Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Produktionseinstellung wäre ein Supergau

Franz und Christine Grimme leiten Generationenübergang ein. Dammer Firmengruppe präsentiert gute Zahlen.

Artikel teilen:
Fast eine halbe Milliarde Euro Umsatz hat die Grimme-Unternehmensgruppe im Jahr 2019 gemacht. Das freut natürlich die Inhaberfamilie (von links) mit Christoph Grimme, Christine und Franz Grimme, Philipp Grimme. Foto: Kühn

Fast eine halbe Milliarde Euro Umsatz hat die Grimme-Unternehmensgruppe im Jahr 2019 gemacht. Das freut natürlich die Inhaberfamilie (von links) mit Christoph Grimme, Christine und Franz Grimme, Philipp Grimme. Foto: Kühn

Selbst bei einem Pressegespräch, bei dem er bekannt gibt, dass seine Unternehmensgruppe im Jahr 2019 an der Umsatzschallmauer von rund 500 Millionen Euro gekratzt hat, verkündet er diese Zahl mit der ihm eigenen Gelassenheit. Franz Grimme ist trotz der Verantwortung, die er seit dem Jahr 1980 für das Familienunternehmen trägt, offensichtlich mit sich im Reinen. Und in der Familie läuft es auch nach Plan, übernimmt doch in Gestalt der Söhne Christoph (32) und Philipp (29) die jetzt fünfte Generation Führungsämter.

Noch wird der 74 Jahre alte Franz Grimme aber „zwei, drei Jahre, denn noch fühle ich mich recht fit“, an der Spitze des weltweiten Marktführers für Kartoffel-, Rüben- und Gemüsetechnik bleiben. Inzwischen geht es aber morgens erst um 9 Uhr ins Büro, so schaffen wir „Freiraum für uns beide“, sagt er mit einem Blick auf Ehefrau Christine, die nun auch schon seit 17 Jahren in der Marketingabteilung arbeitet und sich vor allem um das Personal und die Ausbildung im Unternehmen kümmert.

Seit 2016 ist Maschinenbauingenieur Christoph Grimme Leiter der internationalen Produktion und Mitglied der Geschäftsleitung im Unternehmen. Am 1. September 2019 wurde er nach Umstrukturierungen, die er gemeinsam mit seinem Vater eingeleitet hatte, zum Geschäftsführer der Gruppe und der Landmaschinenfabrik ernannt. Betriebswirt Philipp ist nun Prokurist der Grimme-Gruppe. Er verantwortet die internationale Händlerentwicklung, die Geschäftsentwicklung in Afrika und das Unternehmensmarketing. Beide haben sich ihre beruflichen Sporen bei namhaften Landmaschinenherstellern erarbeitet.

Christoph Grimme stellte die neuen Strukturen vor, die sich nun in die Einheiten Verkauf, Produkt und Administration gliedern. Der „Druck“ zur Neuausrichtung kam aus dem Unternehmen, berichtet er. Zunehmend habe „Konzerndenken, Silodenken“ Einzug gehalten. Ein Umbau sei nötig gewesen, um weiter flexibel – „und erfolgreich“, so Christine Grimme – bleiben zu können. Die Mitarbeiter nähmen die neuen Strukturen gut an. Das junge Führungsteam arbeite „super zusammen“, berichtet Christoph. Die Unternehmenswerte habe man unter dem Schlagwort „One Grimme“ zusammengefasst.

Man werde sich verstärkt der Digitalisierung der Landtechnik zuwenden, erläutert Christoph. Dabei ginge es nicht um das bloße „nice to have“ sondern darum, tatsächlichen Kundennutzen zu schaffen.

Grimme verfügt in der Nähe von Peking über ein eigenes Werk. Vom Coronavirus waren auch dort die Mitarbeiter betroffen, die jetzt nach und nach an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Dagegen spitzt sich die Situation in Deutschland gerade zu, in den Unternehmen gelten strenge Regeln, um die Übertragung des Virus zu verhindern. Die Lieferkette sei noch nicht betroffen, denn die Sicherheitsbestände seien hoch, so dass das „Montageband relativ sicher ist“, so Christoph. Aber: „Die Produktionseinstellung wäre natürlich ein Supergau“.

Franz Grimme nimmt seinen Mitarbeitern aber mögliche Ängste um den Arbeitsplatz. Diese werde man beschäftigen „so lange es geht“. Und er verweist auf die Eigenkapitalquote des Unternehmens: „Die liegt bei 70 Prozent.“

Fakten

  • Zur Unternehmensgruppe gehören in Deutschland Grimme-Landmaschinen, Internorm und Ricon (alle Damme), Spudnik (USA) und Asa-Lift (Dänemark) sowie zehn internationale Verkaufs- und Servicegesellschaften. Es gibt Standorte in 120 Ländern. 
  • Im Niedersachsenpark in Rieste betreibt Grimme eine 800 Meter lange Teststrecke für seine selbstfahrenden Erntemaschinen. 
  • Die Gruppe hat weltweit 2700 Mitarbeiter.
  • Der Jahresumsatz 2019 der Gruppe lag bei fast 500 Millionen Euro (eigene Angabe).

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Produktionseinstellung wäre ein Supergau - OM online