unternehmen dem Fachkräftemangel begegnen, müssen sie innovativ werden, den Nachwuchs für sich interessieren. Talente aufspüren und ermutigen, ist das Fachgebiet von Dr. Heike Pabst. Sie leitet die in Diepholz ansässige Wissenswerkstatt Metropolregion Nordwest. Im Verein Metropolregion sind 16 Landkreise und kreisfreie Städte, drei Industrie- und Handelskammern sowie die beiden Bundesländer Bremen und Niedersachsen Mitglied, darunter die beiden Kreise Cloppenburg und Vechta. Einige Mädchen der „Girls‘ Day Akademie“ der Wissenswerkstatt konnten nun die Arbeit im Lohner Kunststoffunternehmen Pöppelmann kennenlernen.

Bei Pöppelmann stößt die Arbeit der Wissenswerkstatt auf großes Entgegenkommen. „Eigentlich hatte ich nach einem Besichtigungstermin für unsere 'Girls‘ Day Akademie' gefragt. Doch dann wurde uns ein 3-tägiges Mini-Praktikum angeboten“, berichtet Pabst. Diese Gelegenheit ließen sich fünf Schülerinnen des Diepholzer Gymnasiums Graf-Friedrich-Schule (GFS) nicht entgehen. Die Acht- und Neuntklässlerinnen beteiligen sich im Rahmen einer Schularbeitsgemeinschaft an der vom EU-Sozialfonds geförderten Akademie, deren Ziel es ist, Mädchen zu einer Ausbildung in gewerblich-technischen Berufen zu ermutigen.

Praktikantinnen wurden von Auszubildenden des Unternehmens betreut

Ein Mini-Praktikum sei natürlich erheblich aufwändiger in der Organisation als eine Betriebsbesichtigung, heißt es in einer Mitteilung von Pöppelmann. Doch Ausbilder Michael von Husen hat keinen Zweifel, dass sich dieser Aufwand langfristig lohnt: „Im Moment ist die Bewerberlage wirklich schwierig“, berichtet er. Das Kurzpraktikum biete die Möglichkeit, den Teilnehmerinnen die Berufsperspektiven bei Pöppelmann aufzuzeigen. Die Jugendlichen könnten praktische Erfahrungen in verschiedenen Berufsfeldern sammeln, was dann hilfreich sei, wenn sich „bisher favorisierte Berufswünsche vielleicht als nicht passend erweisen sollten“.

Gemeinsam mit AG-Leiterin Pabst waren die fünf Mädchen 3 Wochen lang jeweils an einem Dienstag Gäste im Pöppelmann-Werk 2 in Lohne-Brockdorf. Im Rahmen des Praktikums gaben von Husen und sein Team in der Ausbildungswerkstatt vielseitige Einblicke in die gewerblich-technischen Berufe im Betrieb. Die Praxis kam mit der Arbeit an der Werkbank und am Schaltschrank, an der Fräse, beim Programmieren oder beim Kommissionieren von Auslieferungen nicht zu kurz. Anleitung gab es von Auszubildenden in den jeweiligen Berufsfeldern.

Praxis an der Werkbank: Pöppelmann-Auszubildender Lukas gab Praktikantin Chantal Tipps an der Bohrmaschine. Foto: HonkompPraxis an der Werkbank: Pöppelmann-Auszubildender Lukas gab Praktikantin Chantal Tipps an der Bohrmaschine. Foto: Honkomp

Der Einblick in das Berufsleben war getitelt als „MINT-Praktikum speziell für Mädchen“. Die Großbuchstaben stehen für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Mädchen aktiv für die technischen Fächer zu interessieren, ist für Pabst ein Muss. „Wir machen in unseren Kursen oft die Erfahrung, dass Mädchen Spaß an Technik haben. Doch vielen fehlt es häufig an Selbstbewusstsein, diesen Weg auch konsequent zu verfolgen. Darum möchten wir sie dabei unterstützen und ermutigen.“

Insgesamt 120 Unterrichtsstunden absolvieren die Teilnehmerinnen der Girls‘-Akademie. „Neben Praxisworkshops in der Wissenswerkstatt und Besuchen in Ausbildungsbetrieben und Hochschulen stehen auch Workshops zum Teamtraining, Selbstmanagement, Projektmanagement und Präsentationstechniken auf dem Programm.“ Das begrüßt Reinhold Blömer, Leiter der technischen Ausbildung bei Pöppelmann, sehr. In einer Ausbildung gehe es keineswegs allein um fachliche Qualifikation, sondern vielmehr auch darum, die jungen Leute in die Lage zu versetzen, ihre eigenen Kompetenzen zu erkennen.

Zum Abschluss des Praktikums gab es viel Lob, sowohl für die Praktikantinnen wie auch die betreuenden Auszubildenden. Eine wichtige Erkenntnis fasste Schülerin Hannah zusammen: „Bei einer Betriebsbesichtigung bekommt man oft gar nicht mit, wie viele Menschen im Hintergrund daran beteiligt sind, damit die Produktion überhaupt laufen kann.“ Zu diesen gehören zum Beispiel Fachinformatikerinnen wie Natalie Wolinska, die diesen Beruf bei Pöppelmann erlernt und Hannah konkrete Programmierungsaufgaben gab und bei deren Lösung natürlich auch half.

Unternehmen präsentieren Ausbildungsangebote bei der Diepholzer Berufsmesse

Die 14 und 15 Jahre alten Praktikantinnen hoben im Abschlussgespräch hervor, dass ihnen die Stunden im Betrieb realistische Einblicke gegeben hätten. Pabst gab den Rat, sich bei der Berufsentscheidung „von niemandem reinreden“ zu lassen. Wichtig sei, „dass man das macht, was einem Spaß macht“.

Wer sich über Pöppelmann und weitere namhafte Firmen aus dem Kreis Vechta und deren Ausbildungsangebote informieren möchte, nutzt die 22. Diepholzer Berufsmesse, die am Freitag und Samstag (3. und 4. Juni) im Zelt auf dem Marktplatz stattfinden wird.

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